Bayer Leverkusen: Pyrotechnik — Fans kritisieren Bayer 04

Bayer Leverkusen: Pyrotechnik — Fans kritisieren Bayer 04

Der unabhängige Dachverband "Nordkurve12" verurteilt die undifferenzierte Betrachtung von Geschäftsführer Michael Schade.

Die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen. Bayer-04-Geschäftsführer Michael Schade hatte am Donnerstag in einem offenen Brief ausführlich seine Enttäuschung über die Anwendung von Pyrotechnik im Gästeblock beim Bundesliga-Spiel in Augsburg am vergangenen Wochenende geäußert (wir berichteten).

Nun antwortete der unabhängige Dachverband "Nordkurve12!", der sich als Sprachrohr der Leverkusener Fanszene versteht, in gleicher Form mit einem offenen Brief — gerichtet an Herrn Schade. In dem ebenfalls sehr ausführlichen Schreiben zeigt sich NK12 wiederum enttäuscht vom Geschäftsführer: "Ihr Schreiben wirkt in einigen Teilen wie ein verbaler Rundumschlag, nicht wie eine sachliche Kritik am Geschehenen."

Der Dachverband, der das Schreiben sowohl vom Bayer 04-Fanbeirat als auch von 22 Leverkusener Fanklubs und Ultra-Gruppierungen absegnen hat lassen, prangern an, dass die Betrachtung der Benutzung von Bengalos zu undifferenziert ist: "Im gesamten Brief stellen Sie den Einsatz von Pyrotechnik als gewalttätigen Akt dar", heißt es in der Antwort. Vor allem der Zusammenhang mit den Vorfällen in Rom, als in der vergangenen Woche Hooligans von Feyenoord Rotterdam die italienische Hauptstadt verwüsteten, stößt den Fans übel auf: "Es ist in unseren Augen absolut unbegreiflich, wie eine absolut friedliche Pyro-Einlage, die Bestandteil der Choreographie war, als Anlass genommen wird, um eine Verbindung auf gewalttätige Randale berüchtigter Hooligans an anderer Stelle herzustellen."

Zudem ist dem Dachverband unklar, warum Schade direkt den Weg in die Öffentlichkeit genommen hat, anstatt zuerst ein Gespräch mit Fanvertretern zu suchen. NK12 gab zudem an, dass die Meinung zu Pyrotechnik in der Fanszene geteilt sei.

Der Verein wollte gestern nicht weiter zu dem Antwortschreiben Stellung nehmen, stellte aber nochmals klar: "Wir haben diesen Punkt absichtlich so gesetzt, um zu zeigen: Pyrotechnik ist verboten, gehört sich nicht und wird nie akzeptiert werden", sagte Bayer-04-Mediendirektor Meinolf Sprink und führte aus: "Wir haben in den vergangenen Wochen Beispiele gesehen, wohin es gehen kann. Und das wollen wir nicht. Wehret den Anfängen!"

Michael Schade hatte in seinem offenen Brief einen kleinen Teil der Anhänger als großes Übel für alle bezeichnet: "Ein fauler Apfel bringt schnell den Inhalt eines ganzen Korbes zum Schimmeln." Er brachte den Einsatz von Pyrotechnik in Zusammenhang mit den Vorfällen in Rom, als acht Hooligans von Feyenoord Rotterdam festgenommen worden, 13 italienische Polizisten und fünf Niederländer verletzt wurden: "Was mit einem Bengalo scheinbar harmlos beginnt, kann mit einem Krawall großen Ausmaßes enden — wie jüngst in Rom erlebt".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bayer-Fans fackeln in Augsburg Bengalos ab

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