Paulinho will mit Bayer 04 Leverkusen Titel gewinnen

Bayers neuer Brasilianer : Paulinho ist gekommen, um zu siegen

Am Sonntag feierte er noch seinen 18. Geburtstag in Brasilien, nun hat Bayer 04 Paulinho vorgestellt. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt ließ der 18,5-Millionen-Euro-Zugang keinen Zweifel an seinem Ehrgeiz.

Kaum hat sich die Tür geöffnet, klicken die Kameras salvenartig los. Paulo Henrique Sampaio Filho, genannt Paulinho, steht im Fokus der Fotografen. Der Brasilianer wirkt zunächst nervös – verständlicherweise. Schließlich ist der junge Mann gerade erst 18 Jahre alt geworden. Entsprechend wehmütig verlief die Feier in seiner Heimat, die gleichzeitig auch ein Abschied war. Wenige Tage später sitzt er auf dem Podium im Presseraum der BayArena und beantwortet mit Hilfe eines Dolmetschers die Fragen der Journalisten. Das „Hallo und guten Tag“ übernimmt er selbst.

Bayer 04 hat 18,5 Millionen Euro an den brasilianischen Erstligisten Vasco da Gama überwiesen, um sich die Dienste des Toptalents zu sichern. Durch leistungsbezogene Boni könnte sich der Betrag wohl deutlich erhöhen. Im Getöse um immer höhere Ablösen im Fußball wirkt die Summe fast bescheiden, doch sie weckt Erwartungen.

Es dauert nicht lange, bis Paulinho auftaut und selbstbewusste Töne anschlägt. „Es waren einige Klubs an mir interessiert, aber ich habe mich für Leverkusen entschieden, weil es einen sehr guten Namen in meiner Heimat hat“, sagt er. Viele junge Brasilianer hätten nach ihren Engagement beim Werksklub einen guten Weg genommen. Das sei freilich auch sein Ziel.

Die Liste erfolgreicher brasilianischer Profis ist lang, deren Karriere am Rhein Fahrt aufnahm: Zé Roberto, Lucio, Émerson und Jorginho sind nur einige Beispiele. Aktuell steht zudem noch Landsmann Wendell im Kader, der für den 18-Jährigen eine Art „Integrationshelfer“ ist, um besser in Deutschland, im Rheinland, in Leverkusen und im Verein anzukommen. Er sei selbstkritisch und wisse, dass es noch viele Bereiche gebe, in denen er sich verbessern müsse, betont Paulinho. An seiner Zielsetzung ändert das aber nichts: „Ich will schnell hier ankommen und letztlich Titel gewinnen. Dafür muss man hart arbeiten – und das ist mein Ziel bei Bayer Leverkusen.“

Damit passt der Youngster zumindest rhetorisch schon gut in die Riege selbstbewusster Bayer-Profis wie Jonathan Tah oder Julian Brandt, die ebenfalls betonen, mit Leverkusen Titel gewinnen zu wollen. „Die Bundesliga ist sehr umkämpft und es gibt viele starke Mannschaften. Genau darauf habe ich Lust: schwierige Spiele und die hohe Intensität im Training“, sagt der in Rio de Janeiro geborene Angreifer. Die Sorge, dass der Sprung aus Südamerika nach Europa zu groß für einen Teenager sein könnte, teilt er nicht. „Natürlich ist das schwierig, aber wir Fußballer lernen sehr schnell, vor wenig Sachen Angst zu haben.“ Er und seine Familie seien gut vorbereitet.

Worte wie „Idol“ oder „Vorbild“ mag Paulinho nicht. Er spricht lieber von „Spiegelspielern“, also Akteuren, die man sich immer wieder gerne anschaut und an deren Laufbahn man sich orientieren kann. Bei ihm ist das kein geringerer als Cristiano Ronaldo, dessen Kürzel „CR7“ längst ein eingetragener Markenname ist. Warum der Portugiese? „Vor allem weil er sehr hart an sich arbeitet, immer besser sein will und immer noch mehr möchte. Das passt auch gut zu mir.“

Das klingt verheißungsvoll. Die passende Rückennummer hat er jedenfalls schon. „PH7“ ist bereits auf der Mütze seines Vaters zu lesen. Das könne man auch als eine Art „Spiegel“ sehen, sagt der gelernte Linksaußen, stehe aber letztlich für Paulo Henrique – „und dafür, dass ich sehr weit kommen will.“

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