Patzer von Zentner Leverkusen hält sich gegen Mainz schadlos

Leverkusen · Der Tabellenführer setzt sich mit 2:1 gegen den FSV Mainz 05 durch und baut seine Serie ungeschlagener Spiele aus. Granit Xhaka erzielt sein erstes Tor für Bayer Leverkusen, Robert Andrich hat bei seinem Siegtreffer auch ein bisschen Glück. In der Schlussphase sieht Jessic Ngankam die Rote Karte.

Die Spieler von Bayer 04 Leverkusen feiern gemeinsam das Tor von Robert Andrich zum 2:1.

Die Spieler von Bayer 04 Leverkusen feiern gemeinsam das Tor von Robert Andrich zum 2:1.

Foto: AP/Martin Meissner

Wie auf Schienen rollt Bayer Leverkusen durch die Saison und nicht nur der kriselnde Rekordmeister aus München fragt sich: Wer stoppt den schwarz-roten Zug Richtung Meisterschaft? Jedenfalls nicht der FSV Mainz, der dem Tabellenführer zwar einiges abverlangte, sich aber letztlich geschlagen geben musste. Nach dem 2:1 (1:1) geht die Werkself zum 33. Mal in dieser Spielzeit nicht als Verlierer vom Platz – bei wettbewerbsübergreifend 33 Spielen. Damit ist der bisherige Rekord des FC Bayern übertroffen.

Das Spiel begann turbulent. Bereits nach Minuten netzte Granit Xhaka mit einem ebenso kraftvollen wie listigen Abschluss nahe des linken Strafraumecks ein. Robin Zentner schien überrumpelt von dem dreist-genialen Geschoss, das sich über ihn hinweg ins Netz senkte. Der Schweizer feierte sein erstes Saisontor für Bayer mit einem kuriosen Humpel-Jubel, inklusive eines alarmierenden Griffs an den Oberschenkel, der die medizinische Abteilung auf der Leverkusener Bank kurz in Wallung brachte. Doch Alonso griff beruhigend ein: Alles nur Spaß, es geht weiter.

Und wie. Denn Mainz ließ sich von dem Rückstand überhaupt nicht beeindrucken und kam durch einen Kopfball von Dominik Kohr zügig zum Ausgleich (7.). Ausgerechnet, könnte man sagen, wurde der 30-Jährige doch einst in Leverkusen ausgebildet. Was sich danach entfaltete, war ein schwungvoller Schlagabtausch. Bayer drängte auf die Führung, Mainz spielte in der zweiten Partie mit Trainer Bo Henriksen energisch auf. Da die Werkself in dieser Saison vor allem auf Spielkontrolle, Struktur sowie überlegten Spielaufbau setzt, versuchten es die zweikampfaffigen Gäste mit einer guten Portion Kompaktheit, dazu eine Prise Chaos und Hektik.

Bayer 04 Leverkusen Einzelkritik: Die Werkself gegen Mainz 05 nach Noten
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Bayer 04 - Mainz 05: die Werkself nach Noten

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Hofmann scheiterte am stark parierenden Zentner (16./40.), Alejandro Grimaldo versuchte es kurz vor der Halbzeit mit einem tückischen Schuss aus typischer Flankenposition und einem direkten Freistoß, fand aber ebenfalls im Mainzer Keeper seinen Meister. Auch bei Xhakas zweitem Versuch stand Zentner im Weg (20.). Auf der Gegenseite fanden unter anderem zwei Distanzschüsse des Ex-Leverkuseners Nadiem Amiri nicht den Weg ins Tor (16./22.). Der 27-Jährige schloss sich in der Winterpause dem abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten an.

So ging es mit einem 1:1 in die Halbzeit, mit dem die Gäste gut leben konnten. Der Unterhaltungsfaktor blieb auch nach dem Wiederanpfiff hoch, auf beiden Seiten fehlte aber vorerst ein bisschen, um den entscheidenden Treffer zu setzen – wie bei Jae Sung Lee, der sein Team nach einem Patzer von Edmond Tapsoba nicht in Führung bringen konnte (55.). Nach und nach fand der Tabellenführer seine Linie und übte phasenweise die in dieser Saison schon so häufig zelebrierte Kontrolle über den Gegner aus, aber weder ein Kopfball von Amine Adli (62.), noch Florian Wirtz nach einem Solo (63.), markierten die ersehnte Führung. So war es Robert Andrich, der mit seinem Distanzschuss zum 2:1 die Weichen auf Sieg stellte (68.). Bitter für Zentner: Ihm flutschte der durchaus haltbare Versuch aus der Ferne zwischen seinen Handschuhen hindurch ins eigene Tor.

In der Schlussphase sah Jessic Ngankam eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung die Rote Karte. Der 23-Jährige traf Xhaka beim Stochern nach dem Ball mit offener Sohle heftig an der Ferse und wurde vom VAR überführt.

Nächster Halt des Leverkusener Erfolgszugs ist am kommenden Sonntag in Köln (15.30 Uhr).

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