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Bayer Leverkusen: Leverkusen verabschiedet sich von höheren Zielen

Bayer Leverkusen : Leverkusen verabschiedet sich von höheren Zielen

Wenn den Verantwortlichen von Bayer Leverkusen vor der Saison jemand gesagt hätte, dass ihr Team nach acht Spieltagen in der Tabelle punktgleich mit Double-Gewinner Borussia Dortmund läge, sie hätten wohl sofort unterschrieben und sich in Gedanken im Dunstkreis der Spitze gewähnt. Nun liegt die Werkself nach acht Partien gleichauf mit dem BVB, doch von Zufriedenheit ist unterm Bayer-Kreuz nichts zu spüren. Das liegt einerseits daran, dass Dortmund merklich schwächelt, vor allem aber daran, dass die Leverkusener beim 2:2 gegen Mainz 05 einmal mehr unter Beweis stellten, dass sie in dieser Saison Konstanz bislang allein im Liegenlassen von Punkten erreicht haben.

In Frankfurt, in Stuttgart und nun gegen den FSV schaffte es Bayer 04 nicht, eine Führung samt über weite Strecken dominanter Spielweise in einen Sieg umzumünzen. Gegen Gladbach sprang trotz turmhoher Überlegenheit nur ein 1:1 heraus. Packt man die in diesen Spielen versäumten neun Punkte aufs tatsächliche Leverkusener Konto (zwölf Zähler), wäre die Werkself erster Bayern-Jäger. "Es kann nicht sein, dass wir so viele Punkte liegenlassen. Wir müssen abgeklärter und zielstrebiger sein", moserte Stefan Kießling, der momentan einzig verlässliche Torlieferant des Teams und mit nun 18 Treffern erfolgreichster Bundesligatorschütze des Kalenderjahres 2012.

Gegen Mainz lieferte Leverkusen eine imposante erste Halbzeit ab, agierte druckvoll und überlegen, ging aber trotz zahlreicher Chancen nur mit einem 1:0 (Tor: Kießling) in die Pause. Nach dem Wechsel stellten die Hausherren für alle unverständlich das Spielen ein, so dass sie am Ende froh sein mussten, dass Gonzalo Castro ihnen mit seinem Treffer noch ein Unentschieden rettete. Für in Leverkusen traditionell hohe Ansprüche "dürfen wir nicht nur über 45, 50 oder 55 Minuten gut spielen, sondern auch mal über 80 oder mehr", klagte Trainer Sascha Lewandowski und schob kleinlaut nach: "Für die höheren Ziele reicht es dann eben nicht."

Teamchef Sami Hyypiä hatte zwei Tage vor dem Mainz-Spiel noch das Ziel ausgegeben, in der Nähe von Platz eins zu überwintern. Dieses Ziel gerät angesichts der eigenen Sorglosigkeit auf dem Platz nun schon Ende Oktober in Gefahr. "Wir brauchen sowieso nicht weiter hoch gucken als zu Platz vier. Das große Ziel wäre die Champions-League-Qualifikation", sagte Kapitän Simon Rolfes.

So backen sie bei Bayer 04 mittelfristig erst einmal wieder kleinere Brötchen. Es ist dies neben dem Auslassen möglicher Siege die zweite Konstante der jüngeren Vereinsgeschichte.

(RP/can/csi)