Kommentar: Bayer 04 Leverkusen blamiert nur sich selbst

Bayer Leverkusen : Kommentar: Bayer blamiert nur sich selbst

Fast reflexartig wurden und werden die Stimmen (wieder) laut, die nach Bayer Leverkusens 0:4 gegen Paris St. Germain unken, die Werkself habe den deutschen Fußball blamiert. Doch solch Populismus schießt am Ziel unbedingt angebrachter Kritik für so eine Leistung weit vorbei.

Nüchtern betrachtet spiegelt das Ergebnis sogar nur die Verhältnisse zwischen zwei Mannschaften wider, die von der finanziellen Potenz her Welten trennen. Schalke verlor in der Gruppenphase auch zweimal 0:3 gegen die Abramowitsch-Truppe FC Chelsea, Bayer selbst, das im Bergischen Land um jeden einzelnen Fan buhlt, verlor 0:5 gegen die globale Fußball-Marke Manchester United.

Doch im Fall Levekusen war es gegen Paris eben mal wieder nicht das nackte Ergebnis, was nach Kritik schreit. Es war die demütige Haltung, mit der die Werkself dem Favoriten vom Anpfiff weg entgegentrat und die jeden Zuschauer spüren ließ, dass hier eine Mannschaft insgeheim nur darauf hofft, dass der Abend nicht all zu schlimm enden würde.

Mit der weißen Fahne unter dem Trikot kann man keine Spiele gewinnen. Und das ist es, was Fans enttäuscht, was neutrale Beobachter beschämt, was dem Grundgedanken des Spiels widerspricht. Und es ist letztlich das, womit sich Bayer 04 blamiert — nur sich selbst. Denn dafür rechtfertigen, dass man sich für die K.o.-Runde der Königsklasse qualifiziert hat, braucht Leverkusen sich nicht. Schon gar nicht vor "Fußball-Deutschland".

Wer sich selbst klein macht, darf entweder Mitleid oder Spott erwarten. Beides passt nicht zu einem Achtelfinalisten der Champions League. Beides passt aber (mal wieder) zu Bayer Leverkusen.

(can)
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