Kerem Demirbay: Heftige Kritik am Leverkusener Rasen nach 1:1 gegen SC Freiburg

„Absolute Katastrophe“ : Demirbay übt heftige Kritik am Leverkusener Rasen

Das Grün in der BayArena sei eine „absolute Katastrophe“, sagt Kerem Demirbay nach dem 1:1 gegen den SC Freiburg. Seine Einschätzung deckt sich mit den Bildern der Rutschpartie – und den Aussagen beider Trainer.

Es ist eine der ältesten Ausreden der Fußballgeschichte, wenn ein Spiel nicht wie gewünscht verläuft: Der Platz ist schuld. Im Fall von Bayer Leverkusens 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg erlebt das oft mit einem Augenzwinkern erwähnte Klischee einer fahlen Trainererklärung eine faktenbasierte Renaissance: „Der Rasen ist eine absolute Katastrophe“, moserte Kerem Demirbay nach der Partie. Das sei bereits seit dem Saisonbeginn der Fall. Das ist umso erstaunlicher, da Bayer Leverkusens Greenkeeper 2018 noch „Rasenmeister" der Bundesliga wurden. Inzwischen genügt das Grün höheren Ansprüchen jedoch nicht mehr.

„Ich will keinen persönlich angreifen, aber bewerte ich nur den Platz, dann ist er sehr schlecht“, erklärte der um Objektivität bemühte Mittelfeldspieler, der mit einem schönen Diagonalpass das 1:1 durch den Startelfdebütanten Moussa Diaby einleitete (36.). In der fünften Minute war Freiburg nach einer Ecke in Führung gegangen. Lucas Höler nutzte die Hereingabe per Kopf. Davor und danach waren einige Szenen zu sehen, die Demirbays Platzkritik mit reichlich Anschauungsmaterial untermauerten. Freiburgs Keeper Mark Flekken rutschte bei einem Abstoßversuch weg, Diaby schlitterte in der zweiten Halbzeit bei einer Großchance ebenfalls über das Grün und vergab.

Auch sonst waren die Spieler beider Seiten nicht gerade mit großer Stand- und Laufsicherheit unterwegs, was sicherlich auch an dem Dauerregen der vergangenen Tage lag – und an den vier Heimspielen, die Bayer 04 in kurzer Zeit vor der Länderspielpause bestritt. Insofern ist es verständlich, dass die Bundesligatauglichkeit des malträtierten Geläufs nach dem Abpfiff zum Thema wurde. „Der Rasen war wahnsinnig schmierig“, merkte Freiburgs Trainer Christian Streich an, der die Werkself für ihr starkes Spiel lobte und mit dem aus Freiburger Sicht schmeichelhaften 1:1 sehr gut leben konnte.

Sein Leverkusener Pendant Peter Bosz betonte ebenfalls, dass der Zustand des heimischen Platzes für die von ihm gewünschte Spielweise nicht gerade förderlich war. „Wir haben alle gesehen, dass nicht nur wir, sondern auch die Gegner konstant weggerutscht sind.“ Bayer sei eine Mannschaft, die von hinten das Spiel aufbauen und den Ball schnell laufen lassen wolle. „Das ist schwierig auf dem Platz“, haderte der Niederländer. „Das ist kein Vorteil für uns.“

Über das Chancenfeuerwerk seiner Mannschaft sagte er, dass Bayer gegen Freiburg zwei Punkte verloren habe. Leverkusen hatte in der Tat gleich mehrere hundert- bis tausendprozentige Gelegenheiten. Teils standen dem Torerfolg Pech, Unvermögen oder eben der schlechte Rasen im Weg. „Ich habe meinen Spielern gesagt: Kopf hoch! Wenn wir so weiterspielen und Torchancen haben, werden die Bälle irgendwann reingehen. Wir arbeiten weiter daran“, kündigte Bosz an. Das passiert dann allerdings auf dem Trainingsplatz, dessen Grün weitaus weniger schmierig ist.

(dora)