Leverkusens Serienretter Stanisic verkörpert Bayers unbeirrbaren Glauben

Dortmund · Bayer Leverkusens Serienretter beschreibt nach dem 1:1 in Dortmund die Erfolgsformel der Werkself: „Wir denken gar nicht groß darüber nach, wenn wir hinten liegen.“ Einen Spannungsabfall sieht der Leihspieler des FC Bayern nach dem Meistertitel nicht in der Mannschaft.

 Josip Stanisic bejubelt sein Tor in Dortmund, im Hintergrund eilen Jeremie Frimpong, Granit Xhaka, Jonathan Tah und Patrik Schick (v.l.) herbei.

Josip Stanisic bejubelt sein Tor in Dortmund, im Hintergrund eilen Jeremie Frimpong, Granit Xhaka, Jonathan Tah und Patrik Schick (v.l.) herbei.

Foto: AP/Martin Meissner

Als sich der Ball in den letzten Sekunden der Nachspielzeit im langen Eck einschlug, an Gregor Kobel vorbei ins Netz, kannte Josip Stanisic kein Halten. Flankiert von seinen Teamkollegen sprintete der Innenverteidiger Richtung Gästeblock und trommelte sich auf die Brust. Der Leihspieler des FC Bayern hat mit seinem Last-Minute-Ausgleich in Dortmund die Serie der Werkself gerettet. Trainer Xabi Alonso setzte an der Seitenlinie zum Jubelsprint an, die über 8000 mitgereisten Fans des Deutschen Meisters feierten das Tor frenetisch.

Der 24-Jährige avancierte mit seinem Treffer zu Bayers Serienretter. Denn lange sah es so aus, als wären die Gäste aus dem Rheinland am 30. Spieltag tatsächlich fällig. Niclas Füllkrug hatte den BVB erst in der 82. Minute in Führung gebracht, die Schlussphase verlief turbulent – inklusive Rudelbildung, einer Roten Karte für Victor Boniface, die aber nach der Intervention des VAR wieder zurückgenommen wurde. „Es war für uns ein schwieriges Spiel“, resümierte Stanisic. „Wir waren vielleicht auch etwas müde in den Beinen und im Kopf, dazu ein bisschen unkonzentriert. Trotzdem finde ich, dass wir unser Spiel durchgezogen haben.“

BVB - Bayer 04: die Werkself in der Einzelkritik
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Foto: dpa/Bernd Thissen

Am Ende war es eine Ecke des eingewechselten Florian Wirtz, die den Weg zum Remis ebnete. Stanisic stieg am ersten Pfosten am höchsten, erwischte den Ball optimal und verhinderte damit das vor der Partie erklärte Ziel von Dortmunds Trainer Edin Terzic, die Serie der Werkself zu beenden. Er sei „nicht der größte Kopfballspezialist“, räumte der Abwehrspieler ein und erklärte den Treffer aus seiner Sicht: „Ich wollte einfach den Ball aufs Tor köpfen und dabei nicht besonders zielen. Es war eine geile Flanke und ein geiles Tor, das Timing war perfekt. Ich musste keinen Zwischenschritt machen. Alles hat gepasst.“ Letzteres ist beinahe schon Formsache, wenn es für die Leverkusener in die Schlussphase geht.

Das 1:1 in Dortmund war in dieser Saison bereits das 20. Tor nach der 86. Minute. Es ist eine weitere verblüffende Statistik in einer Spielzeit voller verblüffender Statistiken. Sich auch von späten Rückständen nicht aus der Bahn werfen zu lassen, ist eine Qualität, die sich die Mannschaft erarbeitet und durch unzählige entsprechende Erfolgserlebnisse zu eigen gemacht hat. „Wir denken gar nicht groß darüber nach, wenn wir mal hinten liegen“, erklärte Stanisic bei Dazn. „Das Spiel wird gespielt bis zum Schluss. Natürlich hätte es so weit sein können, dass wir verlieren. Wir machen nichts Besonderes, wir glauben einfach daran. Wie sagt man so schön? Wenn es läuft, dann läuft es.“ Einen Spannungsabfall nach der gewonnenen Meisterschaft sieht er jedenfalls nicht: „Wir sind nach Dortmund gekommen, um zu gewinnen. Ich glaube, das hat man gesehen.“

Ein Sieg war es am Ende zwar formal nicht, gefühlt aber irgendwie doch – vor allem, weil das nun auch klar formulierte Saisonziel des Meisters bestehen bleibt, bis zum letzten Spieltag ungeschlagen zu bleiben.

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