Heiko Herrlich fordert noch mehr Eigeninitative

„Es ist meine Überzeugung“ : Herrlich fordert noch mehr Eigeninitative

Am Samstagabend empfängt Bayer 04 die Mannschaft von Borussia Dortmund. Leverkusens Trainer fordert von seinen Spielern vor der Partie mehr Eigenverantwortung. Ein gutes Beispiel ist Lars Bender.

Dass Borussia Dortmund eine ziemlich talentierte Mannschaft hat, ist für Heiko Herrlich beileibe keine Neuigkeit. Dass diese Talente in ihrer Entwicklung den Prognosen zum Teil aber weit voraus sind, dürfte der Kantersieg des BVB am Mittwoch gegen Nürnberg gezeigt haben – und zugleich eine Warnung an Leverkusen gewesen sein. „Das war eine beeindruckende Leistung gegen einen Aufsteiger“, sagte der Bayer-Coach, der den kommenden Gegner am Samstag (18.30 Uhr) schon im Spiel gegen Leipzig beobachtet hat. Seine Einschätzung: „Der BVB befindet sich in einer starken Verfassung. Lucien Favre macht einen sehr guten Job.“

Für Herrlich und sein Team geht es gegen den Champions-League-Teilnehmer vor allem darum, zum ersten Mal in dieser Spielzeit über 90 Minuten eine konstant gute Leistung zu zeigen. Während bei den 1:3-Niederlagen gegen Wolfsburg und in München beide Hälften schwach waren, präsentierte sich der Werksklub in den übrigen Partien je 45 Minuten von der guten, und je 45 von seiner schlechten Seite. Waren in Mönchengladbach und gegen Mainz jeweils die ersten Durchgänge ansprechend, schaffte es die Werkself in Rasgrad und Düsseldorf nur im zweiten Abschnitt, ihr Können auf den Platz zu bringen.

Diese Zwiespältigkeit in den Auftritten ist auch Herrlich nicht verborgen geblieben. „Wir arbeiten daran, über 90 Minuten zu 100 Prozent konzentriert zu sein“, sagte der 46-Jährige. Gegen Dortmund müsse seine Elf kompakt stehen. „Die Dortmunder haben ein unheimlich schnelles Passspiel, unheimlich viel Qualität und schnelle Spieler, besonders in der Offensive. Gerade nach Ballverlusten müssen wir sofort auf der Hut sein, sofort umschalten, um diese Stärken auszuhebeln – sofern das möglich ist“, sagte er. Denn: „Sonst wird es gegen diese Offensive schwer.“

Herrlich ist wichtig, dass seine Spieler Eigenverantwortung übernehmen – so wie Kapitän Lars Bender, der beim Sieg in der Landeshauptstadt die Werkself in der Halbzeitpause wachrüttelte. „Das gehört dazu, das muss auch manchmal in der Kabine so sein“, sagte Herrlich. Es müsse „auch mal Pfeffer rein“, betonte der Fußballlehrer. Er halte es für wichtig, dass sich Spieler „auch mal anpflaumen“ würden, um den maximalen Erfolg zu haben. „Es ist meine Überzeugung, dass die Spieler selbst mehr in die Verantwortung kommen. Denn sie sind es letztlich, die auf dem Platz stehen und sich selbst organisieren müssen.“ Das sei vor seinem Wechsel unters Bayer-Kreuz 2017 noch anders gewesen, erklärte der gebürtige Mannheimer.

So könnten sie spielen. Foto: RP/Grafik

Personell darf Herrlich gegen den BVB wohl aus dem Vollen schöpfen. Rechtsverteidiger Mitchell Weiser, den seit einigen Tagen Leistenprobleme plagen, konnte am Freitag zwar nicht am Training teilnehmen, sollte aber einsatzbereit sein. Die Langzeitverletzten Julian Baumgartlinger und Panagiotis Retsos trainierten unter der Woche erstmals individuell auf dem Rasen, ihre Rückkehr dauert aber wohl noch einige Wochen.

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