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Bayer Leverkusen: Hegeler wirbt für weniger Einwechslungen

Bayer Leverkusen : Hegeler wirbt für weniger Einwechslungen

Der am häufigsten eingewechselte Spieler dieser Bundesligasaison glänzt im vierten Startelf- Einsatz für die Werkself mit zwei Treffern beim 3:1 gegen Hannover. "Als Spieler will man viel spielen und am liebsten von Beginn an", sagt er.

Welchen Slapstick-Charakter der mögliche Kader der Nationalmannschaft für die nahende USA-Reise mittlerweile angenommen hat, zeigte sich am Samstagabend in der Mixed Zone der BayArena. Da wurde Jens Hegeler mit der Frage konfrontiert, wie er denn reagieren würde, wenn der Bundestrainer ihn zu besagter Reise einladen würde. "Ich glaube, einen Joker braucht er nicht", sagte Hegeler augenzwinkernd. Dass er derart im Mittelpunkt stand, hatte sich Bayers Nummer 13, mit 22 Einwechslungen der am häufigsten mit Verspätung an einem Spiel teilnehmende Spieler dieser Bundesligasaison, indes selbst zuzuschreiben. Schließlich hatte er beim 3:1 gegen Hannover in seinem vierten Startelf-Einsatz 2012/2013 mit zwei Treffern ordentlich Eigenwerbung betreiben können.

"Als Spieler will man viel spielen und am liebsten von Beginn an", sagte Hegeler, dem das Trainerduo Hyypiä/Lewandowski mit den so verlässlichen Einwechslungen für die Öffentlichkeit das Prädikat der "ersten Option" verliehen hatte. "Ich hätte lieber das Prädikat, dass ich auch von Beginn an da bin", sagte Hegeler am Samstag — einem Tag, an dem es für ihn nahezu perfekt gelaufen war, mit eben den beiden Toren, etlichen weiteren guten Aktionen und schließlich dem ungewohnten Gefühl, selbst einmal derjenige zu sein, für den jemand eingewechselt wird und der einen Sonderapplaus der Fans für sein verrichtetes Tagwerk bekommt.

Hegeler selbst hatte bereits im Frühjahr keinen Zweifel daran gelassen, dass er seine Zukunft in Leverkusen sieht. Hannover hatte vor Monaten mal erfolglos angefragt. "Ich glaube, dass ich mich hier durchsetzen werde", sagte Hegeler, als er im März seinen Vertrag bis 2017 verlängerte. Dass er nur allzu gerne öftere so weit vorne agieren würde wie gegen Hannover, daraus macht er keinen Hehl. Es ist eine Planstelle, auf der eventuell das Personal (Schürrle, de Bruyne) neu gemischt wird. Und Hegeler selbst will auch ein Wörtchen mitreden.

Schon im vergangenen Sommer hatte er nachweislich alles gegeben für einen Stammplatz: In der internen — und akribisch geführten — Gesamtwertung aller Trainingsspiele der Werkself war Hegeler mit großem Vorsprung Sieger geworden. Es ist neben der Zahl der Einwechslungen bereits seine zweite Pole Position. Auf eine der beiden könnte er wohl gut und gerne verzichten.

(RP)