FC Schalke 04 gegen Bayer 04 Leverkusen: Werkself verdirbt Kohle-Abeschied

2:1-Erfolg : Bayer 04 verdirbt Schalke den Kohle-Abschied

Schalke wollte feiern, aber Bayer 04 Leverkusen hat dem Revier-Verein die Stimmung versaut. Die Werkself holte drei Punkte im Spiel der Enttäuschten.

Der FC Schalke und Bayer Leverkusen sind in dieser Saison Leidensgenossen. International haben beide Teams in ihren jeweiligen Wettbewerben die Gruppenphase überstanden und auch im DFB-Pokal überwintern sowohl der Revier- als auch der Werksklub. In der Liga jedoch hinken beide Mannschaften den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Das sorgt für Frust auf beiden Seiten. Nach dem 2:1 (2:1)-Auswärtssieg am Mittwochabend „auf Schalke“ dürfen nun zumindest die Leverkusener Anhänger mal wieder auf eine Trendwende hoffen.

"Da müssen wir jetzt alle zusammen durch. Leverkusen weiß selber nicht genau, warum sie die Tore gemacht haben. Wir machen zu wenig, um uns mehr Chancen zu erspielen", sagte Bastian Oczipka bei Sky. Erleichterung herrschte dagegen bei Bayer. "Es war nicht das beste Bundesligaspiel. Aber wir haben gekämpft. Ich kann stolz auf die Mannschaft sein", sagte Torhüter Lukas Hradecky.

Das Duell der Enttäuschten stand zunächst ganz im Zeichen des Abschieds vom Steinkohle-Bergbau. Die Königsblauen liefen dank einer Sondergenehmigung der Deutschen Fußball Liga in Trikots mit verschiedenen Zechenmotiven auf. Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies nahm vor dem Anpfiff vom Vorsitzenden der Ruhrkohle AG, Peter Schrimpf, ein Grubenlicht entgegen. „Wir bleiben den Bergleuten und dem Bergbau treu“, versprach Tönnies. Das Steigerlied wurde zudem wohl selten zuvor derart inbrünstig wie an diesem Abend gesungen.

Leverkusen zeigte sich von der emotional aufgeladenen Stimmung in der mit 61.548 Zuschauern nur beinahe ausverkauften Arena vergleichsweise unbeeindruckt. Die Werkself war anfangs darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren, und schlug dann eiskalt zu. Nach einigen eher harmlosen Versuchen der Schalker wurde das Team des angezählten Bayer-Trainers Heiko Herrlich erstmals selbst offensiv. Dominik Kohr nahm Benjamin Stambouli in zentraler Position den Ball ab, lief allein auf das Tor von Ralf Fährmann zu – und schoss vorbei (20.). Nur drei Minuten später durften die Leverkusener dann trotzdem jubeln: Aleksandar Dragovic tunnelte den Schalker Torwart per Abstauber zur 1:0-Führung, nachdem Leon Bailey zuvor den Pfosten getroffen hatte. Die Freude über das Tor kam jedoch etwas verzögert, da Schiedsrichter Deniz Aytekin zunächst auf Abseits entschieden hatte, ehe der Video-Assistent korrigierend eingriff.

Die Gäste aus dem Rheinland witterten nun ihre Chance, bei den verunsichert wirkenden Schalkern, den dritten Auswärtssieg der Spielzeit zu erzielen und bauten die Führung in der 35. Minute aus. Nach einer Flanke von Wendell kam der Argentinier Lucas Alario im Strafraum der Hausherren an den Ball, stoppte das Spielgerät gekonnt mit der Brust, drehte sich und zog direkt ab. Der Schuss kam zwar hart, aber wenig platziert. Torwart Fährmann griff daneben. Dass die Werkself dennoch leicht frustriert in die Halbzeitpause ging, lag am Anschlusstreffer kurz vor dem Pausenpfiff. Haji Wright hatte nach einem Eckball das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:2 für die Elf von Schalke-Coach Domenico Tedesco erzielt.

Im zweiten Spielabschnitt wurde es dann ruppiger auf dem Rasen. Der Unparteiische Aytekin hatte viel zu damit zu tun, die erhitzten Gemüter der Profis zu beruhigen. Schalke war sichtlich darum bemüht, den Ausgleich zu erzielen, kam jedoch nur selten in aussichtsreiche Positionen. Ließ die nun noch tiefer stehende Werkself doch etwas zu, versagten den eingewechselten Steven Skrzybski (68.) und Yevhen Konoplyanka (73.) im Abschluss die Nerven. Die Schlussoffensive der Hausherren endete erfolglos. Es blieb beim knappen Sieg von Leverkusen.

Während es für die Werkself am Samstag mit einem Heimspiel gegen Hertha BSC (15.30 Uhr) weitergeht, sind die Gelsenkirchener zeitgleich beim VfB Stuttgart gefordert.

FC Schalke 04 Fährmann - D. Caligiuri, Salif Sané, Nastasic, Oczipka - Stambouli, N. Bentaleb (54. Serdar) - Schöpf (71. Konopljanka), McKennie, Harit - Wright (54. Skrzybski)
Bayer Leverkusen Hradecky - Weiser, Tah, Dragovic (60. Jedvaj), Wendell - Kohr, Baumgartlinger - Bellarabi (89. S. Bender), Havertz, Bailey - Alario (70. K. Volland)

Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) - Zuschauer: 61548
Tore 0:1 Dragovic (27.), 0:2 Alario (35.), 1:2 Wright (45.+2)
Gelbe Karten Harit (1), Stambouli (2), Serdar (1), McKennie (3) / Bellarabi (2), Baumgartlinger (1), Hradecky (1), Weiser (3)

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(sb)
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