Elfmeter in der 94. Minute Boniface schießt Bayer zum späten Sieg gegen Qarabag

Baku · Bayer Leverkusen hat das Rückspiel in der Europa League gegen Qarabag Agdam in Aserbaidschan mit 1:0 gewonnen. Victor Boniface verwandelt in der Nachspielzeit einen Handelfmeter zum Erfolg, der nur noch theoretische Restzweifel am Gruppensieg lässt.

Europa League Qarabag - Leverkusen: Werkself in der Einzelkritik​
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Qarabag – Leverkusen: Werkself in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Aziz Karimov

Knapp 3500 Kilometer hin, drei Punkte einsammeln und 3500 Kilometer zurück – so in etwa lautete die Auftragsbeschreibung von Bayer Leverkusen in Baku. Bei Qarabag Agdam ging es im vierten Spiel der Europa League vor allem darum, den Gruppensieg praktisch fix zu machen. Das ist der Mannschaft von Trainer Xabi Alonso gelungen. Nach dem 1:0 (0:0) in der Hauptstadt Aserbaidschans und mit insgesamt zwölf Punkten bei 12:2 Toren bleiben bestenfalls theoretische Restzweifel, dass die Werkself die belastende Zwischenrunde im Februar überspringen und erst zum Achtelfinale im März wieder in den Wettbewerb eingreifen kann.

Der Tabellenführer der Bundesliga hatte es allerdings nicht leicht in der Stadt am Kaspischen Meer. Im Gegensatz zum Hinspiel, dass die Rheinländer im eigenen Stadion beinahe nach Belieben dominierten und mit 5:1 für sich entschieden, war im zweiten Vergleich viel Geduld gefragt. Qarabag trat gut organisiert und energisch auf, manchmal auch einen Tick zu schroff – wie bei der Gelben Karten von Kevin Medina nach hartem Einsteigen gegen Florian Wirtz (25.). Bis dahin hatten die Zuschauer im Stadion eine gute, aber vom ehemaligen Leverkusener Keeper Andrey Lunev parierte Kopfballchance von Piero Hincapie nach einer Ecke (23.) sowie einen semigefährlichen Abschluss von Yassine Benzia gesehen, der deutlich links am Tor vorbeiging (12.).

Der Bundesligist war spielbestimmend, aber brannte alles andere als ein fußballerisches Feuerwerk ab. Stattdessen war es Juninho, der dem 1:0 näher kam, aber in beiden Fällen zu unplatziert und kraftlos abschloss (38./43.). Bayer blieb ebenso schmuck- wie torlos. Auch in den zweiten 45 Minuten änderte sich vorerst wenig an dem Bild. Die Werkself hatte sichtlich Mühe mit der Spielweise der Gastgeber, die sich durch den Kopfball von Alvin Cafarquliyevs nach einer guten Stunde beinahe belohnt hätten, ehe Boniface die bis dahin beste Chance der Gäste nach Pass von Jonas Hofmann frei vor Lunev vergab (66.).

Die Schlussphase verlief etwas offener, ein Tor wollte aber beiden Seiten vorerst nicht gelingen – auch nicht durch den artistischen Scherenschlag von Boniface, der zwar schön anzusehen war, letztlich jedoch klar am Kasten vorbeiging (86.). Doch weil Maxim Medvedev kurz vor dem Abpfiff ein Handspiel im eigenen Strafraum unterlief und per Videobeweis überführt wurde, konnte sich der Torjäger der Leverkusener doch noch feiern lassen. In der vierten Minute der Nachspielzeit verwandelte er den fälligen Elfmeter sicher.

Julio Romao (M) vom FK Karabach gegen Amine Adli (2.v.l.) von Bayer Leverkusen.

Julio Romao (M) vom FK Karabach gegen Amine Adli (2.v.l.) von Bayer Leverkusen.

Foto: dpa/Aziz Karimov

Weiter geht es für die in dieser Saison noch ungeschlagene Werkself am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Union Berlin (15.30 Uhr), in dem es wieder einen klar beschriebenen Auftrag gibt: Tabellenführung mindestens verteidigen und mit etwas Glück vielleicht sogar ausbauen.

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