Bayer 04 Leverkusen: Dortmunder Erkenntnisse

Bayer 04 Leverkusen: Dortmunder Erkenntnisse

Positiv wie negativ lieferte das 0:3 in Dortmund Aufschlüsse über entscheidende Puzzleteile für Bayers Saison-Endspurt. Problematisch scheint, dass kleine Änderungen im Stande sind, das gesamte Spielsystem ins Wanken zu bringen.

Rudi Völler sprach von zwölf, 13 Minuten nach der Pause, in denen Bayer 04 "einen Blackout" gehabt habe. Um direkt nachzuschieben, es sei ja dennoch nichts passiert. Die Worte des Sportdirektors erinnern an seine Aussagen von Nürnberg. Vor 14 Tagen verlor Bayer zum ersten Mal in dieser Saison. Nun also zum zweiten Mal. Jupp Heynckes sagte, seine junge Mannschaft müsse eben aus solchen Spielen lernen. Und generell lieferte der Auftritt in Dortmund Erkenntnisse über Puzzleteile, die Leverkusens restlichen Saisonverlauf beeinflussen können.

Konstanz über 90 Minuten: In Dortmund spielte Bayer eine fast perfekte erste Hälfte, hatte Großchancen und ließ keine einzige Möglichkeit zu. Die zweiten 45 Minuten waren dann eine Aneinanderreihung individueller Fehler. Auch in Nürnberg spielte Leverkusen nur (die letzten) 30 Minuten das, was es kann. Hinzukommt, dass anders als in der Hinrunde Schwächephasen im eigenen Spiel mittlerweile von Gegnern ausgenutzt werden.

Fehler in der Vorwärtsbewegung wurden Bayer am Samstag in zweierlei Form zum Verhängnis. Zum einen stoppten sie die Möglichkeit zu eigenen Chancen in klaren Überzahlsituationen (Beispiel: Barnettas Fehlpass in Hälfte eins), zum anderen wurden sie umgehend durch Gegentore bestraft — wie nach Renato Augustos Fehlpass vor dem 0:2.

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Renato Augustos Risiko: Der Brasilianer schien gegen Köln und den HSV auf dem Weg zu alter Stärke. Jupp Heynckes sieht ihn bei 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit. Gegen Dortmund offenbarte sich das "Risiko Renato", der sinnlos dribbelte, wenn das Team sich schon in einer unsicheren Phase befand, und im Verbund mit dem schwankenden Michal Kadlec immer wieder Lücken im Defensivverbund entstehen ließ.

Das Problem Helmes: Die zweiten 45 Minuten beim BvB zeigten deutlich, dass Bayers Vorjahrestorschützenkönig Patrick Helmes momentan keine adäquate Alternative zu den gesetzten Stefan Kießling und Eren Derdiyok darstellt. Nicht, weil er der schlechtere Stürmer wäre, sondern weil sein Mitwirken auf dem Platz ein Umdenken im kompletten Bayer-System bedingt. Kießling und Derdiyok sind dank ihrer Kopfballstärke auch hoch anspielbar und integrieren sich als Prell-Stationen in den Kombinationsfluss. Helmes ist ein anderer Typ, der auf den entscheidenden Pass lauert und zudem in der Defensivbewegung Schwächen hat.

Hier geht es zur Infostrecke: Dortmund - Leverkusen: Einzelkritik

(RP)