Sturz auf Platz sechs Die Länderspielpause kommt Bayer 04 gelegen

Leverkusen · Die Werkself hat nur zwei Punkte aus den vergangenen vier Ligaspielen gesammelt und ist in der Tabelle auf den sechsten Platz gestürzt. Bayer Leverkusens Trainer Gerardo Seoane hofft, dass einige zuletzt angeschlagene Profis alsbald zurückkehren.

 Bayers Cheftrainer Gerardo Seoane (r.) und Torwarttrainer David Thiel bei der Mannschaftsansprache.

Bayers Cheftrainer Gerardo Seoane (r.) und Torwarttrainer David Thiel bei der Mannschaftsansprache.

Foto: dpa/Marius Becker

Es gibt mehrere Arten von Unentschieden. Das 1:1 der Werkself zum Ligastart bei Union Berlin war ein leistungsgerechtes, das 2:2 vor wenigen Wochen im Derby beim 1. FC Köln eine gefühlte Niederlage. Das 1:1 bei Hertha BSC am Sonntag hingegen war angesichts des Spielverlaufs ohne Zweifel ein Punktgewinn für die Leverkusener. Die hatten die Reise in die Hauptstadt mit einem Rumpfkader antreten müssen, brachten in der Schlussphase der Partie mit Iker Bravo und Zidan Sertdemir zwei 16-jährige von der Bank und konnten sich am Ende bei Robert Andrich bedanken, dass er in der Schlussminute zum Ausgleich traf. Die nun anstehende Länderspielpause kommt den Beteiligten nun mehr als gelegen.

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Es ist die bereits dritte Unterbrechung in dieser Saison, in der sich die Profis der Bundesligisten mit ihren Nationalmannschaften auf Reisen begeben. In die erste Abstellungsphase Ende August/Anfang September hatten sich die Leverkusener auf den zweiten Platz hinter Wolfsburg verabschiedet (drei Spiele, sieben Punkte). Auch vor der zweiten Länderspielpause sah es tabellarisch ziemlich gut aus für den Werksklub: Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane lag punktgleich mit den Bayern auf dem zweiten Rang (sieben Spiele, 16 Punkte).

Vier weitere Liga-Spiele haben die Leverkusener seither absolviert, und die Bilanz ist trotz des umjubelten Last-Minute-Treffers bei der Hertha dürftig. Nach zwei Niederlagen und zwei Remis ist Bayer inzwischen vom zweiten auf den sechsten Platz abgerutscht und hat bei nun 18 Punkten bereits zehn Zähler Rückstand auf den Liga-Primus aus München. Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit hatten die Leverkusener zum selben Zeitpunkt sieben Punkte mehr auf dem Konto und führten die Liga mit 25 Zählern knapp vor dem FCB an. Nun muss sich der Werksklub zunächst hinten anstellen.

„Ich hoffe, dass in den nächsten zwei Wochen der ein oder andere Spieler zurückkommt“, sagte Seoane noch am Sonntagabend. In Timothy Fosu-Mensah, Julian Baumgartlinger, Charles Aránguiz, Karim Bellarabi, Mitchel Bakker, Patrik Schick, Lucas Alario und Florian Wirtz fehlten dem Schweizer Trainer in Berlin gleich acht etablierte Kräfte verletzungsbedingt. Angesichts des stark dezimierten Kaders konnte sich der 43-Jährige daher auch mit dem Ergebnis anfreunden. Sein Team habe zwar „wenig Struktur“ auf dem Rasen gezeigt, aber „mit Herz gekämpft“. Torschütze Andrich hofft derweil, dass Bayer seine Kräfte bis Jahresende noch einmal bündeln kann und einige der zuletzt angeschlagenen Spieler zurückkehren, „dass wir wieder ein bisschen mehr Breite im Kader haben.“

Weiter geht’s für den Werksklub mit einem Heimspiel. Am Samstag, 20. November, 15.30 Uhr, gastiert der Aufsteiger VfL Bochum in der BayArena. Bis Jahresende bekommen es die Leverkusener darüber hinaus noch mit Leipzig, Fürth, Frankfurt, Hoffenheim und Freiburg zu tun. Will Bayer seine Saisonziele erreichen, müssen Siege her.