Die Bilanz von Bayer 04 Leverkusen nach einer Woche in den Alpen

Fazit nach einer Woche Österreich: Drei Erkenntnisse aus dem Trainingslager

Kaum ist die Werkself wieder daheim, hat sich der Wunsch von Trainer Heiko Herrlich nach einem neuen Stürmer wohl schon erfüllt: Der Schwede Isaac Kiese Thelin war zum Medizincheck in Leverkusen.

Nach einer Woche im Trainingslager im Salzburger Land ist die Werkself am Sonntagabend nach Leverkusen zurückgekehrt. Trainer Heiko Herrlich hat seinen Profis bis Mittwochnachmittag frei gegeben, um sich von den kräftezehrenden Einheiten in Österreich zu erholen. Er zog ein positives Fazit und sagte: „Wir haben im athletischen und taktischen Bereich gut gearbeitet. Die Spieler haben volle Motivation und vollen Willen gezeigt, mitzuarbeiten – bei sehr heißen Temperaturen.“ Wie weit die Mannschaft tatsächlich schon ist, werden die Generalprobe am Samstag in Valencia (21.30 Uhr) sowie das Pokalspiel beim 1. CfR Pforzheim (18. August/15.30 Uhr) zeigen.

Die Eindrücke aus dem Trainingslager lassen zumindest auf einen besseren Start als in der vergangenen Saison hoffen.

Stürmer gefunden Oft hatte Herrlich in den vergangenen Tagen betont, dass er sich noch eine weitere kopfballstarke Option für den Angriff wünscht. Nach dem langfristigen Ausfall von Pohjanpalo hatte der 46-jährige Coach nur Lucas Alario als klassischen Mittelstürmer im Aufgebot. Der schwedische WM-Fahrer Isaac Kiese Thelin soll diese Lücke im Kader nun schließen. Wie bekannt wurde, weilte der 26-Jährige bereits gestern zum Medizincheck in Leverkusen. Mit seinem Klub ist dem Vernehmen nach ein Leihgeschäft vereinbart, das nach einer Saison eine Kaufoption für rund sechs Millionen Euro beinhalten soll. Die Gerüchte um einen Wechsel an den Rhein brodelten bereits seit einigen Tagen.

Stimmung Vor rund einem Jahr war die Mannschaft von Bayer 04 nach der verkorksten Saison 2016/17 völlig verunsichert ins Trainingslager gereist. Passend dazu regnete es die ersten Tage in den Alpen durch. In diesem Jahr hingegen strahlte fast ausnahmslos die Sonne – und mit ihr die Werkself. Nach der geglückten Rückkehr auf die internationale Bühne hat sich das Team gefunden und sei, wie Kapitän Lars Bender es ausdrückt, „ein verschworener Haufen“. Das zeigte sich nicht nur bei den Trainingseinheiten, sondern auch außerhalb des Platzes. Gute Stimmung in der Vorbereitung ist zwar keine Garantie für eine erfolgreiche Saison, schaden kann das aber sicher nicht. Dass der Werksklub in sechs Testspielen fünf Siege landete und ungeschlagen blieb, sollte zusätzlich Auftrieb geben.

Verletztenliste Auch wenn atmosphärisch alles in Ordnung ist, gibt es dennoch einige Baustellen im Kader. Während Karim Bellarabi nach seinem Hitzekollaps im Test beim Wuppertaler SV in Österreich zurück ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, entwickelt sich Verteidiger-Talent Panagiotis Retsos immer mehr zum „Unglücksraben“ (Herrlich). Der griechische Nationalspieler erlitt im Trainingslager einen Sehnen-Teilriss im Oberschenkel. Nur wenige Wochen zuvor hatte er sich bei der Radtour von Bayer 04 die Hand gebrochen. Er fällt noch fünf bis sechs Wochen aus. Wann Torwart Lukas Hradecky (Kiefer-OP) sein Debüt im Bayer-Trikot feiern kann, ist ebenfalls noch nicht abzusehen. Charles Aránguiz konnte aufgrund von Knie- und Achillessehnenproblemen zudem noch kein Testspiel absolvieren, Joel Pohjanpalo verpasst wegen Durchblutungsstörungen im rechten Sprungbein wohl die gesamte Hinrunde.