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DFB-Pokal 19/20: Bayer Leverkusen dreht Rückstand gegen Union Berlin und steht im Pokal-Halbfinale

3:1 gegen Union : Bayer dreht Rückstand und steht im Pokal-Halbfinale

Die Werkself besiegt Union Berlin mit 3:1 und zieht in die Runde der letzten vier Mannschaften ein. Ein Fan muss während der ersten Halbzeit im Stadion reanimiert werden, ehe er ins Krankenhaus gebracht wird.

Als sich nach etwa 15 Minuten bedrückende Stille über die BayArena legte, war klar, dass der Fußball nur noch Nebensache war. Während sich Bayer Leverkusen und Union Berlin ein Duell um das Halbfinale des DFB-Pokals lieferten, machte ein medizinischer Notfall auf der Haupttribüne (Block F1) die Partie für eine knappe halbe Stunde zu einem Geisterspiel. Fans beider Lager verzichteten aus Respekt vor der Situation auf Gesänge, die Kommandos der Spieler und Trainer waren bis unter das Stadiondach hörbar. Bis zur Halbzeit war die Lage entschärft und der betroffene Fan nach erfolgreicher Reanimation im Stadion mit den besten Genesungswünschen der Zuschauer auf dem Weg ins Krankenhaus.

Kurz vor der Halbzeit brandete aber doch noch Jubel auf – zumindest im Gästeblock. Marcus Ingvartsen hatte den Außenseiter aus der Hauptstadt in einer bis dahin zähen Partie per Kopfball nach Flanke von Marius Bülter in Führung gebracht (39.). Bayer wirkte bis dahin uninspiriert, fahrig und einem Pokalviertelfinale schlichtweg nicht angemessen. Berlin verteidigte konzentriert und glänzte durch Effizienz.

Die zweiten 45 Minuten standen also wieder im Zeichen des Fußballs – und es ist davon auszugehen, dass Bayers Trainer Peter Bosz sehr deutlich in der Kabine wurde. Die Fans beider Lager jedenfalls wurden es und lieferten sich einen Wettbewerb, wer den Deutschen Fußball-Bund mit mehr Dezibel beschimpfen konnte. Die Gastgeber waren jetzt am Drücker, dabei aber vorerst nicht zwingend genug.

Der Platzverweis gegen Christopher Lenz (71.) schürte im Leverkusener Lager die Hoffnung auf eine Wende in Überzahl – und tatsächlich: Der gerade erst eingewechselte Karim Bellarabi erzielte mit seinem ersten Ballkontakt nach einem Sololauf aus spitzem Winkel über den Innenpfosten das 1:1 (72.). Bayer schaltete in den Powerplay-Modus, musste aber trotz diverser Großchancen bis in die Schlussphase zittern. Charles Aránguiz bewahrte die Werkself schließlich mit einem Kopfballtor nach Ecke von Kerem Demirbay vor der Verlängerung (86.), Moussa Diaby beseitigte nach einem Konter alle Restzweifel (90.+1).