Bayer Leverkusen: Das machen die Europapokal-Helden heute

Bayer Leverkusen: Das machen die Europapokal-Helden heute

Amateurfußball, Parkett-Großhandel, Grundschule – die Spieler von Bayer 04, die 1988 im Uefa-Pokal triumphierten, hat es in viele Bereiche verschlagen. Unsere Zeitung wirft ein Schlaglicht darauf, was aus dem Team von einst geworden ist.

Amateurfußball, Parkett-Großhandel, Grundschule — die Spieler von Bayer 04, die 1988 im Uefa-Pokal triumphierten, hat es in viele Bereiche verschlagen. Unsere Zeitung wirft ein Schlaglicht darauf, was aus dem Team von einst geworden ist.

Aufhören, wenn es am Schönsten ist — das Motto, das sich nun Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bei seinem angekündigten Abschied zueigen macht, galt vor 25 Jahren für Erich Ribbeck. Nachdem er Bayer 04 zwar nicht aus dem Mittelmaß der Liga, aber an die europäische Spitze geführt, bei HSV, Opel, Bayern München und erneut in Leverkusen (1995/96) angeheuert und in einer mehr als mäßigen Amtszeit als Bundestrainer die Missstände in Fußballdeutschland aufgezeigt hatte, setzte er zur Ruhe auf Teneriffa, geht Golfen, fährt in Skiurlaub und hält sich auf dem Crosstrainer fit.

"Miraculix", "Wunderheiler" und "Druide" Dieter Trzolek machte nach dem Gastspiel beim 1. FC Köln Schluss mit Fußball, ist nun Chefphysiotherapeut am Institut für Leistungsoptimierung in Management und Sport in Burscheid. Stürmer Bum-kun Cha brachte es nach Uefa-Cup-Siegen mit Frankfurt und Bayer zu Asiens Fußballer des 20. Jahrhunderts, war als Trainer in Südkorea (1997/98 als Nationalteam) und China aktiv.

Florian Hinterberger bekleidet seit zwei Jahren den Posten des Sportdirektors bei Zweitligist 1860 München, Christian Hausmann mühte sich durch den Amateurfußball, erlebte unter anderem Anfang 2010 beim VfL Witzhelden eine Trennung mit wenig schönen Nebengeräuschen. Der Brasilianer Tita widmet sich dem mexikanischen Fußballgeschehen, Falko Götz heuerte vor gut zwei Wochen im Erzgebirge an: als Trainer von Zweitligist Aue. Herbert Waas hingegen soll zunächst in Versicherungen gemacht und das Golfspielen für sich entdeckt haben.

Hansi Blum ist der Einzige, der heute den gleichen Job wie damals macht: Er ist Bayers Betreuer. Co-Trainer Gerd Kentschke zog es nach seinem Abgang aus Leverkusen nach Wermelskirchen. Dort wohnt er, und von dort aus betreute er TuRU und SV Wermelskirchen sowie (bis 2010) den FC Remscheid. Inzwischen begnügt er sich mit dem Traineramt bei den Bayer-Oldies. Aus dem Torwart Bernd Dreher ist der Torwarttrainer Bernd Dreher geworden, der zuletzt in Diensten des FC Schalke stand. Auch Klaus Täuber war zwischenzeitlich bei Schalke (den Amateuren) als Trainer tätig. Bis vor zwei Jahren coachte er Westfalia Herne, er wohnt inzwischen in Dorsten.

Nachdem Ralf Falkenmayer seine aktive Karriere beendet hatte, machte der Schwimmmeistergehilfe eine Ausbildung zum Automobilkaufmann und heuerte in einem Großhandel für Parkett und Laminat an. Auch Erich Seckler war als Trainer im Amateurfußball tätig, etwa bis 2010 beim SSV Berghausen. Dagegen "trainiert" Knut Reinhardt heute Schulkinder: An einer Grundschule in Dortmund unterrichtet er Sport und Mathematik. Wolfgang Rolff gibt seit 2004 den Co-Trainer bei Werder Bremen. Derweil stehen Andrzej Buncol, (Trainerteam U 17), Rüdiger Vollborn (Fanbeauftragter) und Thomas Hörster (Scouting) in Diensten von Bayer 04. Markus Feinbier warf derweil vor gut zwei Wochen als Trainer beim Bezirksligisten BV Burscheid das Handtuch.

(RP/rl)
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