Champions League: Für Bayer 04 Leverkusen geht es nur noch um das Minimalziel

„Müssen es realistisch sehen“ : Für Bayer geht es nur noch um das Minimalziel

Vom Achtelfinale der Königsklasse kann nach dem 0:1 bei Atlético Madrid keine Rede mehr sein. Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen nehmen Platz drei in der Gruppe und den Einzug in die Europa League ins Visier.

Fernando Carro ist seit dem Sommer 2018 Geschäftsführer von Bayer Leverkusen. Seitdem hat es der gebürtige Spanier vorgezogen, zu sportlichen Themen zu schweigen. Nach dem 0:1 bei Atlético Madrid machte er eine Ausnahme: „So lange rechnerisch noch etwas möglich ist, kämpfen wir“, konterte der 55-Jährige die Frage, ob die K.o.-Runde noch ein Thema ist. Immerhin seien noch neun Punkte zu vergeben. Aber auch er weiß freilich, dass die Lage in Gruppe D der Champions League für die Werkself nahezu aussichtslos ist. „Die Wahrscheinlichkeit ist extrem gesunken“, betont Carro.

Mit null Punkten und 1:6 Toren ist das Team von Trainer Peter Bosz Letzter in der Gruppe. Juventus Turin und Atlético Madrid sind mit sieben Punkten auf und davon gezogen, dahinter liegt Lokomotive Moskau, das am ersten Spieltag überraschend in Leverkusen gewonnen hat. „Diese Punkte fehlen uns“, konstatiert Carro. Nach drei Partien mit leeren Händen dazustehen, habe er so nicht erwartet.

Das 0:1 in Madrid fasst er mit einem Wort zusammen, das er gleich mehrfach wiederholt: ärgerlich. Alvaro Morata köpfte sein Team in der 78. Minute zum Sieg. Davor und danach war Bayer zwar kämpferisch ebenbürtig und defensiv stabil, offensiv aber viel zu harmlos. „Ein Punkt wäre wichtig gewesen. Wir haben kompakt und diszipliniert gespielt“, sagte der Geschäftsführer des Bundesligisten. Im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor sei es allerdings zu wenig gewesen. Carro Empfehlung: „Kopf hoch, nach vorne gucken und um Platz drei kämpfen. Wir haben eine Mannschaft, die nicht schlechter ist als Atlético Madrid. Wir sind auf Augenhöhe und waren nah dran, einen Punkt mitzunehmen.“

Sportgeschäftsführer Rudi Völler schätzt die Lage ähnlich ein, empfindet etwaige hochtheoretische Rechenspiele, die Leverkusen noch auf Platz zwei und damit ins Achtelfinale führen könnten, als unrealistisch. „Wir müssen es jetzt realistisch sehen und schauen, dass wir noch Dritter in der Gruppe werden. Nach drei Niederlagen ist die Situation klar. Wir wollen auch im nächsten Jahr noch international dabei sein.“

Der momentan einzig denkbare Weg zu diesem Ziel ist, dass sich Leverkusen irgendwie in die Europa League rettet. Dafür wäre mit Blick auf den direkten Vergleich allerdings mindestens ein 2:0-Sieg in Moskau nötig – und im Idealfall noch Punkte aus den Heimspielen gegen Madrid und Turin. Für Atléticos Effizienz hat Völler lobende Worte übrig und fasst gleichzeitig die bisherige Champions-League-Saison des Werksklubs mit einer einfachen Formel zusammen: „Sie machen aus wenig viel und wir machen aus wenig nichts.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Atletico Madrid - Bayer Leverkusen: die Werkself in der Einzelkritik

(dora)