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Bundesliga: Bayer Leverkusen gewinnt 1:0 bei Borussia Mönchengladbach

Gladbach - Leverkusen 0:1 : Schicks Abstauber bringt Bayer den Sieg in Gladbach

Die gute Nachricht für Bayer Leverkusen: Zum ersten Mal seit 15 Spielen steht nach dem Schlusspfiff hinten die Null. Die bessere Nachricht: Das späte Tor von Patrik Schick reicht für drei Punkte gegen Borussia Mönchengladbach.

Gemessen an der Rückrundentabelle war das Gastspiel von Bayer Leverkusen in Mönchengladbach ein Abstiegskrimi. Als 14. reiste die Werkself zum 15. der zweiten Saisonhälfte. Auf beiden Seiten sind die Ansprüche deutlich höher. Die West-Klubs wollen auch im kommenden Jahr international spielen, idealerweise in der Champions League. Für die Werkself ist der Weg zurück nach oben nach dem 1:0-Sieg beim rheinischen Dauerrivalen nun ein bisschen kürzer geworden.

Im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg am vergangenen Wochenende veränderte Bayers Trainer Peter Bosz seine Startelf auf vier Positionen. Für Timothy Fosu-Mensah (Kreuzbandriss), Florian Wirtz (Coronavirus), Leon Bailey (Gelbsperre) und Lucas Alario begannen Jeremie Frimpong, Kerem Demirbay, Moussa Diaby sowie Patrik Schick.

Leverkusen begann nicht wie eine von Verletzungs- und Ergebniskrise geplagte Mannschaft. Die Anfangsminuten gehörten den Gästen. Glasklare Torchancen sprangen dabei zwar nicht heraus, aber dafür zwei Eckbälle und viele vielversprechende Ansätze, die bis in den Gladbacher Strafraum führten. Allein es fehlte das letzte Bisschen, um früh in Führung zu gehen.

Die Borussia ging nach etwas mehr als zehn Minuten aggressiver zur Sache und störte Leverkusens bis dahin gepflegten Spielaufbau früh. Ein leicht verzogener Versuch aus der zweiten Reihe von Florian Neuhaus dient als Beleg für den aufkeimenden Vorwärtsdrang des Teams von Trainer Marco Rose (14.). Den ersten „echten“ Torschuss verbuchte aber die Werkself: Diaby versuchte es im Strafraum von rechts, doch der Schuss stellte Torwart Yann Sommer vor keine ernsthaften Probleme (17.). Gleiches galt auf der Gegenseite für Alassane Pléas Abschluss, den Lennart Grill sicher festhielt (21.).

Richtig ernst wurde es für Bayers Schlussmann kurz danach, denn der Schuss aus etwa 13 Metern von Hannes Wolf wäre wohl richtig gefährlich geworden, doch Edmond Tapsoba fälschte den Ball gerade noch so zur Ecke ab (24.). So ging es recht munter hin und her auf dem Gladbacher Rasen – nicht so spektakulär wie im Hinspiel, das mit einem 4:3 für die Werkself endete, aber auch ohne die für einen Krisengipfel typische Verkrampfung.

Diaby scheiterte nach schönem Konter über Demarai Gray und Schick erneut an Sommer, der Glück hatte, dass der eilig herannahende Schick den Abpraller nicht verarbeiten konnte (33.). Mittelschwere Aufregung auf der Gladbacher Bank verursachte Wendells gewagter Bodycheck gegen Valentino Lazaro im eigenen Strafraum, der aber von Schiedsrichter Daniel Siebert nicht für elfmeterwürdig befunden wurde (34.). So ging es torlos in die Kabinen.

Die zweiten 45 Minuten begannen eher gemächlich. Beiden Teams war anzumerken, dass sie keine entscheidenen Fehler machen wollten. Gladbach kam nach einer verunglückten Grätsche von Edmond Tapsoba über rechts und Wolf zur nächsten guten Chance, doch Jonathan Tah fälschte den potenziell gefährlichen Schuss ans Außennetz ab (54.). Nach einem fehlgeschlagenen Fallrückzieherversuch von Lazaro ertönte Sieberts Pfeife, weil Frimpong den just danach ballerobernden Marcus Thuram im eigenen Sechzehnmeterraum foulte. Doch der Videobeweis und die Abseitsposition von Thuram im Vorfeld verhinderten den Strafstoß – Glück für Bayer (58.).

Die Gastgeber übernahmen zunehmend das Kommando und fanden immer wieder den Weg in den Leverkusener Strafraum. Doch Bayer war keineswegs abgemeldet. Eine ebenso schnelle wie schöne Kollaboration von Diaby und Nadiem Amiri führte zum ersten ernstzunehmenden Abschluss der zweiten Halbzeit für die Gäste, aber Amiris Schlenzer flog über den linken Torwinkel hinweg (68.).

Knapp zehn Minuten später ereignete sich die spielentscheidende Szene: Jonathan Tah leitete nach einer starken Balleroberung im Mittelfeld gegen Wolf schnell auf Amiri weiter, der gutes Auge für Diaby bewies, der frei auf das Tor zulaufend an Sommers starkem Reflex scheiterte. Aber dann war da noch Schick, der im Nachsetzen überlegt mit dem Außenrist flach ins linke Eck abstaubte (76.).

Leverkusen stoppt vorerst die jüngste Talfahrt und gewinnt wichtige Punkte im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft – auch, weil Matthias Ginter kurz vor dem Abpfiff eine Großchance auf den Ausgleich vergibt. Weiter geht es für Bosz und sein Team am kommenden Sonntag gegen Arminia Bielefeld (13.30 Uhr)

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