Bundesliga: Bayer 04 Leverkusen spielt 0:0 beim SC Freiburg

Freiburg - Bayer 04 0:0: Freiburg und Leverkusen trennen sich torlos

Mit einem hitzigen 0:0 endet die Partie im Schwarzwald, die Bayer 04 über weite Strecken dominiert, ohne jedoch zwingend zu sein.

Sehr groß war der Respekt im Lager der Werkself vor der Abreise nach Freiburg. Nationalspieler Julian Brandt sprach von einer der schwersten Partien des Jahres, Trainer Heiko Herrlich betonte die Leidenschaft der Breisgauer. Ein "absolutes Spitzenspiel" sei die Begegnung im Schwarzwald. Immerhin sei Freiburg seit inzwischen acht Partien unbesiegt. Nun sind es neun, denn Tore gab es keine zu sehen — 0:0.

Heiko Herrlich kündigte vor der Partie im Breisgau Rotation an. Dabei dürfte das Viertelfinale des DFB-Pokals am kommenden Dienstag gegen Werder Bremen (20.45 Uhr) eine wesentliche Rolle gespielt haben. Für Julian Baumgartlinger (grippaler Infekt) und die geschonten Lars Bender, Julian Brandt und Kevin Volland standen Benjamin Henrichs, Dominik Kohr, Kai Havertz und Karim Bellarabi in der Startelf. Herzlich war der Empfang Herrlich. "Willkommen in der Heimat" begrüßte der Stadionsprecher den Leverkusener Gästetrainer, der einst als junger Spieler vom SC Freiburg zu Bayer Leverkusen wechselte, wo seine Profikarriere dann Fahrt aufnahm.

Ein Freistoß von Leon Bailey eröffnete das sportliche Geschehen auf dem Rasen. Doch sein Versuch aus über 25 Metern ging Richtung Stadiondach (2.). Christian Günter hatte zuvor Kai Havertz mit einem Foul gestoppt und die Gelbe Karte gesehen. Auf der Gegenseite musste Bernd Leno Schlimmeres verhindern. Erst parierte Bayers Nummer eins gegen Nils Petersen aus Spitzem Winkel — und dann den Nachschuss von Janik Haberer (5.). Nur zwei Minuten später war es Lucas Alario, der eine Flanke von Bellarabi per Kopfball an den Innenpfosten setzte (8.).

Es war also von Anfang an ordentlich Musik in der Partie, die Leverkusen nach der turbulenten Anfangsphase zunehmend dominierte. Freiburg hatte zunächst sichtlich Mühe, weitere Entlastungsangriffe zu starten, doch das gab nach kurzer Besinnung: Als nach einer Petersen-Steilpasskopfballvorlage plötzlich Tim Kleindienst frei vor Leno auftauchte, hatten viele Zuschauer im Schwarzwald-Stadion bereits den Torschrei auf ihren Lippen, doch Bayers Schlussmann parierte per Fußabwehr (18.). Günters wuchtiger Versuch aus der zweiten Reihe zischte nur knapp am Tor der Werkself vorbei (20.).

Und Leverkusen? Der Tabellenzweite kam zu selten zu sinnvollem Spielaufbau. Spätestens am Sechzehnmeterraum der Breisgauer war vorerst Schluss mit den Angriffsbemühungen. So gab es zwischendurch viel Mittelfeldgeplänkel zu sehen. Die Halbchance von Alario, dessen Schuss nach flacher Hereingabe geblockt wurde, sorgte kaum für Panik in den Reihen der exzellent eingestellten Mannschaft von Trainer Christian Streich (26.). Bailey drosch den Ball fünf Minuten später im Vollsprint aus halblinker Position im Strafraum klar am Tor vorbei, was die Fans der Gastgeber lautstark bejubelten (31.). Auch ein Kopfball des Jamaikaners fand nicht den Weg in Alexander Schwolows Tor (33.).

Bayer 04 war nun zwar wieder etwas besser in der Partie, machte aber zu wenig aus seinen Möglichkeiten. So blieb es bis zum Pausenpfiff bei einem torlosen Remis. Zuvor gab es noch kleinere Tumulte an der Seitenlinie, weil Kleindienst direkt vor den Trainerbänken Wendell rüde foulte und Gelb sah (45.). Die Entscheidung von Schiedsrichter Robert Kampka wurde — vorsichtig formuliert — je nach Vereinsfarbe sehr unterschiedlich aufgenommen.

Freiburg kam mit viel Schwung aus der Kabine und vergab eine Doppel- bis Dreifachchance: Petersens Schuss wurde geblockt, der einköpfbereite Lucas Höler erwischte den Ball nach scharfer Hereingabe von Amir Abrashi in Rücklage nicht richtig — und Haberers Schuss aus etwa zwölf Metern konnte Jonathan Tah abwehren (50). Leverkusen antwortete durch Bailey, Henrichs, Kohr und Bellarabi aus der Distanz (57./59/61.64.). Von Freiburg kam Mitte der zweiten Halbzeit indes nicht mehr allzu viel. Petersen versuchte es aus knapp 17 Metern — vergeblich (72.), seinen abgefälschten Schuss parierte Leno (78.).

In der Schlussphase nahm das Spiel dann wieder mehr Tempo auf, doch auch der inzwischen eingewechselte Volland verpasste eine Flanke vom ebenfalls eingewechselten Brandt knapp (83.). Es blieb aber bei diesem kurzen Aufflackern von Torgefahr. Stattdessen gab es kurz vor dem Abpfiff wieder Aufregung um zwei Schiedsrichterentscheidungen. Begleitet von "Schieber!"-Rufen gab es noch zwei Gelbe Karten gegen Freiburgs Florian Kath und Höfler.

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