0:4-Niederlage Bayer 04 dient den Bayern als Aufbaugegner

München · Der Rekordmeister aus München schlägt Bayer 04 souverän mit 4:0 und atmet auf. Der Werksklub aus Leverkusen enttäuscht hingegen einmal mehr auf ganzer Linie und steckt im Tabellenkeller fest.

Bundesliga: FC Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen - die Bilder des Spiels
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FC Bayern - Bayer 04: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa/Sven Hoppe

Im Vorfeld der Partie beim FC Bayern war in Leverkusen viel von Leidenschaft die Rede, vom absoluten Willen, dagegenzuhalten, mutig zu sein, dem zuletzt wackeligen Rekordmeister Paroli zu bieten. Doch spätestens als es nach 17 Minuten 0:2 aus Sicht der Werkself stand, war klar, dass die Gäste aus dem Rheinland ihren Worten keine Taten folgen lassen würden – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Am Ende musste die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane froh sein, nur mit einem halbwegs erträglichen 0:4 (0:3) im Gepäck die Heimfahrt anzutreten.

Deutlich wurden auch die Fans in München, die sich mit einem mehrteiligen Spruchband gegen Uli Hoeneß wendeten. Der ehemalige Manager und aktuelle Ehrenpräsident des FCB hatte zuletzt mit einem wütenden Anruf beim Fußball-Talk „Doppelpass“ (Sport1) für Aufsehen gesorgt, in dem er den WM-Gastgeber – und Bayern-Sponsor – Katar vor allzu harscher Kritik in Schutz nehmen wollte. „Staatsbesuche, Trainingslager, tausende Tote für WM-Jubel, besser geht es nur dem eigenen Gewissen, Uli H.!“, war nun als Antwort darauf in der Südkurve zu lesen. Hoeneß hatte unter anderem behauptet, dass die WM den Arbeitern in Katar letztlich helfen würde.

Die sportliche Geschichte der Eröffnung des 8. Spieltags der Bundesliga ist schnell erzählt. Sowohl Seoane als auch sein Pendant Julian Nagelsmann standen vor der Partie unter Erfolgsdruck, wobei die Situation für die im Tabellenkeller feststeckenden Leverkusener freilich deutlich dramatischer ist. Der angezählte Trainer der Werkself sah nach nicht einmal drei Minuten, wie sich Jamal Musiala über die rechte Seite gegen Mitchel Bakker durchsetzte und ebenso flach wie präzise in den Strafraum spielte, wo Leroy Sané lauerte. Der schloss postwendend ab und mit etwas Glück landete der Ball im Netz. Odilon Kossounou hatte den Schuss des Nationalspielers tückisch abgefälscht.

Bundesliga 22/23: FC Bayern gegen Bayer 04 - die Werkself in der Einzelkritik​
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FC Bayern - Bayer 04: die Werkself in der Einzelkritik

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Auch beim 0:2 touchierte in Jonathan Tah ein Bayer-Profi noch den Ball, ehe er im Tor einschlug. Diesmal war es Musiala, der nach einem Doppelpass mit Thomas Müller rechts im Strafraum sein Glück versuchte und den Ball im kurzen Eck unterbrachte (17.). Leverkusens Kapitän und Nummer eins Lukas Hradecky hatte zwar die Hand dran, konnte den durchaus haltbaren Treffer aber nicht verhindern. Dass es aus Sicht der Gäste mit einem 0:3 in die Halbzeit ging, war einem relativ simplen, aber effektiven Spielzug zu verdanken, an dessen Ende Sadio Mané stand. Der Sommerzugang konnte vergleichsweise unbedrängt an der Strafraumgrenze der Gäste abschließen (39.). Kurios: Diesmal fälschte Robert Andrich den Schuss noch ab.

Es nur bei den Toren zu belassen, wäre aber zu kurz gesprungen, denn die Bayern hatten noch einige weitere Gelegenheiten, den Spielstand in die Höhe zu schrauben. Bayer hingegen verschaffte sich nur durch Moussa Diaby aus rund 18 Metern (34.) und Andrich aus der Distanz (38.) zumindest etwas Entlastung. Das war zu wenig, um die Bayern ernsthaft in die Bredouille zu bringen.

Im zweiten Durchgang startete die Werkself etwas agiler, gute Gelegenheiten hatten aber vorerst nur die Gastgeber – etwa durch den von Hradecky stark parierten Schuss von Mané (55.). Der Rest der Partie lässt sich mit Schadensbegrenzung auf der einen und Ergebnisverwaltung auf der anderen Seite adäquat zusammenfassen. Der eingewechselte Amine Adli hatte zwar den Anschluss auf dem Fuß, aber Manuel Neuer parierte die beste Chance der Gäste gerade noch mit dem Fuß (64.) Stattdessen markierte Müller in der Schlussphase den Endstand (84.).

So dürfte die Trainerdiskussion unter dem Bayer-Kreuz wieder auflodern, nachdem sie gerade erst beendet zu sein schien. Zu dilettantisch war das Abwehrverhalten – und dabei auch noch erstaunlich körperlos. Schiedsrichter Tobias Stieler konnte die Gelbe Karte in einer insgesamt verheerenden ersten Halbzeit für die Rheinländer stecken lassen. In München hingegen kehrt nun wieder Ruhe ein. Nagelsmann kann sein Team ohne Nebengeräusche auf das dritte Gruppenspiel der Champions League vorbereiten – ganz im Gegensatz zu Seoane. München empfängt am Dienstag Viktoria Pilsen (18.45 Uhr), Leverkusen tritt beim FC Porto an (21 Uhr).

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