Bundesliga 19/20: Leverkusens Serie gegen Augsburg hält

Souveräner 3:0-Sieg : Leverkusens Serie gegen Augsburg hält

Es bleibt dabei: Gegen die Werkself kann die Mannschaft aus dem Südwesten Bayerns nicht gewinnen. Nach dem 3:0-Sieg steht Bayer 04 mit 13 Punkten in der Tabelle sehr gut da.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus: Bayer 04 Leverkusen spielt am Dienstag in der Champions League in Turin gegen Juventus, am Samstag folgt das Kräftemessen mit RB Leipzig. Daher hatte vor der Partie beim vergleichsweise unspektakulären Gegner FC Augsburg eine immer gültige Fußballphrase Hochkonjunktur bei der Werkself: Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Das bestätigte sich indes nur bedingt. Leverkusen bleibt nach dem 3:0 (1:0) in der Südwesten Bayerns die einzige Mannschaft, gegen die Augsburg in der Bundesliga noch nie gewonnen hat - nach nun 17 Versuchen.

Bayers Trainer Peter Bosz gönnte zum Start der herausfordernden Englischen Woche Lars Bender eine Pause. Statt des Kapitäns stand Mitchell Weiser in der Startelf. Auch Wendell konnte verschnaufen. So kam der im Sommer von Ajax Amsterdam an den Rhein gewechselte Niederländer Daley Sinkgraven zu seinem Pflichtspieldebüt für Leverkusen. Nationalspieler Jonathan Tah saß ebenfalls auf der Bank, aber auf die Dienste von Dauerläufer Sven Bender, der bislang keine Spielminute verpasste, wollte der Niederländer nicht verzichten.

Er schickte seine Mannschaft mit einer offensiven Ausrichtung im 3-4-3 in das Duell mit den Fuggerstädtern. Trotzdem hatte die Anfangsphase bis auf missratene Abschlüsse von Florian Niederlechner (5.) und auf der anderen Seite Kevin Volland (6.) sowie Nadiem Amiri (20.) nicht viel zu bieten. Bayer hatte erwartungsgemäß mehr Ballbesitz, Augsburg störte jedoch aus einer guten Grundordnung heraus früh, um Abspielfehler oder lange Bälle zu provozieren. Beide Ansätze brachten zunächst nicht den jeweils gewünschten Erfolg.

Stattdessen gab es ob der teils rustikalen Zweikampfführung der Gastgeber einige Unterbrechungen im ohnehin nicht besonders fluiden Spielfluss. Das Augsburger Publikum war nicht mit jedem Pfiff von Schiedsrichter Robert Kampka einverstanden – oder besser gesagt: mit gar keinem. Aber das gehört seit jeher zur Fußballfolklore. Bayer kam dennoch zunehmend besser in die Partie, drängte den FCA zurück und näherte sich dem Strafraum.

Der erste Torschütze des sonnigen Nachmittags im Südwesten Bayerns trug zwar das weiß-grüne Trikot, doch die Führung feierten die schwarz-rot gekleideten Leverkusener. Amiri flankte von rechts in den Strafraum, Niederlechner wollte klärend eingreifen, rauschte mit dem Kopf in den Ball, beförderte ihn aber ins eigene Netz (35.).

Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt kam mit Schwung und dem sichtbaren Willen aus der Kabine, schnellstmöglich den Ausgleich zu erzielen, spielte aber meist zu ungenau, um ernsthafte Gefahr zu erzeugen. Auf der anderen Seite schoss Volland nach Hereingabe von Weiser nur an das linke Außennetz (51.) und Kai Havertz scheiterte mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, weil er Felix Oduokhai statt ins Tor traf (58.). Augsburgs größte Chance auf den Ausgleich parierte Lukas Hradecky stark gegen Julian Schieber (72.).

Kurz danach machte Volland mit einem sehenswerten Heber aus mehr als 25 Metern alles klar (74.). Amiri spielte im Vorfeld den Ball steil auf Havertz, der eher unfreiwillig per Kopf ablegte. Weil Schlussmann Thomas Koubek bereits weit aus seinem Kasten gekommen war, konnte Bayers Angreifer clever vollenden und die drei Punkte sichern. Havertz setzte in der Schlussphase nach feiner Amiri-Vorlage frei vor dem gegnerischen Tor noch einen drauf (84.).

Das zweite Zu-Null-Erfolgserlebnis in Folge ist nicht nur für die Tabelle, sondern auch für das Selbstbewusstsein wichtig. Mit Blick auf die anstehende Mammutaufgabe in Turin am Dienstagabend kann die Werkself davon wohl kaum genug tanken.

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