Bundesliga 19/20: Bayer Leverkusen schockt Borussia Dortmund

4:3 gegen BVB : Bayer gewinnt irres Topspiel gegen Dortmund

Bayer Leverkusen hat ein verrücktes Topspiel für sich entschieden. Bei Borussia Dortmund ist derweil Trübsal angesagt: Aus im Pokal, Rückschlag in der Bundesliga.

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz hat im dritten Anlauf den ersten Sieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber gefeiert. Am Samstagabend schlug er mit der Werkself Borussia Dortmund nach spektakulären 90 Minuten mit 4:3 (2:2). Durch den Heimsieg sind die Rheinländer nun bis auf zwei Punkte an die Schwarz-Gelben herangerückt.

Bayers niederländischer Coach veränderte seine Startformation im Vergleich zum 2:1-Pokalsieg gegen Stuttgart auf fünf Positionen: Für Aleksandar Dragovic, Mitchell Weiser, Lucas Alario (alle Bank), Kerem Demirbay (Gelb-Rot-Sperre) und den kurzfristig wegen Rückenproblemen ausfallenden Exequiel Palacios rückten Lars Bender, Jonathan Tah, Nadiem Amiri, Kevin Volland und Winterzugang Edmond Tapsoba in die erste Elf. Auf Seiten der Dortmunder feierte der von Juventus Turin gekommene Emre Can, der zwischen 2013 und 2014 auch für den Werksklub spielte, sein Debüt in der Anfangsformation.

Sowohl die Partie als auch die Atmosphäre in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena waren der eines Topspiels würdig. Beide Mannschaften lieferten sich ein intensives Duell auf dem Rasen – mit den erwartet vielen Offensivaktionen. Den Auftakt machte Dortmunds Youngster Erling Haaland in der 19. Minute, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Bayer-Keeper Lukas Hradecky.

Für den ersten Treffer der Begegnung sorgten dann die Hausherren. Amiri schickte Volland mit einem gut getimten Ball in die Schnittstelle der Abwehr. Der Angreifer von Bayer 04 ließ sich vom schlechter postierten Manuel Akanji nicht abschütteln und verwandelte sicher mit links zum 1:0 (20.) – sein 8. Saisontreffer. Die Antwort des BVB folgte jedoch prompt: Nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer köpfte Mats Hummels nach einem Eckball von Jadon Sancho zum 1:1-Ausgleich.

Auch danach ging es spektakulär weiter. Leverkusens Flügelstürmer Moussa Diaby erzielte aus dem Abseits heraus das vermeintliche 2:1 (25.). Dann schlenzte Dortmunds Can das Spielgerät aus rund 30 Metern in den Winkel zur ersten Gäste-Führung (33.). Es war ein Treffer der Kategorie „Tor des Monats“. Mittelfeldmann Axel Witsel hätte die Führung des Teams von Coach Lucien Favre noch vor der Pause ausbauen können, doch sein Volleyschuss flog weit über das Tor (42). So bekam Leverkusen noch eine Chance vor dem Seitenwechsel – und nutze diese auch. Nach einem Eckball hielt Innenverteidiger Jonathan Tah den Ball gekonnt im Spiel. Wieder war es Volland, der am schnellsten schaltete und das 2:2 schoss (43.).

Freunde des Offensivfußballs kamen auch in den zweiten 45 Minuten voll auf ihre Kosten. Ein Tor von Sancho nach 53 Minuten wurde allerdings nach Videoüberprüfung wieder aberkannt. Der eingewechselte Giovanni Reyna hatte Bayers Kapitän Lars Bender in der Entstehung des Treffers zu Boden gezogen. Nur wenige Minuten später hatte Bayer erneut Glück, dass Hradecky einen Schuss von Reyna noch gegen den Pfosten lenkte – und der Ball dann von dort zunächst gegen den Rücken des Finnen und von dort ins Toraus sprang.

Kai Havertz hätte Bayer kurz darauf in Führung bringen können, wenn nicht sogar müssen. Nach Vorlage des starken Volland lief der 20-Jährige in der 64. Minute alleine auf BVB-Schlussmann Roman Bürki zu, traf aber nur den Pfosten. Die nicht genutzte Chance sollte sich rächen. Raphael Guerreiro, Europameister 2016 mit Portugal, erzielte nach einer sehenswerten Kombination das 3:2 für den Klub aus dem Ruhrgebiet (65.).

Schluss war damit aber noch lange nicht. Zunächst gelang dem eingewechselten Leon Bailey der Ausgleich (81.), nur eine Minute darauf sorgte Lars Bender mit dem Kopf für das nicht mehr für möglich gehaltene 4:3 aus Sicht der Werkself. Sie brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und feierte nach dem Erfolg Ende November in München (2:1) den emotionalsten Sieg der Saison.

Weiter geht es für die Werkself am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger Union Berlin (15.30 Uhr). Der BVB spielt bereits am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt.

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