Bernd Leno erfüllt sich einen Karrieretraum

Wechsel zu Arsenal : Leno erfüllt sich einen Karrieretraum

Nach sieben Jahren verlässt Torhüter Bernd Leno die Werkself in Richtung England. Für kolportierte 25 Millionen Euro schließt sich der 26-Jährige Arsenal London an. In der Europa League könnte es zu einem Wiedersehen kommen.

Was viele Fans schon seit geraumer Zeit vermutet haben, ist nun Gewissheit: Schlussmann Bernd Leno kehrt Bayer 04 den Rücken und wechselt zum 13-maligen englischen Meister Arsenal London. Am Dienstag absolvierte er in der englischen Hauptstadt den obligatorischen Medizincheck und unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag. Für den sechsfachen deutschen Nationaltorhüter soll der Werksklub bis zu 25 Millionen Euro Abslöse erhalten. In Lukas Hradecky, der von Pokalsieger Eintracht Frankfurt an den Rhein wechselt, hat Leverkusen bereits vor einigen Wochen einen Nachfolger für Leno verpflichtet.

"Wir haben Bernd 2011 als ganz jungen Keeper geholt und ihm sofort große Verantwortung übertragen. Dieses Vertrauen hat er uns gleich zurückgezahlt - sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League", sagt Bayers designierter Sportdirektor Jonas Boldt. "Er ist ein toller Torwart und wir wünschen ihm für die kommenden Jahre bei Arsenal alles Gute", betont der 36-Jährige.

Italien, Spanien oder England - Leno, dessen Vertrag bei Bayer 04 noch bis 2020 gültig war, hatte am Ende wohl die Qual der Wahl, bei welchem europäischen Topklub er künftig zwischen den Pfosten stehen will. Der SSC Neapel, Atlético Madrid und eben Arsenal London waren angeblich an einer Verpflichtung von Bayers Nummer eins interessiert. Dass Leno wechselt, ist längst keine Überraschung mehr. Bereits in den vergangenen Jahren rankten sich immer wieder Gerüchte um den 26-jährigen Torwart, der bis zuletzt dem vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft für Russland angehört hat.

"Auch wenn wir mit Bayer zu den ständigen Teilnehmern am Europapokal gehören, ist und bleibt es mein persönlicher Traum, für einen Topklub im Ausland zu spielen", hatte Leno nicht nur einmal während seiner Zeit bei Bayer 04 betont. Vor dem letzten Saisonspiel gegen Hannover 96 (3:2) im Mai hatten ihn die Anhänger der Werkself auf Transparenten bereits alles Gute für die Zukunft gewünscht.

In London plant der neue Arsenal-Coach Unai Emery wohl mit Leno als Stammtorhüter. Trainerlegende Arsène Wenger hatte in der vergangenen Saison noch auf den inzwischen 36-jährigen Ex-Weltklassekeeper Petr Cech gesetzt, zudem steht auch noch Kolumbiens aktueller WM-Torhüter David Ospina im Kader. In der Liga landeten die "Gunners" nur auf dem sechsten Platz. Damit spielen sie kommende Saison ebenso wie Bayer 04 in der Europa League. Ein schnelles Wiedersehen mit Leno ist also durchaus möglich. "Dass mir der Verein schon als 19-Jährigem den Nummer-1-Status zugetraut hat, macht mich sehr dankbar", sagt Leno. Nach fantastischen sieben Jahren werde er nun seinen Weg "in einer anderen, sehr spannenden Liga fortsetzen". Leno: "Aber ich bin mir sicher, dass wir uns auf internationalem Parkett noch häufiger wiedersehen werden."

Der in Bietigheim-Bissingen geborene Schwabe soll in London dabei helfen, die Zahl der Gegentore deutlich zu verringern: 51 Treffer waren der schlechteste Wert aller Topteams aus England in der vergangenen Saison. Kein anderer Klub aus den Top-Sieben der Premier League kassierte mehr als 40 Tore - mit Ausnahme von Arsenal.

Für die Werkself bestritt Leno insgesamt 304 Pflichtspiele, lief darunter 37 Mal in der Champions League auf. Nicht selten hielt er seine Farben durch starke Paraden im Spiel, was seine Bilanz von 100 Pflichtspielpartien ohne Gegentor unterstreicht.

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(sb)
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