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Benjamin Henrichs steht vor Sprung nach Frankreich

Abschied nach 14 Jahren : Henrichs steht vor dem Sprung nach Frankreich

Noch fehlt die Bestätigung, doch ein Wechsel des bei Bayer 04 ausgebildeten Rechtsverteidigers zum AS Monaco scheint beschlossen.

Am Samstag bestritt Benjamin Henrichs beim 0:2 in Mönchengladbach sein 76. Pflichtspiel für die Werkself. Für den 21-Jährigen könnte es der vorerst letzte Auftritt im Trikot von Bayer 04 gewesen sein: Der gebürtige Bocholter steht unmittelbar vor einem Wechsel zum französischen Vizemeister AS Monaco. Dem Vernehmen nach sollen sich beide Klubs über die Ablösemodalitäten geeinigt haben. Rund 20 Millionen Euro soll der Werksklub für den Außenverteidiger erhalten. Am Dienstag steht wohl der Medizincheck an. Ein Abschied des dreifachen Nationalspielers könnte die Führungsriege von Bayer 04 dazu bewegen, noch einmal selbst auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Henrichs gilt als Vorzeigespieler für eine gelungene Karriere unterm Bayer-Kreuz. Der Sohn eines Deutschen und einer Ghanaerin wechselte bereits 2004 nach Leverkusen, durchlief sämtliche Jugendteams. Die Trainer und Verantwortlichen von Bayer 04 erkannten das Potenzial des damals noch als Offensivkraft eingesetzten Nachwuchsspielers und machten ihn im April 2015 zum Profi. Auf sein erstes Bundesliga-Spiel musste der damals 18-Jährige aber noch eine Weile warten: Am 20. September feierte er beim 0:3 gegen Dortmund seinen Einstand bei den Profis.

Dass seine Karriere mit Beginn des Kalenderjahres 2016 Fahrt aufnahm, lag auch an Roger Schmidt. Im Wintertrainingslager in Orlando setzte ihn der damalige Bayer-Coach erstmals auf der für Henrichs ungewohnten Außenverteidigerposition ein. Das Talent überzeugte auf Anhieb und bestritt in der Rückrunde neun weitere Partien. In der darauffolgenden Saison 2016/17 war Henrichs endgültig Stammspieler, absolvierte 37 von 44 möglichen Pflichtspielen. Auch Bundestrainer Joachim Löw blieb der kometenhafte Aufstieg des Rechtsverteidigers nicht verborgen: Am 11. September 2016 debütierte Henrichs beim 8:0 der Nationalelf gegen San Marino.

Stolz verkündete Bayer 04 im Mai 2017, den Vertrag mit seinem Eigengewächs vorzeitig bis 2022 verlängert zu haben. Nur wenige Wochen später gewann Henrichs mit der jungen DFB-Auswahl den Confed-Cup in Russland. Bis zu diesem Zeitpunkt kletterte er die Karriereleiter stets nach oben. Erst in der vergangenen Spielzeit lernte der ehemalige Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums die Schattenseiten des Profidaseins kennen. Unter Trainer Heiko Herrlich verlor Henrichs nach nur wenigen Partien seinen Stammplatz, durfte letztlich nur in 23 Bundesliga-Partien mitwirken, davon nur neun über 90 Minuten.

Dass sich am Ersatzspielerstatus des zweifelsfrei talentierten, bisweilen aber zu riskant agierenden Außenverteidigers etwas ändert, ist vor allem nach der Verpflichtung von Mitchell Weiser im Sommer nicht von auszugehen. Vor dem Pokalsieg in Pforzheim (1:0) teilte Henrichs den Verantwortlichen von Bayer 04 deshalb mit, dass er den Klub gerne verlassen würde. Diesen Wunsch scheint der Werksverein nun nachzukommen. Sollte der Deal mit Monaco fix werden, ist es denkbar, dass Leverkusen noch bis zum Ende der Transferfensterperiode am Freitag (18 Uhr) Ersatz verpflichtet.