Benjamin Henrichs ist nicht nur bei den Fans gefragt

Wechselgerüchte um Nationalspieler : Henrichs ist nicht nur bei den Bayer-Fans ein gefragter Mann

Bayers Benjamin Henrichs steht auf dem Wunschzettel von Europas Topklubs. Der 21-Jährige äußert sich zu angeblichen Offerten und erklärt, wie er sich als offensiver Außenverteidiger seinen Platz im Team zurückerobern will.

Der Weg vom Trainingsplatz zur Kabine ist am Dienstag lang für Benjamin Henrichs. Dutzende Fans der Werkself, darunter viele Kinder, lassen sich Schuhe, Trikots und Fotos vom 21-Jährigen signieren. „Es sind Ferien, da ist immer mehr los“, sagt er und lacht. Gefragt ist der Defensiv-Allrounder derzeit nicht nur beim Anhang von Bayer 04, sondern offenbar auch bei einigen europäischen Top-Klubs: AS Monaco, Inter Mailand und der SSC Neapel sollen Interesse an ihm bekundet haben. Ein Transfer ist wohl vor allem eine Frage der Ablösesumme. Sportdirektor Jonas Boldt hatte zuletzt betont, das Eigengewächs nicht für 15 Millionen Euro abgeben zu wollen. Das heißt aber auch: Bei einer deutlich höheren Summe wäre er vielleicht gesprächsbereiter.

„Die Gerüchte sind normal“, sagt Henrichs, der in Leverkusen bis 2022 unter Vertrag steht. „Als der Hype da war, war das auch schon so. Ich konzentriere mich einfach auf mein Spiel und versuche, das Beste für die Mannschaft zu bringen.“ Soweit, so vorbildlich. Die vergangene Saison hat jedoch Fragezeichen über Henrichs’ Zukunft unterm Bayer-Kreuz hinterlassen. Nach seinem steilen Aufstieg zum Nationalspieler brachte ihn Coach Heiko Herrlich in der abgelaufenen Spielzeit oft nur von der Bank. Ein Umstand, mit dem sich Henrichs nicht zufrieden geben will. „Es war in der letzten Saison oft der Fall, dass ich nicht gespielt habe. Das ist Ansporn genug, um zu zeigen, dass ich es besser kann und auf dem Platz stehen will. Ich kann links und rechts spielen“, betont er.

Dass der Werksklub in Mitchell Weiser unlängst einen Spieler verpflichtet hat, der wie er vorrangig als Rechtsverteidiger eingesetzt wird, nimmt Henrichs gelassen zur Kenntnis. „Am Ende stellt der Trainer auf“, sagt er. Für die Testspiele hat er sich vorgenommen, sich öfter als zuletzt in den Angriff einzuschalten. „Das hat mir letzte Saison selbst nicht gefallen, wie das abgelaufen ist.“ Ein Gespräch mit Herrlich bezüglich seiner Rolle im Team habe es nicht gegeben. „Es ist jetzt nicht seine Aufgabe, zu mir zu kommen und zu sagen, was er von mir verlangt oder wie er mit mir plant.“