Bayer Leverkusen: Werkself verliert turbulenten Test gegen den FC Utrecht

3:4-Niederlage im Trainingslager : Werkself verliert turbulenten Test gegen den FC Utrecht

Die Fehler einer schwachen ersten Halbzeit kann die Mannschaft von Trainer Peter Bosz bis zum Schlusspfiff nicht mehr ausbügeln. Am Ende steht eine 3:4-Niederlage für den Bundesligisten.

Zum Abschluss des Trainingslagers in La Manga standen für die Werkself am Freitag zwei Testspiele auf dem Programm. Gegen den niederländischen Erstligisten FC Utrecht und gegen den schweizer Klub FC St. Gallen. Nicht zum Einsatz kam Sven Bender, der sich im Training am Vortag bei einem Zweikampf eine Prellung am Oberschenkel zugezogen hatte. Bei einem Punktspiel hätte der Abwehrchef wohl trotz der Blessur gespielt, aber so zog es Trainer Peter Bosz vor, den 30-Jährigen zu schonen.

Ohne Bender musste Bayer eine 3:4 (0:2)-Niederlage gegen den FC Utrecht hinnehmen – mit einer Startelf, die der für den Rückrundenstart am 19. Januar in Paderborn ziemlich nah kommen dürfte. In einer relativ ereignisarmen Anfangsphase hatte Karim Bellarabi noch die beste Chance, als er eine Flanke von Moussa Diaby per Volley deutlich über das Tor setzte (4.). Kurz danach landete eine eigentlich mäßige, halbhohe Ecke von Amiri irgendwie im Fünf-Meter-Raum, doch kein Leverkusener kam rechtzeitig an den Ball (8.).

Nach einem langen Ball gegen die weit aufgerückte Viererkette des Bundesligisten erzielte der frei auf das Tor zulaufende Adrián Dalmau das 1:0 für Utrecht (17.). Nicht nur Panagiotis Retsos konnte dem Angreifer nicht mehr rechtzeitig einholen, um den platzierten Schuss ins linke lange Eck zu verhindern. Bayer war daraufhin um den Ausgleich bemüht, tat sich aber schwer, gute Chancen zu kreieren. Die beste hatte Julian Baumgartlinger, von dem eine Amiri-Ecke eher unfreiwillig in Richtung Tor abprallte – und Utrechts Schlussmann Maarten Paes zu einer Parade zwang (26.).

Keine zehn Minuten später erhöhten das Team von Trainer John van den Brom auf 2:0. Sean Klaiber fasste sich ein Herz, setzte zum Schuss an und erzielte einen Treffer der Marke Traumtor: Aus 22 Metern prallte der Ball unhaltbar für Lukas Hradecky an den Innenpfosten und von da ins Netz (35.). Vor der Halbzeit hatten beide Teams jeweils noch eine gute Gelegenheit, doch es blieb beim Zwei-Tore-Vorsprung für Utrecht, das während der ersten 45 Minuten gleich drei Mal auswechseln musste.

Adam Meher, Willem Janssen und auch Paes fielen verletzt aus. Das lag allerdings nicht an der harten Spielweise der Leverkusener, sondern war eher überdurchschnittlichem Pech geschuldet. Auffällig war die Konteranfälligkeit der Werkself, die im Spiel nach vorne gegen aufmerksam verteidigende Gegner zwischen fehlerhaft und ideenlos pendelte. Utrecht hingegen wirkte klarer in seinen Aktionen und hatte sich die Führung verdient.

Der zweite Durchgang begann mit einem harmlosen Kopfballabschluss von Lars Bender (47.), ehe Gyrano Kerk nach Ballverlust von Julian Baumgartlinger zum 3:0 traf (51.). Kurz danach stellte Kai Havertz mit einem wuchtigen Volley von der Strafraumgrenze den Anschluss her (55.). Die Vorlage dazu kam durch eine missglückte Klärungsaktion von Mark van der Maarel zustande. Der Nationalspieler hätte beinahe einen Doppelpack geschnürt, doch sein Versuch aus kurzer Distanz ging links am Tor vorbei (69.).

Vollands Treffer zum 2:3 nach starkem Pass von Diaby brachte neue Spannung die Schlussphase (81.), Havertz verpasste nur wenige Minuten später den Ausgleich (85.). Stattdessen machte der eingewechselte Erros Maddy mit dem 4:2 für Utrecht alles klar (87.). Daran änderte auch das sehenswerte Tor von Havertz kurz vor dem Abpfiff nichts mehr (89.).

Bayer 04: Hradecky – L. Bender (72. Gädicke), Tah, Retsos, Singraven – Baumgartlinger, Amiri, Havertz – Bellarabi, Volland, Diaby