Bayer Leverkusen verpasst gegen Werder Bremen Sprung auf Rang fünf

Niederlage gegen Bremen : Leverkusen verpasst Sprung auf Rang fünf

Eine gute Halbzeit reichte Werder Bremen, um drei Punkte aus Leverkusen mitzunehmen. Leon Baileys Anschlusstreffer kam zu spät.

Oft war in den Gesprächsrunden vor dem Anpfiff vom Hinspiel die Rede, diesem teils berauschenden 6:2-Sieg an der Weser, der das große Offensivpotenzial der Werkself eindrucksvoll demonstrierte. Das zweite Aufeinandertreffen von Bremen und Leverkusen in dieser Saison nahm einen komplett anderen Verlauf: Die Gäste entzauberten die Mannschaft von Trainer Peter Bosz, die durch das 1:3 (0:2) einen herben Rückschlag im Kampf um einen Champions-League-Platz hinnehmen muss.

Der Niederländer veränderte seine Startelf im Vergleich zum 3:2-Sieg in Hannover auf drei Positionen. Für Kai Havertz, der wegen einer Magenverstimmung vorerst auf der Bank saß, und Tin Jedvaj (muskuläre Probleme) rückten Karim Bellarabi sowie Wendell in die Anfangsformation. Der von seinem Faserriss genesene Kapitän Lars Bender nahm zudem wieder den Platz von Mitchell Weiser rechts in der Viererkette ein.

Die Gäste aus der Hansestadt setzten die erste Duftmarke. Ein schnell gespielter Konter führte den Ball über Max Kruse zu Johannes Eggestein, der Bayers Schlussmann Lukas Hradecky mit einem Schuss auf das lange Eck zu einer Parade nötigte (4.). Die Antwort der Werkself waren einige vielversprechende Angriffe über die Außenbahn, doch die Hereingaben wurden entweder geblockt oder landeten in den Händen von Jiri Pavlenka.

Bremen ließ die Leverkusener Angriffswellen vorerst vergleichsweise gelassen vor dem eigenen Tor branden und beschränkte sich seinerseits auf schnelles Konter- und Umschaltspiel. Mit Erfolg: Eine Kooperation der Brüder Johannes und Maximilian Eggestein setzte über wenige Stationen den frei auf Hradeckys Tor zustürmenden Kruse in Szene, der erst zögerte, dann den Ball aber von der linken Strafraumkante präzise im langen Eck unterbrachte (13.).

Die Führung war das Resultat eines cleveren und sauber durchgeführten Spielzuges, den man so auch von Bayer hätte erwarten können. Doch die Gastgeber taten sich schwer mit dem Bremer Defensive – und mussten zudem bei ihren Angriffsbemühungen stets aufpassen, nicht zu offen zu stehen. Kein einfacher Spagat.

Nach rund 20 Minuten ohne zwingende Torchancen auf beiden Seiten ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Erst bediente Julian Brandt Leon Bailey, dessen wuchtiger Schuss in höchster Not geblockt wurde (34.), dann setzte Kevin Volland eine Bilderbuchflanke von Karim Bellarabi per Kopfball knapp am Tor vorbei (35.). Quasi im Gegenzug jubelten die Bremer in der ausverkauften BayArena. Milot Rashica war es, der den nächsten gelungenen Spielzug der Nordlichter vollendete. Hradecky war zwar noch dran, konnte den zentralen Abschluss nach Vorlage von Kruse jedoch nicht mehr komplett entschärfen (37.).

Aber was war da im Vorfeld in Bayers Defensive los? Erst leistete sich Dragovic einen Ballverlust, dann ließ sich Jonathan Tah ausspielen, ehe Lars Bender zu spät kam, um den Torschuss zu verhindern. Das war von allen Beteiligten zu nachlässig, während die Bremer hellwach und engagiert ihre Chance suchten – und mit einer bemerkenswerten Abgezocktheit nutzten.

Zur Halbzeit stellte Bosz um. Paulinho ersetzte Bellarabi und Charles Aránguiz musste für Havertz raus. Letzterer erzielte kurz darauf den vermeintlichen Anschlusstreffer, doch dabei war auch seine Hand im Spiel. Schiedsrichter Deniz Aytekin verweigerte dem regelwidrigen Treffer aus kurzer Distanz zurecht die Anerkennung (54.).

Bayer war jetzt am Drücker und setzte Bremen gehörig unter Druck. Doch auch Werder blieb gefährlich – nicht nur wegen Nuri Sahins Freistoß, der an den Querbalken prallte (60.). Besser machte es Leon Bailey, der einen zentralen Freistoß aus etwa 22 Metern „mit links“ sehenswert verwandelte, mit ein wenig Hilfe von der Unterkante der Latte (75.).

Es war der Auftakt für eine feurige Schlussphase der Werkself, die in der zweiten Halbzeit klar die bessere Mannschaft war, sich für den hohen Aufwand aber nicht belohnte. Stattdessen machte Kruse nach einem blitzsauberen Konter kurz vor dem Abpfiff alles klar (90.+4). Bremen ist die Revanche für das Hinspiel somit gelungen – und Bayer geht mit gedämpfter Stimmung in die Länderspielpause, die am 29. März mit dem Gastspiel bei der TSG Hoffenheim endet.

Leverkusen Hradecky - Lars Bender (84. Weiser), Tah, Dragovic, Wendell - Baumgartlinger - Aranguiz (46. Havertz), Brandt - Bellarabi (46. Paulinho), Volland, Bailey. - Trainer: Bosz

Bremen Pavlenka - Gebre Selassie, Friedl, Moisander, Augustinsson - Sahin - Maximilian Eggestein, Klaassen (84. Langkamp) - Johannes Eggestein (75. Bartels), Kruse - Rashica (65. Harnik). - Trainer: Kohfeldt

Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tore 0:1 Kruse (13.), 0:2 Rashica (37.), 1:2 Bailey (75.), 1:3 Kruse (90.+5)

Zuschauer 30.210 (ausverkauft)

Gelbe Karten Lars Bender (2), Dragovic (4), Wendell (5) - Sahin (5), Pavlenka (2)

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