Bayer Leverkusen verliert Testspiel gegen Watford FC

Dritte Testspielniederlage : Bayer Leverkusen verliert gegen Watford FC

Bei der 1:2-Niederlage gegen den Premiere-League-Klub war Bayer 04 spielbestimmend, ließ aber die letzte Präzision vor dem gegnerischen Tor vermissen. Zwei Fahrlässigkeiten sorgten für die Gegentore.

Die Sprinkleranlagen des Alois-Latini-Stadions in Zell am See/Kaprun hatten am Samstagnachmittag viel zu tun. Unnachgiebig brannte die Sonne auf den Rasen hinunter. Nur selten gewährten kleinere Wolken die Gnade einer kurzen Schattenphase. Entsprechend häufig mussten das tadellos gepflegte Grün sowie die Profis mit je einer Trinkpause pro Halbzeit bewässert werden – und entsprechend schweißtreibend verlief das Testspiel der Werkself gegen den Premier-League-Klub Watford FC. Am Ende stand eine 1:2 (0:1)-Niederlage für die Rheinländer auf der Anzeigetafel.

„Es war ein gutes Testspiel unter schwierigen Bedingungen, denn es war sehr heiß auf dem Platz und der Boden war trocken“, sagte Trainer Peter Bosz. „Das hat man vor allem in der ersten Halbzeit gesehen, als uns das Tempo ein bisschen gefehlt hat.“ Das Wichtigste sei ihm indes nicht das Ergebnis, sondern die Arbeit an seiner Spielweise gewesen. „Das hat vor allem nach der Pause besser geklappt. Da waren wir dominanter, schneller und offensiver.“ Besonders froh ist der Niederländer darüber, dass es keine Verletzungen gab, obwohl alle Akteure 90 Minuten durchgespielt haben. Zudem habe er neue Erkenntnisse gewonnen. „Das ist wichtig für die Arbeit in den kommenden Wochen."

Bosz setzte gegen die für ihre physische Spielweise bekannten Engländer auf eine bundesligataugliche Startelf. Die vergangene Woche haben er und sein Team im Trainingslager in den österreichischen Alpen verbracht. Mit der Vorgabe, mindestens die ersten 35 Minuten nach dem Anpfiff und die ersten 15 nach der Halbzeit ein gutes Spiel abzuliefern, schickte der Niederländer seine Mannschaft ins Rennen.

Dass angesichts des frühen Zeitpunkts in der Vorbereitung noch nicht alles zu 100 Prozent klappen kann, hatte der 55-Jährige angekündigt. In den ersten 35 Minuten war Bayer die spielbestimmende Mannschaft und kam durch den dieses Mal meist auf der rechten Seite eingesetzten Kai Havertz zu zwei Gelegenheiten. Der Nationalspieler zog zunächst nach Hereingabe von Mitchell Weiser aus etwa zwölf Metern ab, doch der Ball landete neben dem Tor (7.). In der 14. Minute versuchte es der 20-Jährige aus der Distanz – drüber. Dieses Mal war Paulinho der Vorlagengeber (14.). Leverkusen blieb das aktivere Team mit deutlich mehr Ballbesitz, doch zwingende Chancen ergaben sich vorerst nicht.

Stattdessen kamen die Engländer – beinahe wie von Bosz prophezeit – nach gut 30 Minuten zu ersten Abschlüssen. Der erste aus spitzem Winkel flog noch deutlich über dem Tor Richtung Zeller See neben dem Stadion, doch der zweite Versuch passte. Nach einem Fehlpass von Wendell ging es schnell: Watfords Kapitän Troy Deeney bediente von der linken Seite Will Hughes, der den Ball am zweiten Pfosten mit langem Bein über die Linie drückte (35.).

Nach der Halbzeit ging es mit guten Chancen für die Werkself weiter. Kerem Demirbay (48.) und Kevin Volland (53./54.) vergaben, auf der Gegenseite brachte ein Patzer von Lukas Hradecky das 0:2. Bayers Nummer eins ging bei einem Rückpass zu fahrlässig mit dem Ball um, verlor ihn an den heranstürmenden Andre Gray, der den Fauxpas zum zweiten Treffer für die Engländer nutzte (56.).

Die Antwort von Bayer ließ durch einen Kopfball von Sven Bender nach Volland-Flanke nicht lange auf sich warten, doch auch dieser Versuch verfehlte das Tor (62.) – ganz im Gegensatz zu dem von Moussa Diaby, der einen schönen Spielzug über Paulinho und Kai Havertz mit dem Anschlusstreffer vollendete (65.). Kurz danach wurde Vollands vermeintlicher Ausgleich wegen Abseits von Schiedsrichter Florian Jäger abgepfiffen.

Leverkusen blieb dran, spielte trotz Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke bis zur 90. Minute druckvoll und hatte immer wieder gute Szenen, konnte das Spiel gegen den diszipliniert verteidigenden Gegner aber nicht mehr drehen.

Bayer 04: Hradecky, Wendell, Sven Bender, Dragovic, Weiser – Demirbay, Lars Bender, Diaby, Paulinho, Havertz, Volland.

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