Wegweisendes Duell Bayer stellt die Weichen beim Spiel in Frankfurt

Leverkusen · Die Werkself spielt am Samstag bei der Eintracht nicht nur um Punkte. Es geht nach dem Sieg gegen Schalke und der Niederlage gegen Porto auch um eine erste Standortbestimmung unter dem neuen Trainer Xabi Alonso.

 Leverkusens Piero Hincapie (l.) im Kopfballduell mit Portos Otávio.

Leverkusens Piero Hincapie (l.) im Kopfballduell mit Portos Otávio.

Foto: AP/Martin Meissner

Als Simon Rolfes kurz nach dem Abpfiff gegen Porto vor die Mikrofone trat, hatte er erneut eine Rolle, die er eigentlich hinter sich lassen wollte: Erklärer von Niederlagen der Werkself. Bayers Sportgeschäftsführer hatte zuvor ein merkwürdiges Spiel gesehen, in dem Leverkusen zwar die dominante Mannschaft war, aber gegen erst bissig attackierende, dann nach ihrer frühen Führung aber betont defensive Gäste dennoch mit 0:3 den Kürzeren zog. Dass zwei der Gegentore auch noch durch einen Foulelfmeter fielen, während Kerem Demirbay zehn Minuten nach dem 0:1 einen Strafstoß verschoss, passte in die rätselhafte Gemengelage eines missratenen Champions-League-Abends.

„Es ist bitter, wie das Spiel gelaufen ist. Wir haben gute Chancen, müssen sie aber natürlich nutzen, um dranzubleiben. Das 0:2 hat uns dann ein bisschen den Stecker gezogen“, räumte Rolfes ein. Insgesamt habe er kein schlechtes Spiel der Werkself gesehen. Vielleicht ein unglückliches? „Von der Spielanlage her war das in Ordnung, aber am Ende muss man natürlich die Tore machen. Daran müssen wir arbeiten.“ Zudem gelte es, sich auch in den defensiven Zweikämpfen zu verbessern. Beide von Mehdi Taremi verwandelten Elfmeter waren in ihrer Entstehung unnötig. Erst foulte Amine Adli übermotiviert, dann Odilon Kossounou ungeschickt. In beiden Fällen war es Galeno, der regelwidrig im Strafraum gestoppt wurde. „Wir müssen aus diesen Situationen lernen – vorne wie hinten“, betonte Rolfes. „Ich glaube, dass wir nicht alles schlecht gemacht haben, auch wenn das Ergebnis klar war. Gegen Schalke war ja auch nicht alles fantastisch.“

Und so bleibt ungewiss, wo genau Bayer nach dem Trainerwechsel steht. Xabi Alonsos Debüt beim 4:0 gegen Schalke folgte nun das 0:3 gegen Porto. Am Samstag geht es in Frankfurt weiter (15.30 Uhr). Auch wenn es zu früh ist, von einer endgültigen Standortbestimmung zu sprechen, kommt der Partie in der Metropole am Main doch eine besondere Bedeutung zu.

„Der Spielverlauf war höchst unglücklich“, sagte Kapitän Lukas Hradecky nach der Pleite gegen Porto. „Fußball ist manchmal gnadenlos und undankbar. Jetzt müssen wir hart arbeiten und dann geht es weiter.“ Oft seien es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entscheiden. „Wir haben nicht schlecht gespielt, aber müssen in beiden Strafräumen noch ein bisschen schärfer werden.“ Jonathan Tah fasste die Gemütslage indes als „enttäuscht und frustriert“ zusammen. „Dieses Spiel hätte so nicht so ausgehen müssen. Es lief viel gegen uns“, sagte er. Porto habe sich nach der frühen Führung zurückgezogen, kompakt verteidigt und auf Fehler gelauert, „die wir ehrlicherweise auch gemacht haben.“ Nur am verschossenen Strafstoß habe es aber nicht gelegen. „Man kann es nicht an einer Situation festmachen, wir hatten genug andere Möglichkeiten“, betonte Tah.

Was der Trainerwechsel von Gerardo Seoane zu Xabi Alonso gebracht hat, ist eine der vielen Fragezeichen bei Bayer. Das Spiel in Frankfurt könnte zumindest eine tendenzielle Antwort geben, ob die gerade erst eingeläutete Aufholjagd in der Liga weitergeht oder sich der Blick weiter nach unten richten muss.

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