Bayer strebt Aufholjagd an Für die Werkself wird es wieder ernst

Leverkusen · Sechs Tage haben sich die Profis von Bayer 04 zuletzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf den Bundesliga-Start vorbereitet. Die Partie am Sonntagabend in Gladbach wird zeigen, ob der Plan von Trainer Xabi Alonso aufgeht.

Mit bisher sechs Treffern und drei Assists ist Moussa Diaby (vorne) in der Bundesliga bislang Bayers bester Torschütze und Vorlagengeber.

Mit bisher sechs Treffern und drei Assists ist Moussa Diaby (vorne) in der Bundesliga bislang Bayers bester Torschütze und Vorlagengeber.

Foto: Bayer 04 Leverkusen/Jörg Schüler

Das Warten hat ein Ende – auch für Xabi Alonso. Nach der langen Winterpause freut sich der Trainer von Bayer Leverkusen auf den Anstoß der Partie bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17.30 Uhr). „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft jetzt die Action und den Wettbewerb braucht“, sagt der Spanier. Für ihn, sein Team und die Bundesliga insgesamt geht es direkt wieder in die Vollen. Die erste Woche des Neuen Jahres hält drei Spiele bereit. Von einer wichtigen Weichenstellung für die Werkself zu sprechen, ist also nicht übertrieben.

Der intensive Start ins neue Jahr ist für Bayer Chance und Risiko zugleich. Gelingt der Auftakt in den zweiten Teil der Saison, kann das zu einer Initialzündung für die Mannschaft werden, die sich mit drei Siegen vor der WM-Unterbrechung vorerst aus dem gröbsten Schlamassel befreit hat. Ein Misserfolg in Gladbach hingegen würde schnell die bösen Geister aus dem alten Jahr wecken, das Leverkusen mit 18 Punkten aus 15 Spielen auf Platz zwölf abgeschlossen hat.

Alonso kam die lange Pause daher nicht ungelegen. „Wir haben an der Idee gearbeitet, wie wir spielen wollen“, betont der Coach. Die Testspiele der Wintervorbereitung offenbaren immerhin einen dezent positiven Trend unter dem Bayer-Kreuz. Bei den Glasgow Rangers setzte es noch ein 0:3, es folgten drei Siege gegen den FC Zürich (4:1), FC Venedig (2:1) und FC Kopenhagen (1:0). „Es war wichtig, dass wir die Zeit hatten und einige Wochen zusammen waren. Fast alle Spieler sind fit für das Spiel“, sagt Alonso.

Zwei Profis werden in Gladbach fehlen: Patrik Schick (Leistenprobleme) und Charles Aránguiz (Reha nach Faserriss in der Wade). „Sie sind jetzt noch nicht dabei, aber auf dem richtigen Weg, bald wieder fit zu sein. Ich weiß nicht genau wann, aber es geht immer besser.“ Beide trainierten zuletzt teilweise auf dem Platz, absolvierten Läufe und arbeiteten auch schon mit dem Ball.

Florian Wirtz ist hingegen einsatzbereit. „Er hat noch einen Schritt nach vorne gemacht und im letzten Test gegen Kopenhagen rund 80 Minuten gespielt“, betont Alonso. „Florian ist für unser Spiel zwischen den Linien wichtig und die Verbindung zu den Stürmern. Er hat diese spezielle Qualität und ist fit genug, um auch von Anfang an zu spielen.“ Dass Wirtz direkt zum Hoffnungsträger avanciert, sei angesichts der fußballerischen Fähigkeiten des 19-Jährigen normal. Mit dem Druck könne der Nationalspieler zudem gut umgehen. Allerdings nimmt Alonso alle Profis in die Pflicht. „Wir müssen als Team wachsen, damit auch er besser spielen kann“, sagt er. „Mit ihm haben wir mehr Möglichkeiten und sind eine bessere Mannschaft. Wir brauchen aber jeden Spieler, nicht nur Florian.“

Positiv sieht Alonso den belgischen Winterzugang Noah Mbamba. Der defensive Mittelfeldspieler ist dem Trainer zufolge schon ein Kandidat für den Spieltagskader: „Der erste Eindruck ist sehr gut. Er ist zwar erst 18 Jahre alt, hat aber schon Persönlichkeit. Wir müssen geduldig sein und seine Entwicklung beobachten, aber ich hoffe, dass er uns helfen kann.“

Die Statistik spricht vor dem Mini-Derby für Bayer. Leverkusen hat die vergangenen fünf Partien gegen Gladbach gewonnen – bei einem Torverhältnis von 14:5. Hinzu kommt der Wechsel von Torwart Yann Sommer zum FC Bayern. Dessen 29-jähriger Landsmann Jonas Omlin soll nun den Kasten der Borussia sauber halten. Für den Schweizer, der vom HSC Montpellier kam, ist die Bundesliga allerdings Neuland. „Yann Sommer war ein wichtiger Spieler für Gladbach, auch mit seiner Wirkung in die Mannschaft. Man weiß nie, wie sich so ein Wechsel auf ihr Spiel auswirkt“ sagt Alonso. „Aber wir wissen, was wir wollen – und wie wir es machen wollen.“

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