1. Sport
  2. Fußball
  3. Bayer 04 Leverkusen

Bayer Leverkusen: Simon Rolfes sieht Wechselgedanken von Aránguiz gelassen

Abschied angedeutet : Rolfes sieht Wechselgedanken von Aránguiz gelassen

Der chilenische Nationalspieler hat verkündet, im Juni seine Vertragssituation bei Bayer Leverkusen überdenken zu wollen. „Dass er ein bisschen unzufrieden und frustriert ist, kann ich verstehen“, sagt Sportdirektor Simon Rolfes vor dem Europa-League-Spiel bei Ferencváros Budapest.

Charles Aránguiz hat bei Bayer Leverkusen eine Leidenszeit hinter sich – mal wieder. Der Chilene musste zuletzt rund zwei Monate wegen hartnäckiger Probleme an der Wade mehrere Wochen pausieren. Auch seine Achillessehne bereitet ihm immer wieder Ärger. Vergangene Saison fiel er deswegen knapp drei Monate aus. Am Donnerstag wird er aber wieder für Bayer Leverkusen spielen können. Die Werkself tritt im letzten Gruppenspiel der Europa League bei Ferencváros Budapest an (21 Uhr).

Glücklich ist der Mittelfeldspieler aktuell nicht mit seinem Status. In einem Interview mit der chilenischen Zeitung „Las Últimas Noticias“ sagte Aránguiz, dass er im Juni 2022 seine Vertragssituation überdenken müsse. Als einen Grund nannte er, dass der von ihm sehr geschätzte Rudi Völler im Sommer seinen Posten als Sportgeschäftsführer an Simon Rolfes abgebe. Auch der Abgang des ehemaligen Sportdirektors Jonas Boldt im Winter 2018, der beim Transfer von Aránguiz nach Leverkusen im Sommer 2015 federführend war, sei ein Punkt.

Sein Vertrag bei Bayer läuft indes noch bis 2023. Ob der ehemalige Kapitän wieder zu seiner alten Form findet, ist ungewiss. Rolfes wünscht es dem Chilenen – und bleibt angesichts der Aussagen gelassen. „Dass er mit der letzten Zeit, in der er viel mit Verletzungen zu kämpfen hatte, ein bisschen unzufrieden und frustriert ist, kann ich nachvollziehen“, sagt Rolfes. „Dass Brasilien in seinem Kopf ist, war auch schon vor zwei Jahren so.“ Schon damals stand ein möglicher Wechsel des Chilenen im Raum. Es zieht Aránguiz zurück nach Südamerika. Der Winter in Deutschland dürfte das Fernweh verstärken.

„Ich will das jetzt nicht zu hoch hängen“, betont Rolfes. „Für ihn ist wichtig, dass er wieder länger trainiert, in den nächsten Spielen reinkommt, eine gute Vorbereitung auf die Rückrunde hat und in die Form aus der Saison 2019/20 kommt, in der er ein ganz wichtiger Spieler für uns war.“ Abgesehen davon laufe der Vertrag des 32-Jährigen eben noch bis 2023.

Doch die Positionskonkurrenten Exequiel Palacios und Robert Andrich sind mit guten bis starken Leistungen an ihm vorbeigezogen, Kerem Demirbay hat derzeit ebenfalls die Nase vorn, wenn es um einen Platz in der Startelf geht. Er ist aber nicht mit nach Budapest geflogen, weil er noch wegen seiner Roten Karte im Heimspiel gegen Sevilla gesperrt ist. Kapitän Lukas Hradecky, Florian Wirtz und Patrik Schick sind ebenfalls aus Gründen der Belastungssteuerung zuhause geblieben. Am Sonntag (17.30 Uhr) steht für den Tabellendritten das wichtige Ligaspiel bei Eintracht Frankfurt an. Die Gruppe in der Europa League ist indes bereits entschieden. Bayer steht als Gruppensieger und Achtelfinalist fest.

  • Bayers Youngster Florian Wirtz (am Ball)
    Noch fünf Spiele in 2021 : Bayer 04 ist bereit für den Schlussspurt
  • Leverkusens Robert Andrich (r.) strebt im
    Viererpack Schick : Bayer überrollt Fürth und festigt Platz drei
  • Kingsley Coman vom FC Bayern München
    Vorschau : Champions League & Co. – Das bringt die Fußball-Woche

In Budapest wird daher vor allem Bayers zweite Reihe zum Einsatz kommen. Rotation ist das Motto bei Trainer Gerardo Seoane. Ein Grund, die Reise als netten Ausflug abzutun, sieht Rolfes darin aber freilich nicht. „Unabhängig von den Veränderungen in der Aufstellung werden wir eine gute Mannschaft auf dem Platz haben“, sagt Rolfes und nimmt die Reservisten in die Pflicht: „Das sind alles Spieler, die bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehen und denen wir zutrauen, in Bundesliga und Europapokal erfolgreich zu spielen.“

Die Partie in der ungarischen Hauptstadt sei für die bislang eher selten eingesetzten Spieler eine gute Chance, sich für weitere Einsätze zu empfehlen. „Wir haben noch vier Spiele, dann eine kurze Winterpause – und deswegen ist das für uns und den Verein ein wichtiges Spiel in Budapest. Das wollen wir gewinnen, das ist ganz klar.“