1. Sport
  2. Fußball
  3. Bayer 04 Leverkusen

Bayer Leverkusen: Simon Rolfes gibt Peter Bosz Rückendeckung

Schlüsselspiel in Mönchengladbach : Rolfes will Bayer wieder giftig und gallig spielen sehen

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz erhält vor dem Krisengipfel in Mönchengladbach Rückendeckung von Simon Rolfes. Der Sportdirektor vermisst bei der Werkself defensiv wie offensiv die Entschlossenheit der Hinrunde.

Am 8. November 2020 war die Welt unter dem Bayer-Kreuz noch mehr als in Ordnung. In einem spektakulären Bundesligaspiel besiegte die Werkself Mönchengladbach mit 4:3 und kletterte auf Platz zwei der Tabelle. Es war ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg an die Spitze, die aber kurz vor Weihnachten durch das 1:2 gegen den FC Bayern an den Rekordmeister verlorenging. Vor dem Rückspiel der beiden rheinischen Rivalen am Samstag (15.30 Uhr) ist die Stimmungslage eine komplett andere: Nach nur neun Punkten aus den vergangenen elf Ligaspielen und dem Ausscheiden aus den K.o.-Wettbewerben ist Bayer in einer Krise und Trainer Peter Bosz steht unter Siegzwang.

Sorgen um seinen Job muss sich der Niederländer aber vorerst nicht machen. Geschäftsführer Fernando Carro und Sportgeschäftsführer Rudi Völler gaben dem 57-Jährigen nach dem neuerlichen Negativerlebnis gegen Freiburg (1:2) deutliche Rückendeckung. Simon Rolfes schließt sich dem an. „Wir haben klar gesagt, dass wir Vertrauen in Peter haben“, sagt der Sportdirektor. „Aber wir müssen jetzt den Fokus darauf legen, bis zum Sommer Punkte zu sammeln.“ Er werde in der Trainerfrage „sicher nicht alle drei Tage Wasserstandsmeldungen abgeben“, betont Rolfes.

Der 39-Jährige hat bei Bayer ein Balanceproblem zwischen Defensive und Offensive festgestellt. „Wir haben es in den vergangenen Wochen nicht geschafft, über die Dauer eines gesamten Spiels offensive und defensive Stabilität in der Mannschaft zu verankern“ sagt er. „Mal lief es hinten nicht gut, dafür aber vorne, mal war es genau andersrum. Was auch fehlte, war die letzte Konsequenz in Offensive und Defensive, die Giftigkeit und die Galligkeit.“ In der Hinrunde sei ebenfalls nicht jedes Spiel gut gewesen, „aber in einigen Partien haben wir das Glück erzwungen.“

Das Vertrauen der Chefetage muss der Trainer nun rechtfertigen. „Wir sind nicht nur im Austausch wenn die Ergebnisse nicht gut sind, sondern immer“, beschreibt Bosz das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten. „Wir sitzen jede Woche zusammen und reden über alles, was mit Fußball zu tun hat – und das hilft uns.“ Auch ihm ist die mangelnde Balance zwischen Abwehr und Angriff aufgefallen. Deswegen hat er die vergangene Trainingswoche vor allem den Abläufen in beiden Mannschaftsteilen gewidmet. „Wir haben gegen Freiburg gesehen, dass wir Probleme bei den Gegentoren hatten. Das müssen wir besser verteidigen. Darüber haben wir geredet und es trainiert“, sagt Bosz.

Der Coach braucht Siege, um die Situation zu beruhigen. Das ist ihm bewusst. Sein Credo, Punkte mit möglichst attraktivem Fußball zu sammeln, gerät dabei in den Hintergrund. „Das Wichtigste ist, dass die Ergebnisse besser werden“, sagt Bosz. Das gilt freilich auch für Mönchengladbach. Vor der Saison galten Bayer und die Borussia als Hauptkonkurrenten um Platz vier hinter den üblichen Champions-League-Kandidaten aus München, Leipzig und Dortmund. Doch plötzlich mischen auch Frankfurt und Wolfsburg munter im Rennen um die Königsklasse mit.

„Es ist klar, dass beide Teams nicht ihre beste Phase haben“, sagt Leverkusens Coach mit Blick auf den rheinischen Krisengipfel am Samstag, für den ihm elf verletzte oder gesperrte Profis fehlen. „Es ist ein wichtiges Spiel, denn beide wollen nächste Saison wieder in Europa dabei sein.“