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Bayer Leverkusen: Pokal-Partie gegen Bayern München soll nun vor DFB-Bundesgericht verschoben werden

Keine Besinnlichkeit im Advent : Bayer will Pokal-Partie offenbar von DFB-Bundesgericht verschieben lassen

Das 0:0 gegen Hertha BSC am ersten Advent war der Auftakt für die wohl intensivste Zeit des Jahres für die Werkself. Bis Weihnachten stehen noch bis zu sieben Partien an – wenn sich Bayer nicht mit der Verschiebung des DFB-Pokal-Spiels durchsetzen kann.

Die Adventszeit ist eigentlich als Phase der Besinnung gedacht, in der sich gläubige Christen weltweit auf Weihnachten vorbereiten, auf die Feier der Geburt von Jesus Christus. Für Bayer Leverkusen bietet die Adventszeit, die am Sonntag mit dem 0:0 gegen Hertha BSC begann, vor allem hohe Belastung. Bis zu sieben Partien sind noch bis kurz vor dem Fest der Liebe zu abolvieren – und das mit einem durch Verletzungen aktuell extrem dezimierten Kader.

Immerhin: Bei Nadiem Amiri (Magen-Darm) und Karim Bellarabi (Oberschenkelprobleme) ist denkbar, dass sie am Donnerstag gegen OGC Nizza (21 Uhr) wieder einsatzbereit sein könnten. Edmond Tapsoba (Corona) ist nach seiner Quarantäne wieder im Training. Das schafft etwas Entlastung, denn personell ist Bayer „auf der letzten Rille“ unterwegs, wie Julian Baumgartlinger es am Sonntag umschrieb. Gegen Berlin fehlten gleich neun Spieler, einige davon mit langfristigen Verletzungen. Durch das Final-Eight-Turnier der Europa League im Sommer hatte die Werkself eine extrem kurze Urlaubsphase, ehe die neue Saison losging. Mit nur zwei Wochen Vorbreitung in den Beinen trat Bayer zum Ligastart in Wolfsburg an.

Trainer Peter Bosz befürchtete schon damals, dass die durch die Corona-Pandemie auf der einen Seite und die geplante EM im kommenden Sommer auf der anderen Seite extrem verdichtete Saison inklusive etwaiger Länderspiele für viele Verletzungen sorgen würde – und nun zeigt sich, dass der 57-Jährige recht hatte. Derzeit schleppt sich Leverkusen durch den Winter, das allerdings erfolgreich, denn in der Liga belegt das Team trotz aller Sorgen ungeschlagen Platz drei und am Donnerstag reicht ein Remis in Nizza, um in der Europa League zu überwintern.

Bleibt noch der DFB-Pokal. Der FC Bayern hat seine Partie in der zweiten Runde ins neue Jahr verlegen lassen. Am 13. Januar geht es für Manuel Neuer und Co. gegen Holstein Kiel. Der Rekordmeister begründete das mit der Teilnahme am Champions-League-Finalturnier im August und die durch Länderspiele entstandene zusätzliche Belastung seiner Profis. Der DFB folgte der Argumentation, die freilich mit leichten Abstrichen auch für Bayer gilt. Die Werkself schied in der in NRW ausgetragenen Runde der letzten Acht der Europa League am 10. August im Viertelfinale gegen Inter Mailand aus (1:2), München gewann am 23. August die Champions League gegen Paris St. Germain (1:0).

Bayer ist entschlossen, sein Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt, das für den 23. Dezember angesetzt ist, zu verschieben. „Wir hoffen, dass uns zugestanden wird, was auch dem FC Bayern zugstanden worden ist, nämlich im Januar zu spielen. Wir setzen auf den Fair-Play-Gedanken beim DFB“, erklärte Klubsprecher Dirk Mesch vergangene Woche. Angesichts der ähnlichen Argumentation käme ein ablehnender Bescheid des Verbandes eher überraschend.

Laut „Bild“ sprachen Klub-Chef Fernando Carro und Sport-Geschäftsführer Rudi Völler am Montag gar virtuell beim DFB-Bundesgericht vor. Bis Mittwoch habe das Gremium Zeit, sich zu der Thematik zu äußern, hieß es. Mit einer Entscheidung rechnen die Leverkusener am Donnerstag oder Freitag.

Zusätzliche Brisanz gewinnt die Situation durch die Tatsache, dass am 19. Dezember München für sein letztes Spiel des Jahres in die BayArena kommt, vier Tage vor Bayers Pokalspiel. Die Bayern könnten dabei ihre beste zur Verfügung stehende Mannschaft ins Rennen schicken, während Peter Bosz bei seinen personellen Gedankenspielen immer das Pokalspiel im Hinterkopf behalten müsste. Man muss kein Fan von Bayer 04 sein, um darin einen Wettbewerbsvorteil für den Rekordmeister zu sehen.