Bayer Leverkusen: Peter Bosz ist verliebt in den Fußball des SC Paderborn

Lob für Trainerkollegen Steffen Baumgart : Bosz ist verliebt in Paderborns Fußball

Der Trainer der Werkself gerät beim Spielstil des Aufsteigers ins Schwärmen. Er glaub auch nicht, dass sich die Paderborner in der BayArena in der eigenen Hälfte einigeln werden.

Peter Bosz ist kein Trainer, der sich sonderlich für die Vergangenheit interessiert. Auf die in den Vorjahren von Bayer 04 stets verlorenen Auftaktspiele der Bundesliga angesprochen, sagt der Niederländer schlicht, dass das nichts mit der Gegenwart zu tun hätte. „Entscheidend ist, dass wir am Samstag voll da sind“, betont der Niederländer. „Was in den Jahren davor passiert ist – keine Ahnung. Da war ich noch nicht da.“ Ihm gehe es im Heimspiel gegen den SC Paderborn vor allem um den Sieg und drei Punkte. Ein Erfolgserlebnis zum Ligastart sei nicht nur für die Tabelle gut, sondern gebe auch „ein gutes Gefühl“ und sei schon alleine deswegen wichtig.

Der 55-Jährige erwartet indes ein Spektakel gegen Aufsteiger. Zwar ist die Partie in der BayArena eines der Kategorie „David gegen Goliath“, doch Bosz denkt keineswegs, dass sich die Ostwestfalen einigeln und auf Schadensbegrenzung beschränken – im Gegenteil: Er rechnet mit einem betont offensiv eingestellten Gegner. „Ich habe es selbst erlebt, wenn man aufgestiegen ist und sein erstes Spiel in der ersten Liga machen kann. Da sind alle Spieler besonders motiviert“, sagt er. Zudem habe er die Paderborner bereits in der vergangenen Saison beobachtet und sei dabei bereits sehr angetan von dem Team um Trainer Steffen Baumgart gewesen. „Sie spielen immer mit offenem Visier nach vorne und die Taktik ist sehr mutig – ich liebe das.“ Die Chance sei groß, dass die Partie nicht mit einem torlosen Unentschieden ende. Das ungleiche Aufeinandertreffen zwischen dem Champions-League-Teilnehmer und dem Aufsteiger werde auch den Fans Spaß machen, ist Bosz überzeugt.

Ohnehin setzt er auf die Unterstützung der Anhängerschaft. Zwar wird das Stadion am Samstag aller Voraussicht nach nicht ausverkauft sein, aber es ist vor dem Spiel unter anderem ein rot-schwarzes Spalier geplant, um den Mannschaftsbus in Empfang zu nehmen. „Wir brauchen die Fans“, sagt Bosz. „Die Unterstützung ist sehr wichtig und kann uns das kleine Extra geben, dass wir brauchen, um das Spiel zu gewinnen.“ Eine weitere Einstimmung dafür gibt es vor dem Anpfiff, wenn die Vereinslegenden Rüdiger Vollborn und Stefan Kießling zu Ehrenspielführern der Werkself ernannt werden.

Personell kann Bosz beinahe aus dem Vollen schöpfen. Für Mitchell Weiser, der nach überstandener Prellung am Zeh wieder im Mannschaftstraining ist, kommt das Auftaktspiel nochzu früh. Hinzu kommt der langzeitverletzte Joel Pohjanpalo. Der Finne ist nach einer Durchblutungsstörtung im Sprungbein, die ihn viele Monate außer Gefecht setzte, weiterhin in einem heiklen Genesungsprozess, inklusive etwaiger Rückschläge.

Letztere gilt es am Samstag gegen Paderborn freilich zu vermeiden – Für die Tabelle und das gute Gefühl.

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