Bayer Leverkusen: Peter Bosz hat rund zwei Wochen bis zum Rückrundenstart

Bayer steigt wieder ins Training ein: Trainer Bosz hat nur wenig Zeit für große Veränderungen

Am Freitag leitet Peter Bosz erstmals das Mannschaftstraining von Bayer 04 Leverkusen. Ab dann hat der Niederländer knapp zwei Wochen, um sein Team auf die Rückrunde vorzubereiten.

Die erste Trainingseinheit der Werkself unter der Leitung von Peter Bosz wird am Freitag um 15 Uhr beginnen. Lars und Sven Bender ging das wohl nicht schnell genug, denn die Zwillinge absolvierten bereits am Donnerstag eine erste Einheit mit Athletik-Trainer Schahriar Bigdeli. Mit ihrem Frühstart gehen die beiden Führungsspieler einmal mehr voran und signalisieren ihre Bereitschaft für die Rückrunde.

Die hält einiges an Arbeit bereit – nicht nur für die Spieler, sondern auch für ihren neuen Boss. Bosz soll die Mannschaft von Platz neun mindestens unter die ersten Sechs führen. Dabei ist temporeicher und attraktiver Fußball die Vorgabe aus der Chefetage. Immerhin gilt es, die von Sportgeschäftsführer Rudi Völler bei Herrlichs Entlassung konstatierte Stagnation des Teams in eine Weiterentwicklung umzuwandeln.

Dem Niederländer bleibt allerdings nicht viel Zeit, seine neue Mannschaft auf den Rückrundenstart am 19. Januar gegen Mönchengladbach vorzubereiten. Es bleibt daher offen, inwiefern er die Spielidee seines Vorgängers Heiko Herrlich dezent verändern, deutlich modifizieren oder komplett verwerfen will. Letzteres scheint aufgrund des knappen Zeitrahmens kaum möglich.

Bis der Ball in der Liga wieder rollt, hat der 55-Jährige offenbar jeweils eine Einheit pro Trainingstag angesetzt – frei nach dem Motto „Qualität statt Quantität“. Unter Herrlich waren es häufig zwei Einheiten, vor allem in Vorbereitungsphasen und Länderspielpausen. Schon während seiner zunächst erfolgreichen, dann aber zunehmend kriselnden Zeit in Dortmund hatte Bosz dieses Planungsmuster. Bis zu seiner Entlassung nach nur 15 Bundesligaspielen begleitete ihn daher der Vorwurf der mangelnden Trainingsintensität.

Dabei braucht er trotz der kurzen Vorbereitung in der Winterpause so viel Zeit mit der Mannschaft wie möglich, um sie kennenzulernen und ihr seine Spielweise zu vermitteln. Die ist – das war in Dortmund bereits zu erkennen – vor allem von offensiver Verteidigung, Gegenpressung und Tempo geprägt. Diese Philosophie birgt einige Risiken und ist für Gegner mitunter leicht auszurechnen. Sie kann aber auch die Grundlage für berauschenden Offensivfußball sein, wenn alle Spieler sie verinnerlichen und voll mitziehen. Was letztlich davon zutrifft, wird die Zukunft zeigen. Und die beginnt am Freitag um 15 Uhr.

(dora)
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