Bayer Leverkusens Torjäger Patrik Schick lässt wieder die Muskeln spielen

Leverkusen · Bayer Leverkusens Stürmer entscheidet das Pokalspiel gegen den SC Paderborn in der Schlussphase und ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Bis er wieder bei 100 Prozent sei, werde es aber noch eine Weile dauern, betont der Tscheche.

 Bayer Leverkusens Patrik Schick (vorne) feiert sein Tor zum 3:1 gegen den SC Paderborn mit seiner markanten Jubelgeste – und freundlicher Unterstützung des Vorlagengebers Jeremie Frimpong.

Bayer Leverkusens Patrik Schick (vorne) feiert sein Tor zum 3:1 gegen den SC Paderborn mit seiner markanten Jubelgeste – und freundlicher Unterstützung des Vorlagengebers Jeremie Frimpong.

Foto: Imago/RHR-FOTO

Richtig sicher war sich Patrik Schick nicht. Wenige Sekunden, nachdem er den Ball in klassischster Mittelstürmermanier im Tor des SC Paderborn untergebracht hatte, drehte er zum Jubeln ab, streckte den Arm aus und lief Richtung Nordkurve. Er schien nicht so recht zu wissen, wie er den entscheidenden Treffer zum 3:1 im Achtelfinale des DFB-Pokals feiern sollte. Jeremie Frimpong kam dazu und zeigte seinem Teamkollegen, welche Geste er jetzt sehen will: den „Muskelmann-Jubel“. Der 27-Jährige hat die selbstbewusste Bizepspräsentation spätestens in der Saison 2021/22 als sein Markenzeichen etabliert. Damals schoss er 24 Tore in 27 Ligaspielen und ließ beinahe schon inflationär die Muskeln spielen.

Dass er auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist, machen die vergangenen drei Spiele deutlich. Beim BK Häcken traf er zum 2:0, gegen Borussia Dortmund bereitete er das 1:1 von Victor Boniface vor, und nun ließ er erneut als Joker das Tor zum 3:1-Endstand gegen Paderborn folgen. „Ich habe lange darauf gewartet, diesen Jubel wieder zu machen“, sagte Schick nach dem gesicherten Einzug ins Viertelfinale. Drei Torbeteiligungen seit seinem Comeback vor einer Woche sind freilich ein äußert wirksamer Stimmungsaufheller für den 27-Jährigen. „Natürlich gibt mir das viel Vertrauen und ich bin sehr glücklich. Allerdings muss ich noch mehr arbeiten, bis ich wieder komplett bei 100 Prozent bin. Das ist nach so einer langen Zeit nicht einfach.“

DFB-Pokal 23/24: Die Einzelkritik zu Bayer Leverkusen gegen SC Paderborn
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Leverkusen - Paderborn: die Werkself in der Einzelkritik

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Erst war der tschechische Nationalspieler wegen hartnäckiger Adduktorenprobleme abgesehen von einer kurzen Phase Ende Februar/Anfang März fast ein ganzes Jahr raus, dann zog er sich im Training Anfang November einen Faserriss in der linken Wade zu und musste erneut passen. Nun arbeitet er daran, bis Januar wieder ganz der Alte zu sein. „Momentan läuft alles gut und wir haben einen Plan. Das gefällt mir.“ Er sei frei von Schmerzen, aber habe noch Probleme mit der Kondition. „Für 90 Minuten reicht es momentan leider noch nicht, dazu müssen wir immer auf die Muskulatur aufpassen. Aber das wird in den nächsten Wochen besser und in der Rückrunde bin ich zu 100 Prozent fit.“

Ein Teil des Zeitplans sei, dass er eventuell zum letzten Europa-League-Gruppenspiel gegen den Molde FK wieder Teil der Startelf sein und vielleicht sogar 90 Minuten durchspielen könne. Allerdings sei dabei höchste Vorsicht geboten. Oberste Priorität habe, dass er sich nicht erneut verletze. „Wir spielen jetzt alle drei, vier Tage. Das Programm ist relativ hart“, sagte Schick. „Ich bin aber glücklich über jede Minute auf dem Platz. Das ist genau das, was ich brauche, weil im Training ist es immer noch etwas anderes, als in einem Spiel.“

Ebenfalls ein Gewinner der vergangenen Woche ist Josip Stanisic. Die Leihgabe des FC Bayern hat zum 2:0 beim BK Häcken zwei Vorlagen beigesteuert, gegen Paderborn bereitete er das 1:0 durch Boniface vor. Wirklich zufrieden ist der Kroate allerdings nicht – vor allem mit seinen Einsatzzeiten. „Es könnte für mich persönlich besser laufen“; sagte der 23-Jährige nach dem Pokalerfolg. „Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, dass alles perfekt ist. Aber es ist, wie es ist, und ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen.“ Er bleibe weiter dran und versuche, bei jedem Einsatz sein Bestes zu geben. „Ich bin einer, der immer spielen will. Das liegt in meiner Natur. Natürlich habe ich Tage, an denen ich mal besser und mal schlechter drauf bin. Es hilft ja auch nichts, schlechte Stimmung reinzubringen. Ich freue mich, dass es so gut in der Mannschaft läuft. Das ist das Wichtigste.“

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