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Bayer Leverkusen nach Bundesliga-Saison zwischen Enttäuschung und Trotz

„Können noch was reißen“ : Bayer 04 zwischen Enttäuschung und Trotz

Nachdem Platz vier verpasst ist, richtet sich der Fokus der Werkself auf das DFB-Pokalfinale am Samstag und Europa League im August, die ein Umweg in die Champions League sein kann. Sportgeschäftsführer Rudi Völler betont: „Es ist für uns noch nicht vorbei.“

Als die Kamerakabel eingerollt und die Ballfangnetze hinter den Toren abgehangen waren, standen Simon Rolfes, Peter Bosz und Fernando Carro noch auf dem Rasen der BayArena. Sportdirektor, Trainer und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen diskutierten gestenreich, vermutlich über den just erreichten 1:0-Sieg gegen Mainz zum Abschluss der Bundesliga und über die verpasste Chance, im letzten Moment an Mönchengladbach vorbei auf Platz vier zu ziehen. Weil die Borussia ebenfalls gewann, wurde daraus nichts.

Sportgeschäftsführer Rudi Völler sprach derweil in die Mikrofone der „Sportschau“ und ordnete die bisherige Saison als „gut, aber nicht sehr gut“ ein. „Mönchengladbach hat es am Ende ein paar Punkte besser gemacht“, sagte der 60-Jährige. „Aber es ist für uns noch nicht vorbei.“ Gemeint ist das Pokalfinale am Samstag gegen den FC Bayern München sowie die Europa League, die im August fortgesetzt werden soll. Die Werkself steht nach dem 3:1-Sieg bei den Glasgow Rangers im März mit einem Bein im Viertelfinale. Das Rückspiel gegen die Schotten steht noch aus. Danach entscheidet nur noch ein Spiel über das Weiterkommen.

„Wir haben uns in der Kabine gesagt, dass wir noch nicht am Ziel sind“, sagte Völler. Bei aller Enttäuschung darüber, mit 63 Punkten – ein Wert, der bislang immer für einen Platz in den Top Vier gereicht hatte – letztlich nur Fünfter geworden zu sein, gelte: „Wir können noch etwas reißen.“ Dass Leverkusen auch in der kommenden Saison in der Champions League spielt, sei denkbar. Denn als Sieger der Europa League zöge Bayer in die Königsklasse ein. „Wir wollen absolut unsere Chance suchen“, kündigte Völler an.

Auch Peter Bosz ordnete die Bundesligasaison als gelungen ein. Es sei zwar etwas merkwürdig, mit 63 Punkten am Ende ein Gefühl der Enttäuschung zu haben, aber insgesamt seien es fünf Zähler mehr als vergangenes Jahr. „Ich bin mir sicher, dass wenn wir nächste Saison 63 Punkte haben, es für die Champions League reicht“, sagte der Niederländer, der sich auf eine noch lange Saison freut. Ab Montag richtet sich der Fokus auf das Finale in Berlin – und die Chance, nach 27 Jahren endlich wieder einen Titel nach Leverkusen zu holen.

Auch in der Europa League hat Bosz den Turniersieg im Visier: „Wenn wir die restlichen vier Spiele gewinnen, kommen wir in die Champions League. Es ist eine Möglichkeit.“