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Bayer Leverkusen: Moussa Diaby und Leon Bailey glänzen im Doppelpack

Diaby und Bailey von Bayer 04 : „Ich glaube, wir sind das perfekte Duo“

Leon Bailey und Moussa Diaby sind bei Leverkusens 3:0-Sieg gegen Köln die entscheidenden Akteure. Die Flügelspieler betonen, wie gut ihr Zusammenspiel funktioniert und freuen sich über den Rückenwind für den Saisonendspurt.

Hannes Wolf geizte nach dem 3:0-Sieg gegen den 1. FC Köln nicht mit Sonderlob für seinen Schlüsselspieler. „Schulnote eins, würde ich sagen“, beschrieb er treffend die Leistung von Leon Bailey beim Erfolg gegen den Rivalen aus der Nachbarstadt. Mit zwei Toren und einer Vorlage zeigte der Jamaikaner eine seiner besten Saisonleistungen – und warf damit die Frage auf, warum er nicht schon früher Teil der Startelf war. Aber vielleicht war die Entscheidung des Interimstrainers, den 23-Jährigen in den Partien gegen Schalke und in Hoffenheim vorerst nur auf die Bank zu setzen, auch der Grund für die Leistungsexplosion gegen Köln. Es schien beinahe so, als hätte Bailey im Derby etwas zu beweisen.

„Er hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und war ganz wichtig für uns“, sagte Wolf. Zudem habe Bailey extrem diszipliniert für den Erfolg der Mannschaft gearbeitet. „Die Kombination aus Arbeit und der direkten Beteiligung an drei Toren macht ein Topspiel aus.“

Der Flügelspieler gab das Lob nach der Partie umgehend an Moussa Diaby weiter, der seinen Treffer zum 1:0 vorbereitete und dem er das 2:0 auflegte. „Das erste Tor war sehr wichtig. Aber noch wichtiger war die Vorbereitung. Moussas Flanke war perfekt gespielt, auch wenn mein Kopfball dann nicht ganz perfekt war“, sagte Bailey. „Das Tor hat uns von Beginn an Selbstvertrauen gegeben. Das haben wir auch gebraucht. So konnten wir die Kontrolle über das Spiel gewinnen.“

Bailey und Diaby bilden seit dem Sommer 2019 Bayers Flügelzange. Die beiden sind sich ähnlich in ihrer Spielanlage. Sie sind sehr schnell, trickreich und dribbelstark – aber Bailey ist noch etwas stärker im Abschluss als Diaby. Und er arbeitet mehr nach hinten mit. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum Köln in der ersten Halbzeit vor allem über die rechte Seite gefährlich wurde, wo Tin Jedvaj durch Diabys Nachlässigkeit einige Mühe hatte, die Angriffsbemühungen der Gäste zu unterbinden.

„Auf der rechte Seite war Tin oft allein und wir mussten den Flügel anders besetzen“, stellte auch Wolf nach dem Spiel fest. „Ziel war, mit Jonathan Tah und Jeremie Frimpong die rechte Seite doppelt zu besetzen, damit wir die Bälle nicht immer hinten reingespielt bekommen. Das hat dann auch sehr gut geklappt“, erklärte der Coach seine Wechsel in der zweiten Halbzeit, die Bayer mehr Stabilität brachten.

Bailey wurde nach 83 Minuten ausgewechselt, Diaby nach 73. Letzterer schwärmte nach dem Erfolgserlebnis gegen den abstiegsbedrohten Nachbarn von der Harmonie zwischen den beiden Außenspielern. „Ich glaube, wir sind das perfekte Duo. Ich denke, wir können sehr zufrieden sein. Leon und ich haben sehr gut zusammengespielt. Das ist ein gutes Zeichen für den Saisonendspurt“, sagte der Franzose. Bailey sah es ähnlich, freute sich aber auch sehr über die im Stadion wahrnehmbaren Gesänge der rund 100 Fans, die sich Mitte der zweiten Halbzeit vor der BayArena versammelten, um den Derbysieg zu feiern.

„Wir konnten sie hören. Das ist großartig. Wir wünschten uns natürlich, dass sie im Stadion dabei sein könnten. Leider ist das derzeit nicht möglich“, sagte der 23-Jährige. „Aber sie unterstützen uns trotzdem von draußen. Wir spüren, dass sie dabei sind. Es ist sehr wichtig, dass sie hinter uns stehen.“ Das gilt umso mehr am Dienstag, wenn die Werkself beim FC Bayern antritt (20.30 Uhr). An Bayers letztes Gastspiel am 30. November 2019 in München dürfte Bailey noch gute Erinnerungen haben. Der Angreifer traf beim 2:1-Sieg doppelt.