Bayers Kapitän bleibt vorsichtig Lukas Hradecky will (noch) nicht von Europa träumen

Leverkusen · Bayer Leverkusens Kapitän Lukas Hradecky sieht in der langen Winterpause die Chance, den Grundstein für eine Aufholjagd in der Bundesliga zu legen – und mahnt gleichzeitig, einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Bayers Nummer eins und Kapitän Lukas Hradecky bei einer seiner vielen Paraden.

Bayers Nummer eins und Kapitän Lukas Hradecky bei einer seiner vielen Paraden.

Foto: Imago/Uwe Kraft

Still ruht der Ball in der Liga, aber die Intensität im Training der Werkself ist hoch. Am Dienstag waren die Profis unter der Regie von Xabi Alonso mit vollem Einsatz dabei. Allerdings fehlten Florian Wirtz (Belastungssteuerung), Charles Aránguiz (Wadenprobleme) Mitchel Bakker (Erkältung), Callum Hudson-Odoi (verlängerter Urlaub) und Patrik Schick (Adduktorenbeschwerden). Bayers Trainer sieht in der durch die WM ungewöhnlichen Winterpause die Chance, sein Team auf die Aufholjagd im zweiten Abschnitt der Saison vorzubereiten. Das gilt auch für Kapitän Lukas Hradecky.

„Wir wollen die Wochen nutzen, um den Grundstein zu legen und uns auf unsere Abläufe zu konzentrieren“, sagt der Schlussmann. Die Zielsetzung ist für den Finnen nach der bislang verkorksten Hinrunde mit 18 Punkten aus 15 Spielen klar: „Das ist nicht gut gelaufen und wir wollen natürlich eine Verbesserung sehen.“ Die Siege gegen Union Berlin (5:0), beim 1. FC Köln (2:1) und gegen den VfB Stuttgart (2:0) haben die Werkself immerhin aus der Abstiegszone auf Platz zwölf gehievt, aber das ist nach wie vor weit von den eigenen Ansprüchen entfernt. Das ist Hradecky bewusst, der etwaigen Gedanken, bald wieder um Europapokalplätze zu spielen, eine Absage erteilt. „Wir sind immer noch in einer scheiß Situation, auch wenn wir eine gute letzte Woche vor der Winterpause hatten“, betont er. „Von Europa sollten wir nicht träumen, sondern zunächst gute Leistungen abliefern. Es gibt noch genug Spiele, um alles kaputtzumachen, aber auch genug, um alles zu reparieren. Erst dann können wir von gewissen Sachen träumen.“

Davor kommt aber die Arbeit. Nach dem Trainerwechsel von Gerardo Seoane zu Xabi Alonso blieb kaum Zeit für Inhalte, eine Englische Woche jagte die nächste. Nun lernen sich Coach und Team erst richtig kennen. „Wir haben jetzt die Ruhe, um ins Detail zu gehen“, sagt der Keeper. „Bei drei Spielen pro Woche kann man nicht eine halbe Stunde über einzelne Situationen reden, weil man sich auf den nächsten Gegner vorbereiten muss. Jetzt gibt es die Möglichkeit dazu, auch die Testspiele sind wichtig. Wir haben taktisch noch viel Verbesserungspotenzial, das sieht jeder. Aber man spürt auch, dass es gut funktionieren kann.“ Die ungewöhnliche Winterpause sei daher ein Glücksfall. „Es ist eine zweite Saisonvorbereitung. Diese Zeit müssen wir gut nutzen, ganz klar.“

Dass Alonso nach seinem Amtsantritt darauf bedacht war, zunächst die Defensive zu stabilisieren, sei richtig gewesen, „aber nach vorne haben wir bis jetzt noch nicht den Fußball von Bayer Leverkusen gespielt. Da brauchen wir mehr Automatismen und Systematik in den Abläufen – vor allem gegen tief stehende Gegner“, sagt Hradecky. Er ist zuversichtlich, dass Alonso die richtigen Ansätze findet: „Er ist Weltmeister geworden. Er wird schon Lösungen im Kopf haben.“

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