Doppelpack von Schick Bayer löst das Ticket für die Champions League

Sinsheim · Bayer Leverkusen gewinnt 4:2 bei der TSG Hoffenheim und spielt nächste Saison in der Champions League. Patrik Schick und Moussa Diaby überragen im letzten Auswärtsspiel der Saison, das neben der Königsklasse auch einen neuen Vereinsrekord bringt.

TSG Hoffenheim - Bayer 04 Leverkusen: die Bilder des Spiels
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Hoffenheim - Bayer 04: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Ergebnisse der Anderen sollten bei Bayer Leverkusens Gastspiel in Hoffenheim völlig egal sein. Die Werkself wollte aus eigener Kraft das Ticket für die Champions League lösen und sich nicht auf Schützenhilfe aus anderen Stadien verlassen – und genau das ist gelungen. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane glich zwei Mal aus und drehte letztlich das Spiel zu einem 4:2 (1:2)-Sieg. Der Verfolger aus Freiburg verlor seinerseits gegen Union Berlin und ist abgeschüttelt.

Als sich der rote Nebel aus dem vollen und offenbar mit reichlich Pyrotechnik ausgestatteten Gästeblock verzogen hatte, konnte das letzte Auswärtsspiel der Saison mit ein paar Minuten Verspätung beginnen. Bayers Coach Gerardo Seoane setzte auf die gleiche Startelf wie beim 2:0 gegen Frankfurt. Einen Zugang gab es auf der Ersatzbank: Jeremie Frimpong war nach seinem Mitte März erlittenen Syndesmoseriss erstmals wieder dabei. Für Kerem Demirbay hatte es indes nicht gereicht. Der Mittelfeldspieler laboriert weiterhin an einer Kapselverletzung am Zeh.

Hoffenheim erwischte den etwas besseren Start und kam durch Georginio Rutter zum ersten Abschluss der Partie. Der Schuss des Franzosen kam aus der Drehung und war für Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky kein Problem (4.). Auf der Gegenseite prüfte Paulinho ebenso harmlos TSG-Keeper Oliver Baumann aus spitzem Winkel (8.). Abgesehen davon ging es in den Anfangsminuten auf beiden Seiten durchaus robust, aber nicht unsportlich zur Sache. Das Geschehen spielte sich aber vor allem zwischen den Strafräumen ab.

Umso überraschender kam der Rückstand für die Werkself. Ein fahrlässiger Ballverlust von Piero Hincapie war der Ausgangspunkt. Christoph Baumgartner schnappte sich die Kugel von dem Linksverteidiger in Bayers Hälfte, machte noch ein paar Schritte in den Strafraum und behielt die Übersicht für den im Rückraum anrauschenden Rutter (22.). Die Gäste wirkten ein paar Minuten geschockt, fanden aber durch Paulinho, dessen Querpassversuch auf Patrik Schick im letzten Moment geblockt wurde, und Edmond Tapsobas Kopfball nach der folgenden Ecke den Faden zumindest kurzzeitig wieder (30.).

Der Ausgleich ließ daher nicht lange auf sich warten: Schick veredelte eine optimale Flanke von Moussa Diaby sehenswert mit links aus wenigen Metern (34.). Doch nur zwei Minuten später lag die Werkself wieder in Rückstand, weil Pavel Kaderabek nach einem simplen, aber effektiven Spielzug ziemlich ungestört von der rechten Seite flanken konnte und Baumgartner bei seinem Kopfball aus kurzer Distanz am zweiten Pfosten ungewöhnlich viel Freiraum hatte (36.).

Bayer 04 Leverkusen: Noten und Einzelkritik gegen TSG 1899 Hoffenheim
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Hoffenheim – Bayer 04: die Werkself in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Uwe Anspach

Was Bayers Profis zu dem Zeitpunkt nicht wussten: Der Verfolger aus Freiburg lag kurz danach bereits 0:3 gegen Union Berlin zurück. Spätestens zur Halbzeit in der Kabine dürfte sich der Zwischenstand aber herumgesprochen haben. Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem missglückten Distanzschuss von Charles Aránguiz und einem von Baumann abgewehrten Versuch von Schick (51.). Auch Hoffenheim blieb gefährlich, wie der Kopfball von Munas Dabbur nach Flanke von David Raum bewies. Hradcky entschärfte den Abschluss aus wenigen Metern mit einem starken Reflex (54.). Danach war es Robert Andrich, der wiederum an Baumann scheiterte (57.).

Bayer stemmte sich gegen die Niederlage, musste aber gegen präsente Hoffenheimer stets auf der Hut sein, damit der Rückstand nicht noch größer wird. Diabys Mischung aus flacher Hereingabe und Torschuss aufs lange Eck zischte am Pfosten vorbei (65.), zuvor gab es ein Getümmel in Bayers Strafraum, bei dem Andrej Kramaric einen Fallrückzieher ansetzte, doch Edmond Tapsoba und Odilon Kossounou standen im Weg (63.).

So ereignisarm die Anfangsphase war, so unterhaltsam entwickelte sich die Partie im weiteren Verlauf. Moussa Diabys Treffer zum 2:2 nach kongenialer Vorarbeit von Schick (73.) war ebenso sehenswert, wie das 3:2 von Schick nach Vorlage von Aránguiz nur drei Minuten später. Der Tscheche hatte sich unmittelbar vor seinem 24. Saisontor stark gegen zwei Hoffenheimer durchgesetzt, Baumann umkurvt und aus spitzem Winkel abgeschlossen.

Dass es bei der Führung blieb, war auch den Gastgebern zu verdanken, denn Jacob Bruun Larsen traf nur den Pfosten und Kramaric setzte den Nachschuss aus knapp zehn Metern zum Entsetzen der TSG-Fans neben das leere Tor (79.). In den Schlussminuten erhöhte der eingewechselte Lucas Alario auf 4:2 (90.+1). Es war das 78. Tor in der laufenden Saison – ein Vereinsrekord für den Werksklub.

Für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß war es das achte Ligaspiel in Folge ohne Sieg, Bayer hat sich durch den Erfolg ein Endspiel um die Champions League am kommenden Samstag gegen Freiburg (15.30 Uhr) erspart.

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