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Bayer Leverkusen: Kerem Demirbay spielt mit der Werkself in Hoffenheim

Hoffenheim empfängt Bayer 04 : Demirbays Ausflug in die Vergangenheit

Samstag kehrt Kerem Demirbay mit Bayer an seine alte Wirkungsstätte zurück. Für die Werkself geht es in Hoffenheim darum, den just eroberten fünften Platz zu verteidigen – und Schwung für die kommenden Aufgaben zu holen.

Wenn Kerem Demirbay am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr den Rasen in Hoffenheim betritt, ist das nicht der Beginn eines gewöhnlichen Fußballspiels. Drei Jahre trug er das Trikot der TSG und absolvierte für die Kraichgauer 73 Partien in der Bundesliga, ehe er für die Rekordablösesumme von rund 32 Millionen Euro im Sommer 2019 zu Bayer Leverkusen wechselte. Nun kehrt er mit der Werkself an seine alte Wirkungsstätte zurück.

„Natürlich ist das ein besonderes Spiel. Wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht darauf freue, würde ich lügen“, sagt Demirbay über seinen ersten Auftritt bei den Blau-Weißen im schwarz-roten Dress. Ob er von den Hoffenheimer Fans positiv oder negativ empfangen wird, ist dem 26-Jährigen nicht wichtig. „Ganz ehrlich: Ich erwarte nichts. Ich bin auch nicht erst seit gestern im Fußball. Wenn ich erwarte, dass sie mich gut aufnehmen, werde ich ausgepfiffen, und wenn ich Pfiffe erwarte, passiert das Gegenteil.“ So oder so freue er sich auf die Partie und hoffe für seine Mannschaft auf drei Punkte.

Die sind ihm und seinen Teamkollegen im Hinspiel verwehrt geblieben. Die TSG trotzte Bayer ein torloses Remis ab, obwohl die Gastgeber unter anderem mit 19:0 Eckbällen ein regelrechtes Chancenfeuerwerk zündeten. Aber es verpuffte. Es war eines dieser Spiele in der Hinrunde, das im Rückblick als „verschenkter Sieg“ bezeichnet werden kann. Wenn die Profis zuletzt in Interviews beklagten, dass sie in der Halbserie unnötig Punkte liegen gelassen hätten, war das Heimspiel gegen Hoffenheim stets ein Teil dieser Gleichung. Trotzdem ist der Respekt vor dem kommenden Gegner freilich groß. „Sie spielen sehr, sehr guten Fußball, aber wir müssen unser Spiel durchziehen“, mahnt Demirbay. „Ich denke, von der Qualität her sind wir besser besetzt. Am Ende werden Kampfgeist, Leidenschaft sowie aggressives Fußballspielen mit und ohne Ball entscheiden.“

Demirbay hat nach seinem Wechsel ins Rheinland zunächst nicht überzeugt. In der Hinrunde war der teuerste Bayer-Zugang aller Zeiten kein prägender Faktor. Seit der Winterpause habe sich aber etwas geändert, betont Demirbay, der seine ersten Monate unterm Bayer-Kreuz treffend einzuschätzen weiß: „Ich habe nicht geliefert.“ Doch in beiden Partien des neuen Jahres hat er – auch wegen der Ausfälle von Charles Aránguiz (verletzt) sowie Winterzugang Exequiel Palacios (gesperrt) – zwei Mal über 90 Minuten gespielt. „Ich kriege wieder mein Selbstbewusstsein und die nötige Lockerheit“, sagt der gebürtige Hertener. Er habe seine durchwachsene Hinrunde abgehakt. Dennoch hält er am beliebten Fußballercredo fest, immer nur von Spiel zu Spiel zu denken.

Das ist ein Satz, den sein Trainer Peter Bosz gebetsmühlenartig wiederholt. Mit Blick auf den knackigen Februar, der das DFB-Pokal-Spiel gegen den VfB Stuttgart, die Europa-League-Partien gegen den FC Porto sowie das Bundesliga-Topspiel gegen Dortmund bereithält, sagt er: „Voller Fokus auf Hoffenheim.“ Damit es nicht wieder Leverkusener Chancenwucher zu beklagen gibt, habe er unter der Woche gezielt mit der Mannschaft gearbeitet. „Wir haben im Training viel Wert auf die Abläufe im letzten Drittel gelegt – und wir haben die nötige Qualität“, betont der Niederländer. Das gebe ihm die Hoffnung, dass Bayers Chancenverwertung besser sein wird als im Hinspiel gegen die TSG – oder zuletzt beim lange wackeligen 3:0 gegen Düsseldorf, das Leverkusen Platz fünf in der Tabelle einbrachte. Beim Siebten geht es darum, die Position zu verteidigen. „Wenn man oben mitspielen will, ist der Druck immer groß“, sagt Bosz. „Wir müssen auf uns schauen und das Spiel gewinnen. Darauf bereiten wir uns vor.“