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Bayer Leverkusen: Jeremie Frimpong ist Gerardo Seoanes Musterschüler

Rasante Entwicklung bei Bayer 04 : Jeremie Frimpong ist Gerardo Seoanes Musterschüler

Bayer Leverkusens Trainer Gerardo Seoane lobt Jeremie Frimpong nicht nur wegen seiner Vorlage zum entscheidenden Tor beim 1:0 gegen Mainz. „Er ist definitiv ein Aktivposten bei uns“, betont der Schweizer.

In der 62. Minute hatte Jeremie Frimpong einen Geistesblitz. Der Niederländer kam beim bis dahin torlosen Duell gegen den FSV Mainz mit Tempo über die rechte Seite, spielte einen Doppelpass mit Florian Wirtz und legte im Strafraum erneut zurück auf den 18-Jährigen. Der wiederum behielt die Übersicht und vollendete den Spielzug unter akuter Bedrängnis mit bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit aus dem Stand ins linke lange Eck. Die Szene könnte als Lehrmaterial dafür dienen, wie dicht gestaffelte Defensivreihen auf engstem Raum zu überwinden sind. Sie war letztlich spielentscheidend. Nach sechs Spieltagen steht Bayer auf Platz zwei. Der 1:0-Sieg macht aus einem guten einen starken Saisonstart für die Werkself.

Das kongeniale Zusammenspiel mit Wirtz verdeutlicht Frimpongs Fortschritte in dieser Saison. Wettbewerbsübergreifend steht er nun bei acht Einsätzen und vier Vorlagen. Als er Ende Januar für kolportierte elf Millionen Euro vom kommenden Europa-League-Gegner Celtic Glasgow nach Leverkusen wechselte, war viel von seinem Potenzial und seiner Entwicklungsfähigkeit die Rede. Sportdirektor Simon Rolfes hob die Schnelligkeit, technische Versiertheit und den Offensivdrang des Rechtsverteidigers hervor, Sportgeschäftsführer Rudi Völler sprach von einem „lebendigen Spielstil“, der genau das sei, was man bei Bayer sehen wolle.

Doch es dauerte ein wenig, bis sich der gebürtige Amsterdamer, der in der Nachwuchsabteilung von Manchester City ausgebildet wurde, in der Bundesliga zurechtfand. Sein Abwehrverhalten war ausbaufähig und er verzettelte sich zu oft bei Vorstößen. Davon ist zuletzt nicht mehr viel zu sehen. „Jeremie ist ein Spieler, der über sich hinauswächst, wenn er Vertrauen spürt. Er ist fähig, sich unglaublich schnell weiterzuentwickeln“, sagte Trainer Gerardo Seoane. „Ich finde, dass er vor allem auch bei seiner Defensivarbeit sehr fokussiert und diszipliniert ist. Es gibt immer Sachen zu verbessern, aber er ist definitiv ein Aktivposten bei uns.“

Das liegt zunächst an seinen offensichtlichen Qualitäten: Antritt, Schnelligkeit, Wendigkeit und Dribbelstärke. Dazu kommen aber nun auch Griffigkeit im Zweikampf und aufmerksames Stellungsspiel. Frimpong hat schnell gelernt, worauf es Seoane auf der Position des Außenverteidigers ankommt – hinten wie vorne. „Ich freue mich für ihn, dass er sich für seine 20, 30 Sprints nach vorne belohnt und den Überblick behalten hat, um mit Florian Wirtz auf engstem Raum Doppelpässe zu spielen“, sagte der Schweizer.

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Der Vorlagengeber wollte seine Leistung nach dem Schlusspfiff nicht in den Fokus rücken. „Wir haben gut verteidigt. Das sieht man an dem Ergebnis. Es war eine gute Teamleistung“, betonte Frimpong und lobte zudem seinen Kapitän. „Schaut euch Lukas Hradecky an. Er hat uns mit seiner Rettungstat im Spiel gehalten und die drei Punkte gesichert.“ Gemeint ist unter anderem die starke Parade des Schlussmanns bei Marcus Ingvartsens Kopfball kurz vor dem Abpfiff.

Das Tor des Tages beschrieb der Vorlagengeber vor allem als eine Sache des Gefühls: „Flo ist mein Kumpel. Ich weiß genau, wo er ist und wir verstehen uns blind. Wenn ich die Möglichkeit habe ihn anzuspielen, mache ich ich das auch – und er weiß, wie man vollendet.“