Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid: Lukas Hradecky hält Sieg in der Nachspielzeit fest

Bayer-Torhüter Hradecky hält Sieg gegen Atlético fest : „Dieses Spielglück hat uns zuletzt gefehlt“

Die Werkself wahrt mit einem 2:1-Erfolg gegen Atlético Madrid ihre Achtelfinal-Chance. In den Schlussminuten muss Bayer noch einmal bangen, doch Torhüter Lukas Hradecky hält den Sieg in der Nachspielzeit fest.

94 Minuten und 40 Sekunden waren in der BayArena gespielt, die fünfminütige Nachspielzeit fast beendet. Nur noch einen Angriff musste die Werkself überstehen, und die ersten drei Punkte der Champions-League-Saison würden endlich auf ihr Konto fließen. Der Anschlusstreffer von Álvaro Morata zum 1:2 eine Minute zuvor würde nur eine Randnotiz bleiben, und alle über den verdienten Sieg der Leverkusener sprechen. Dann tauchte der Angreifer von Atlético Madrid plötzlich doch noch einmal frei vor Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky auf – und der sicher geglaubte Sieg schien aus der Hand zu gleiten. Mit einer sensationellen Fußbabwehr machte Hradecky die Riesenchance aber zunichte, und Schiedsrichter Damir Skomina beendete das Spiel kurz darauf mit dem Schlusspfiff. 2:1 (1:0) – Bayer wahrt seine Chance auf das Achtelfinale und das Überwintern in einem europäischen Wettbewerb.

„Das war ich dem Team nach meinem Fehler aus dem ersten Spiel schuldig“, sagte Hradecky erleichtert. Wir blicken zurück: Am 18. September 2019 ging für den finnischen Nationaltorhüter ein Traum in Erfüllung. Zum ersten Mal in seiner Profilaufbahn spielte der Schlussmann von Bayer 04 in der Champions League. Doch die Partie gegen Lokomotive Moskau entwickelte sich für Hradecky zum persönlichen Albtraum. Ein grober Schnitzer des 29-Jährigen besiegelte die 1:2-Auftaktniederlage der Werkself in der Königsklasse.

Sieben Wochen später ist die Welt eine andere. Anstatt sich öffentlich entschuldigen zu müssen, ist Hradecky am späten Mittwochabend der gefeierte Held in der BayArena. „Am Ende hat er mich aber auch angeschossen. Trifft er den Ball besser, ist es das 2:2. Aber dieses Spielglück hat uns zuletzt gefehlt“, sagte Hradecky zur letzten Chance durch Morata.

Ein Eigentor von Thomas (41.) hatte die Werkself auf die Siegerstraße gebracht, Kevin Volland mit seinem Treffer (55.) die Tür zum ersten Sieg in der Königsklasse seit 1064 Tagen weit aufgestoßen. Selbst in Unterzahl – Nadiem Amiri hatten wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen (84.) – machte es Bayer gut und verdiente sich den Sieg dank eines der besten Saisonspiele gegen einen internationalen Top-Klub.

Mit nun drei Zählern steht Bayer in der Gruppe D punktgleich mit Moskau da, das zuvor 1:2 gegen Juventus Turin verloren hatte. „Es ist noch alles drin“, betonte Hradecky. „Jetzt können wir mit breiter Brust nach Moskau fahren und haben den Verbleib in Europa in eigener Hand.“ Mit einem Sieg bei den Russen würde Bayer auf den dritten Platz vorrücken, der zumindest fürs Überwintern in der Europa League reicht.

Der Erfolg gegen Madrid dürfte dem Werksklub derweil viel Auftrieb für die kommenden Wochen geben. In der Liga geht es zunächst am Sonntag (15.30 Uhr) in Wolfsburg weiter, dann kommt es nach der Länderspielpause am 26. November (18.55 Uhr) zum Aufeinandertreffen in der russischen Hauptstadt.

Torschütze Kevin Volland zufolge sei der Triumph gegen das Team von Coach Diego Simeone „auch für den Kopf“ sehr wichtig gewesen. „In den letzten Wochen haben wir zurecht etwas Gegenwind bekommen und viele Punkte liegenlassen. So ein Sieg tut dann gut.“ Der Schlüssel zum Erfolg sei die kompakte Defensive und das aggressive Vorwärtsverteidigen der Werkself gewesen. Klappt es nun auch mit der Revanche in Moskau? Volland: „Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie wir gegen Madrid gespielt haben.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bayer 04 - Atlético: die Werkself in der Einzelkritik

(sb)
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