Bayer-Coach Alonso „Wirtz ist ein großartiger Winterzugang“

Leverkusen · Bayers Trainer Xabi Alonso freut sich wie alle Fans der Werkself auf das Comeback des Mittelfeldspielers im Test am Samstag bei den Glasgow Rangers. Der 19-Jährige soll Schritt für Schritt an den Wettkampf herangeführt werden.

 Monatelang schuftete Florian Wirtz in der „Werkstatt“ auf der dritten Etage der BayArena für sein Comeback auf dem Fußballplatz. In dieser Woche soll der Mittelfeldspieler aus Leverkusen seine Rückkehr auf den Rasen feiern.

Monatelang schuftete Florian Wirtz in der „Werkstatt“ auf der dritten Etage der BayArena für sein Comeback auf dem Fußballplatz. In dieser Woche soll der Mittelfeldspieler aus Leverkusen seine Rückkehr auf den Rasen feiern.

Foto: Bayer 04 Leverkusen/Jörg Schüler

Am 12. März 2020 trat die Werkself im Achtelfinale der Europa League bei den Glasgow Rangers an – ein Duell unter besonderen Vorzeichen. Es war das letzte Spiel vor Zuschauern in einem Wettbewerb der Uefa, ehe wegen der Corona-Pandemie Lockdowns beschlossen und Fans vorläufig aus den Stadien vertrieben wurden. Während auf dem Kontinent bereits Geisterspiele an- und viele Partien komplett abgesagt waren, kamen knapp 50.000 Zuschauer für einen vorerst letzten Fußballrausch ins Ibrox-Stadion. Bayer gewann dank der Tore von Kai Havertz, Charles Aránguiz und Leon Bailey mit 3:1, damals hieß der Trainer noch Peter Bosz. Es klingt wie ein Spiel aus einer anderen Zeit, doch es ist noch nicht einmal drei Jahre her.

An diesem Samstag (14 Uhr MEZ) kehrt die Werkself nach Glasgow zurück. Für die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso ist die Partie bei den Rangers der erste von insgesamt vier Tests in der Wintervorbereitung. Die Augen werden dabei vor allem auf einen Leverkusener gerichtet sein: Florian Wirtz. Das Top-Talent soll rund neun Monate nach seinem im Derby gegen Köln erlittenen Kreuzbandriss beim schottischen Rekordmeister sein Comeback feiern. 

„Er ist wie ein Neuzugang“, sagt Bayers spanischer Trainer. Der 19-Jährige werde das Spiel der Werkself mit Sicherheit bereichern. „Er wird uns viele Dinge geben, seine individuellen Qualitäten, seine Fähigkeit, zu assoziieren und verschiedene Lösungen zwischen den Linien zu finden“, ist der 41-Jährige überzeugt. Wirtz sei gerade wegen dieser Stärken ein Unterschiedsspieler. Mit den Einsatzzeiten müsse man aber nach der langen Verletzungspause gewissenhaft umgehen. „Er wird 20 oder 25 Minuten spielen – und wenn es gut geht, beim nächsten Mal gegen Zürich ein bisschen länger“, kündigt Alonso an.

Ende Oktober hatte Wirtz damit begonnen, zumindest wieder Teile des Mannschaftstrainings mitzumachen. Zu dem Zeitpunkt war noch unklar, ob der vierfache deutsche Nationalspieler mit zur Weltmeisterschaft nach Katar fliegen würde oder sogar noch vor der Ligapause wieder einsteigen könnte. Letztlich kam es nicht dazu. Wirtz spielte weder für die Werkself noch flog er mit der DFB-Auswahl zum Turnier in die Wüste. „Wir waren vorsichtig, aber jetzt geht es ihm gut. Er ist dabei, die Matchfitness zu erlangen, die er braucht. Er wird für uns ein großartiger Winterzugang sein“, sagt Alonso.

Jetzt gehe es darum, den U21-Europameister, der im Training bereits einen starken Eindruck macht, auf den Wettbewerb vorzubereiten. „Natürlich ist es ein Unterschied zwischen Training und einem Testspiel und dann nochmal einem Pflichtspiel“, betont Alonso. Die Zeit, ihn darauf vorzubereiten, sei aber ausreichend. „Ich glaube, dass er frei im Kopf ist. Er hat wirklich sehr gut gearbeitet und eine großartige Mentalität, soweit ich das bislang sehen konnte. Und er sagt, dass sich das Knie ziemlich gut anfühlt.“ Das dürften die Fans des Werksklubs gerne hören, denn auch Alonso weiß: „Wir brauchen ihn.“

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