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Bayer Leverkusen bleibt in Torlaune und sorgt für Debatte um Handspielregel

„Hand ist Hand“ : Leverkusen weiter in Torlaune – Debatte um Handspielregel

Die Werkself gewinnt auch dank eines kuriosen Treffers von Lucas Alario 3:0 gegen Arminia Bielefeld. Das Tor sorgte nach dem Abpfiff für Gesprächsbedarf bei den Gästen.

Als der Ball im Netz zappelte, ging der bange Blick von Lucas Alario gleich in Richtung des Unparteiischen Martin Petersen. Der Argentinier in Diensten von Bayer Leverkusen hatte wie jeder im Stadion gesehen, dass seinem Treffer zum 1:0 gegen Arminia Bielefeld ein vermeintliches Handspiel vorausgegangen war. Teamkollege Paulinho hatte sich zuvor unabsichtlich selbst angeschossen, ehe der Ball bei Alario landete und dieser aus kurzer Distanz vollstreckte. Videoschiedsrichter Felix Zwayer brachte schließlich Gewissheit: Das Tor war regelkonform. Bayer 04 siegte am Ende einer einseitigen Partie recht mühelos mit 3:0 (1:0). Nach dem Schlusspfiff war die kuriose Aktion aus der 30. Minute aber das Gesprächsthema Nummer eins.

„Vor einem Jahr war die Regel, dass, egal wer Hand spielt, es abgepfiffen wird“, sagte Bielefelds Gonzalo Castro. Der ehemalige Bayer-Profi äußerte sein Unverständnis über die neue Auslegung. „Ich weiß nicht, ob da immer jemand sitzt und Langeweile hat, um irgendwelche Regeln umzuschreiben. Man sollte immer noch beim Fußball bleiben – Hand ist Hand und fertig.“

Seit dieser Saison liegt ein strafbares Handspiel nur dann vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm spielt, oder er seinen Körper mithilfe der Hände oder den Armen „unnatürlich vergrößert“. Hinzu kommt, dass jeder Treffer, der mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, unter keinen Umständen zählt. Bis zu dieser Saison galt das auch für Torvorlagen, doch diesen Passus strichen die Regelhüter des Fußballs.

Auch Arminen-Coach Frank Kramer ärgerte sich. Man müsse die Regel zwar hinnehmen, aber nicht verstehen. „Es ist, wie es ist“, sagte der 49-Jährige. „Ich schüttel mit dem Kopf und versuche dann, mir den Halswirbel einrenken zu lassen.“ Leverkusens Trainer Gerardo Seoane sprach sich indes dafür aus, dass „die Regel in eine Richtung gehen muss, dass es keine Diskussion mehr gibt.“ Das dürfte allerdings ein Wunschdenken bleiben. David Elleray, Technischer Direktor des „International Football Association Board“ und zuständig für die Fußballregeln, hatte schon im Vorfeld dieser Saison betont, dass es „eine ideale Lösung“ beim Handspiel nicht geben werde. „Die Entscheidung wird immer auslegbar sein“, sagte der Engländer.

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Die Geschichte des Spiels selbst ist derweil schnell erzählt. Nach Alarios Führungstor sorgte Moussa Diaby im zweiten Abschnitt zunächst für die Vorentscheidung und dann für den Endstand (57./81.). In sieben Rückrundenspielen hat Leverkusen damit schon 23 Treffer erzielt. Die Offensivmaschinerie des Werksklubs läuft also auch ohne den aktuell verletzten Top-Stürmer Patrik Schick ungebremst weiter. Zudem spielte das Team zum ersten Mal seit November zu Null. Die Hoffnung unter dem Bayer-Kreuz, in dieser Form auch am Samstag beim Spitzenreiter in München etwas mitnehmen zu können, ist nach dem Erfolg gegen Bielefeld wieder etwas gestiegen.