Bayer Leverkusen 04 fehlt gegen Atlético Madrid die  Balance

In der Defensive gut, vorne schwach : Bayer Leverkusen fehlt gegen Atlético die Balance

Bayer 04 Leverkusen gelingt es momentan nicht, defensiv stabil und gleichzeitig offensiv gefährlich zu sein. Im Champions League-Spiel gegen Atlético Madrid war dies deutlich zu erkennen.

Vor dem Abflug in die spanische Hauptstadt sagte Rudi Völler, dass sich Atlético Madrid schon immer schwer mit Bayer Leverkusen getan hätte. Das war auch im siebten Aufeinandertreffen der Fall, doch am Ende stand die Werkself mit leeren Händen da. Das späte Kopfballtor von Àlvaro Morata brachte die Gäste um ein Remis beim großen Favoriten. So bleibt Bayer auch nach dem dritten Spiel in der Champions-League-Gruppenphase punktlos. Das Achtelfinale ist vielleicht noch für Fußballmathematiker ein relevantes Szenario, aber nicht für Realisten.

Etwas Zählbares aus Madrid mitzunehmen, wäre für die Mannschaft von Trainer Peter Bosz durchaus verdient gewesen – allerdings nicht wegen ihrer Offensivpower. Diesmal war es vor allem die Defensive, die bis auf eine entscheidende Situation in der 78. Minute überzeugte. Im Spiel nach vorne lief indes nicht viel zusammen. Die Niederlage in Madrid war bereits das fünfte Pflichtspiel in dieser Saison, in dem Bayer trotz seiner zweifellos hochveranlagten Abteilung Attacke kein eigener Treffer gelang. Das ist ein erstaunlicher Wert, weil Bayer und Bosz eigentlich gleichermaßen für betont offensiven Fußball stehen. Zudem wartet die Werkself nun seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg.

„Atlético macht aus wenig viel und wir machen aus wenig nichts“, fasste Völler zusammen. „Das können wir normalerweise besser. Uns fehlt im Moment ein bisschen die Selbstverständlichkeit. Das ist unser Manko.“ In der Champions League gehe es nach der dritten Niederlage nur noch darum, Platz drei zu sichern und sich in die Europa League zu retten.

Die Werkself scheint es derzeit in zwei Varianten zu geben: offensiv gefährlich, aber dafür defensiv anfällig – oder defensiv stabil, aber dafür offensiv harmlos. In Madrid ließ Bosz entgegen seiner Gewohnheit mit Viererkette plus zwei defensiven Sechsern spielen. Die Idee ging in der eigenen Hälfte weitgehend auf, doch die fehlende Durchschlagskraft nach vorne war nach jeder Balleroberung offensichtlich. „Wir müssen unsere Balance wiederfinden“, forderte Völler.

Die nächste Gelegenheit dazu ist am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr). Nach dem 1:1 gegen Leipzig sowie dem 0:3 in Frankfurt steht Leverkusen als Neunter in der Liga unter Zugzwang – auch, wenn Platz eins nur zwei Punkte entfernt ist.

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