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Bayer Leverkusen: Bayer hofft auf 90 stinknormale Minuten

Bayer Leverkusen : Bayer hofft auf 90 stinknormale Minuten

Nach der Debatte um das Phantom-Tor soll in Braunschweig für die Werkself nur noch der Fußball im Fokus stehen. Gegen die Eintracht ist Bayer 04 so klar Favorit wie lange nicht. Lars Benders Vertragsverlängerung geht als Coup durch.

Im Vorfeld eines Bundesligaspiels wird in der Regel versucht, den besonderen Reiz dieser speziellen Partie herauszustellen. Deswegen gibt es Derbys, Duelle von David und Goliath, Nord-Süd-Gipfel oder ein Treffen von Spieler xy mit seiner alten Liebe. Bei Bayer 04 wünschen sie sich indes nichts sehnlicher, als dass das heutige Spiel bei Eintracht Braunschweig (15.30 Uhr) stinknormale 90 Minuten bereithält — am Ende soll natürlich ein Auswärtssieg stehen, aber auf dramatische, nachwirkende Begleiterscheinungen à la Phantom-Tor können Leverkusen im Allgemeinen und Stefan Kießling im Speziellen in der Nach-Phantom-Tor-Zeit nur zu gut verzichten.

Kießling hatte die bittere Erfahrung machen müssen, dass es für viele aufgebrachte User Sozialer Netzwerke und Internet-Foren letztlich völlig unerheblich war, dass ihn vor dem DFB-Sportgericht sogar der Anwalt der TSG Hoffenheim ("Wir haben Herrn Kießling vor dem Phantom-Tor für einen fairen Sportsmann gehalten, und wir tun dies auch danach") von allen Vorwürfen der Unsportlichkeit freisprach. Die Beleidigungen und Drohungen gingen unverändert weiter. Und so hoffen Bayer 04 und sein Torjäger, dass sich an diesem Spieltag in einem anderen Stadion des Landes die vielzitierte Sau findet, die durchs Dorf getrieben werden kann. "Ich denke, Montag ist das Thema durch. Ich habe es schon vergessen", sagte Trainer Sami Hyypiä gestern.

Wenn Kießling heute spielt und nicht geschont wird, darf er sich einem sportlichen Ziel widmen: Schließlich ist die Eintracht der einzige aktuelle Erstligist, gegen den er noch nie getroffen hat — freilich nur, weil er noch nie in der Bundesliga gegen Braunschweig gespielt hat. Generell flog ein bärenstarkes Leverkusen wohl lange nicht mehr als so klarer Favorit zu einer Ligapartie wie gestern. Die Werkself gewann 13 ihrer vergangenen 15 Bundesliga-Spiele, so viele wie kein anderes Team. Und Topscorer Sidney Sam erzielte in der bisherigen Saison alleine genauso viele Treffer (sieben) wie Braunschweig insgesamt. "Aber kein Spiel ist einfach — ob gegen Bayern oder Braunschweig", warnte Hyypiä in bewährter Manier.

Mit der Vertragsverlängerung von Lars Bender bis Juni 2019 ist den Machern derweil ein Vollzug gelungen, der intern wie bei der Konkurrenz als Coup eingestuft wird. Dortmunder Gedankenspiele um eine Zeit nach Ilkay Gündogan oder Arsenal Londons Überlegungen, die deutsche Kolonie weiter auszubauen, erlitten jedenfalls erst einmal einen herben Dämpfer. "Es ist großartig, dass der Verein so einen Spieler halten kann. Wenn ein Klub oben mitspielen will, ist es der richtige Weg, die besten Spieler zu halten. Und es ist schön, dass wir in diesen Tagen auch mal positive Schlagzeilen bekommen.", sagte Hyypiä.

Emir Spahic bereitet derweil der Rücken Probleme, Stefan Reinartz fällt weiter aus.

(RP)