Bayer 04 unterliegt Hoffenheim deutlich

1:4-Klatsche für die Werkself : Bayer 04 unterliegt Hoffenheim deutlich

Zwei Verletzungen und vier Gegentore machten das Freitagabendspiel zu einem Desaster für die Werkself – nicht nur aus tabellarischer Sicht.

Zu einem vorentscheidenden Duell um ein Ticket nach Europa trat Bayer 04 Leverkusen bei der TSG Hoffenheim an – und Punkte waren beinahe schon Pflicht für die Rheinländer, um auch die Champions-League-Plätze nicht komplett aus den Augen zu verlieren. Das ist der Mannschaft von Trainer Peter Bosz nicht gelungen. Im Gegenteil: Die Werkself ist nach dem 1:4 (1:1) weit, weit von der Königsklasse entfernt und muss nun auch wieder um die Europa League bangen.

Der Niederländer veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:3 gegen Bremen vor knapp zwei Wochen auf drei Positionen. Den nach seiner Länderspielreise mit Chile von Jetlag geplagten Charles Aránguiz ersetzte Kai Havertz, Tin Jedvaj begann für den gelbgesperrten Wendell und Sven Bender für Aleksandar Dragovic.

Bayer begann mit hohem Druck vor 28.350 Zuschauern, von denen einer Ex-Sportdirektor Jonas Boldt war. Über Julian Brandt und Leon Bailey landete der Ball bei Kevin Volland – und es war einzig Benjamin Hübners Fußspitze zu verdanken, dass der Leverkusener nicht abschließen konnte (3.). Hoffenheim nutze hingegen seine erste Chance zur Führung. Leonardo Bittencourt spielte nach einem Ballgewinn schnell zu Andrej Kramaric, der Ishak Belfodil im Zentrum von links bediente (10.).

Das ging schlicht zu schnell für die Gäste aus dem Rheinland. Deren Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Eine Kombination von Brandt und Karim Bellarabi machte aus einen Klärungsversuch eine Flanke auf Volland, der den Ball zum 1:1 ins Tor köpfte (17.). Kurz danach war es erneut Volland, dem ein schussähnlicher Pass von Bellarabi vor die Füße rollte, doch er war wohl zu überrascht für seinen sinnvollen Abschluss. TSG-Schlussmann Oliver Baumann hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Distanz abzufangen (19.).

Beide Teams waren mit viel Zug zum Tor unterwegs. So entwickelte sich ein attraktiver Schlagabtausch, in dem Bayer innerhalb von zehn Minuten zwei Verletzungen ohne Fremdeinwirkung hinnehmen musste. Erst griff sich Bellarabi an den Oberschenkel und humpelte vom Platz. So kam Aránguiz doch noch zu seinem dritten Einsatz binnen sieben Tagen – inklusive der Länderspiele auf der anderen Seite der Welt (26.). Dann war es Kapitän Lars Bender, für den es nicht mehr weiterging (36.). Mitchell Weiser ersetzte ihn.

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag der Hoffenheimer. Der gerade eingewechselte Nadiem Amiri brachte sein Team wieder in Front (52.). Sein eigentlich harmloser Abschluss wurde von Sven Bender unhaltbar abgefälscht, die DFL entschied auf Eigentor. Bayer reagierte mit teils wütenden Schüssen von Brandt, Weiser und Bailey (55./56./59.), doch es war Ishak Belfodil, der nach einem Konter das Spiel entschied (61). Kramaric machte sich in der Schlussphase mit dem 4:1 noch zum Rekordtorschützen der TSG (79.).

Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Vogt, Benjamin Hübner, Brenet - Grillitsch - Demirbay, Bittencourt (74. Otto) - Kramaric - Joelinton (51. Amiri), Belfodil (87. Bicakcic). - Trainer: Nagelsmann

Leverkusen: Hradecky - Lars Bender (36. Weiser), Tah, Sven Bender, Jedvaj - Baumgartlinger - Havertz, Brandt - Bellarabi (26. Aranguiz), Bailey (80. Alario) - Volland. - Trainer: Bosz

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Tore: 1:0 Belfodil (10.), 1:1 Volland (17.), 2:1 Sven Bender (51., Eigentor), 3:1 Belfodil (61.), 4:1 Kramaric (79.)

Zuschauer: 28.350

Gelbe Karten: Grillitsch (7), Benjamin Hübner - Bailey (4), Havertz (2)

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