Bayer 04 Leverkusens Zugang Daley Sinkgraven will Deutscher Meister werden

Daley Sinkgraven : Leverkusens neuer Holländer macht gleich eine Titel-Ansage

Daley Sinkgraven gilt als Wunschspieler von Trainer Peter Bosz. Der Niederländer will nach einer schwierigen Phase bei Ajax Amsterdam nun bei der Werkself durchstarten – und etwas Großes schaffen.

Verletzungspech war in den vergangenen zwei Jahren Daley Sinkgravens steter Begleiter. Unter Peter Bosz avancierte der 24-Jährige bei Ajax Amsterdam einst zum linken Verteidiger und dann zum Stammspieler. Der Coach schwärmte bisweilen gar vom „Potenzial zur absoluten Weltspitze“ seines Schützlings. Höhepunkt der Zusammenarbeit war das Europa-League-Finale 2017, das allerdings 0:2 gegen Manchester United verloren ging. Als sich die Wege trennten und Bosz sein Glück in Dortmund versuchte, begann beinahe parallel Sinkgravens Leidenszeit. Eine Knieverletzung zwang ihn zu einer langen Pause.

Das sensible Gelenk wurde zunächst monatelang konservativ behandelt, doch etwaige Comebackversuche fanden ein jähes Ende. Als es nicht mehr anders ging, unterzog sich der vom offensiven Mittelfeldspieler zum linken Verteidiger umgeschulte Niederländer einer Operation. Es folgte erneut eine lange Phase der Rekonvaleszenz. Während seine Teamkollegen vergangene Saison bis ins Champions-League-Halbfinale und zur niederländischen Meisterschaft stürmten, kam er nur noch sporadisch zum Einsatz. „Ich war fast zwei Jahre lang draußen“, sagt Sinkgraven. „Es war eine harte Zeit für mich, aber seit der Operation ist alles wieder in Ordnung.“

Nun freue er sich auf die Zeit mit Bayer Leverkusen, die nach der schwierigen Phase einem Neustart gleichkommt. Allerdings mit einem alten Bekannten an seiner Seite: Peter Bosz, der als Mentor des 24-Jährigen gilt. „Ich mag die Art, wie er arbeitet und wie er Fußball spielen lässt“, sagt Sinkgraven. „Er will mit viel Druck auf den Ball nach vorne spielen – das liegt mir.“ Entsprechend ehrgeizig sind seine Ziele mit der Werkself. „Ich will so oft es geht auf dem Platz stehen, so lange wie möglich in der Champions League spielen und sogar Deutscher Meister werden“, sagt er. Das sind Worte, die im in der Meisterschaftsfrage leidgeprüften Leverkusen aufhorchen lassen. Doch Sinkgraven hat eine in der Logik des Fußballs durchaus sinnvolle Herleitung für die Ansage, um den Titel mitspielen zu wollen: „Es hat auch niemand gedacht, dass Ajax das Champions-League-Halbfinale erreichen würde – also warum nicht?“

Die Geschichte von Bosz und Sinkgraven ist die einer Verwandlung. Einst war er ein offensiver Mittelfeldspieler, doch der Trainer sah ihn eher auf der linken Abwehrseite. „Zuerst war ich ein bisschen geschockt und es war schwer für mich“, erinnert er sich an die Umstellung. Doch die betont angriffslustige Spielweise des 55-Jährigen ließe ja auch viele Offensivläufe der Außenverteidiger zu. „Das liegt mir sehr“, betont Sinkgraven. Die Aussage seines Mentors, dass er das Zeug zur Weltklasse habe, sieht der auf den ersten Blick schmächtig wirkende 1,79-Mann als großes Kompliment – und als Verpflichtung. „Ich freue mich darauf, das wieder so bald wie möglich auf dem Platz zeigen zu können“, sagt er.

Er sieht sich als schneller, technisch starker Spieler, der seine Stärken im Spielaufbau und Passspiel hat. In der Physis wolle er in Leverkusen indes noch zulegen. Dass er es in der Bundesliga mit Spielern wie dem Dortmunder Jadon Sancho und der Münchner Kingsley Coman zu tun bekommen könnte, bereitet Sinkgraven jedenfalls keine Sorgen: „Das ist eine große Herausforderung, aber ich habe keine Angst davor.“

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