Bayer 04 Leverkusens Karim Bellarabi denkt nicht mehr an den Hitzekollaps

Nach Zusammenbruch im Vorjahr : Karim Bellarabi denkt nicht mehr an seinen Hitze-Kollaps

Am Samstag tritt die Werkself zum ersten Testspiel der Vorbereitung beim Wuppertaler SV an. Im Vorjahr erlitt Karim Bellarabi dort bei knapp 40 Grad im Schatten einen Kreislaufkollaps – und musste ins Krankenhaus.

Als Karim Bellarabi nach der Trainingseinheit am Freitag Richtung Kabine geht, kommt eine junge Frau auf ihn zu. Die Anhängerin der Werkself fragt den Angreifer, ob er denn am Samstag (17 Uhr) beim Wuppertaler SV auch spielen werde. „Ja, klar“, entgegnet der sichtlich gut aufgelegte 28-Jährige. Die Replik seines Gegenübers ist ein gut gemeinter Rat: „Pass bitte gut auf Dich auf!“ Bellarabi versichert daraufhin, genau das zu tun.

Es ist eine Szene, die unschöne Erinnerungen weckt. Anfang Juli 2018 trat die Werkself ebenfalls bei dem Regionalligisten zum ersten Testspiel in der Vorbereitung an, doch die Partie wurde von einem Ereignis überschattet, das für Schockmomente im Stadion am Zoo sorgte. Kurz nach seiner Auswechslung brach Bellarabi neben der Ersatzbank zusammen. Mitspieler und Mannschaftsarzt Karl-Heinrich Dittmar eilten herbei, um sich um den Flügelstürmer zu kümmern. Kurze Zeit danach wird er ins Krankenhaus gefahren. Die Diagnose: hitzebedingter Kreislaufkollaps.

Der 2:0-Sieg des Bundesligisten geriet komplett ins Hintertreffen. Stattdessen flammte eine Diskussion über die extremen körperlichen Anstrengungen auf, die Fußballer im Hochsommer aushalten müssen. Bei Fast 40 Grad Fußball zu spielen sei „eine brutale Belastung für den Organismus“, sagte der damalige Trainer Heiko Herrlich. Auch, wenn Bellarabi einen Tag später aus dem Krankenhaus entlassen wurde, musste er rund zwei Wochen pausieren.

Das alles spielt für den 28-Jährigen heute keine Rolle mehr. „Natürlich war es sehr unglücklich und man darf es auch nicht unterschätzen. Aber es ist nicht mehr in meinem Kopf. Es ist ein ganz normales Spiel. Da wollen wir alle unsere Leistung abrufen – auch ich“, betont er. Immerhin: Am Samstag soll es etwa zwölf Grad kühler als im Vorjahr sein. Ansonsten sei Bellarabi gut in in die erste Trainingswoche gekommen. „Wir haben sehr viel Programm, aber es läuft alles gut.“ Er wolle in der anstehenden Saison vor allem fit bleiben und konstanter seine Leistung abrufen als es im Vorjahr der Fall war, wo ihn Verletzungen immer wieder aus dem Rhythmus brachten. Mit Blick auf Wuppertal sagt er: „Wir wollen das Spiel natürlich gewinnen.“

(dora)
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